Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

24.06.2011

06:35 Uhr

Devisen

Ifo-Index stützt Euro nur kurzfristig

Der Euro hat durch den gestiegenen Ifo-Index nur kurzfristig einen Schub bekommen. Die Zweifel an der Verabschiedung eines neuen Sparpakets in Griechenland wogen einfach noch stärker.

Eine griechische Euromünze unter einem "Rettungsschirm" Quelle: dpa

Eine griechische Euromünze unter einem "Rettungsschirm"

FrankfurtDer überraschende Anstieg des Ifo-Index hat dem Euro nur kurzzeitig einen Schub nach oben geben können. Die Gemeinschaftswährung kletterte auf ein Tageshoch von 1,4309 Dollar, fiel bis zum Nachmittag aber wieder auf 1,4170 Dollar zurück. „Die Belastungen durch die europäische Schuldenkrise sind derzeit einfach zu groß“, sagte Devisenanalystin Viola Stork von der Helaba. „Da hilft auch ein guter Ifo-Index nicht.“

Das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer stieg im Juni um 0,3 auf 114,5 Punkte - Experten hatten mit einem Rückgang gerechnet. „Dies zeigt, dass die deutsche Wirtschaft weiterhin - im positiven Sinne - eine Sonderrolle einnimmt“, schrieb Postbank-Analyst Heinrich Bayer in einem Kommentar. Zwar könne sich die hiesige Konjunktur nicht vollständig von der Konjunkturdelle auf internationaler Ebene abkoppeln, was auch durch die sinkenden Geschäftserwartungen bestätigt werde. „Der Aufschwung dürfte sich aber mit gebremstem Schaum fortsetzen.“

Gedämpft wurde die Stimmung durch anhaltende Zweifel an der Verabschiedung des umstrittenen Sparpakets im griechischen Parlament in der nächsten Woche. Es ist die Voraussetzung dafür, dass die EU und der Internationale Währungsfonds (IWF) im Juli die nächste Kredittranche aus dem laufenden Rettungspaket auszahlen und auch eine Bedingung für das zweite Hilfspaket. Ohne neue Hilfen steuert Griechenland auf den Bankrott zu. Bis zur Parlamentsabstimmung dürfte die Nervosität der Anleger hoch bleiben, sagte ein Händler.

Für zusätzliche Verunsicherung sorgte die vorübergehende Handelsaussetzung zweier italienischer Banken. Börsianer sprachen von vagen Gerüchten, dass die Stresstests den Instituten Schwierigkeiten bereiten würden. „Diese Spekulationen kursierten durch die Handelsräume, ohne dass man wusste, woher sie kommen“, sagte ein Händler. Zehnjährige italienische Anleihen rentierten mit 4,966 Prozent leicht höher als im Vortagesgeschäft (4,935 Prozent).

Weiterhin angespannt blieb auch die Lage am CDS-Markt, wo die Kosten für die Versicherung griechischer Schulden gegen einen Zahlungsausfall weiter in die Höhe schossen. Fünfjährige Kreditausfallversicherungen (CDS) auf griechische Staatsanleihen verteuerten sich nach Angaben des Datenanbieters Markit um 32 auf 2055 Basispunkte. Inzwischen kostet es also 2,055 Millionen Euro, Schulden des Mittelmeeranrainers in Höhe von zehn Millionen Euro abzusichern. Auch portugiesische CDS zogen um 14 Basispunkte auf 825 Basispunkte an.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×