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05.09.2013

21:23 Uhr

Devisen

Investoren vertrauen neuem indischen Zentralbankchef

Seit Wochen fällt der Kurs der indischen Rupie. Allein die Ankündigung eines Maßnahmenpakets stärkt die Währung – und die Popularität des Zentralbankchefs. Damit das so bleibt, hat er noch ein weiteres Ass im Ärmel.

Raghuram Rajan: Der neue Chef von Indiens Zentralbank bekämpft den Wertverfall der Rupie. dpa

Raghuram Rajan: Der neue Chef von Indiens Zentralbank bekämpft den Wertverfall der Rupie.

MumbaiEin umfangreiches Maßnahmenpaket des neuen indischen Zentralbankchefs gegen den Verfall der heimischen Währung ist von Investoren positiv aufgenommen worden. Die Nachfrage nach der indischen Rupie zog spürbar an und verhalf ihr zu einem Wertzuwachs von mehr als zwei Prozent. Auch am Aktienmarkt griffen die Anleger zu und trieben den Leitindex um über drei Prozent.

Der populäre neue Chef der indischen Notenbank, Raghuram Rajan, hatte am Mittwoch einen Plan vorgelegt, der den massiven Kapitalabfluss aus dem Land stoppen soll. Zum Beispiel sollen im Ausland lebende Inder, die für mindestens drei Jahre dem Land US-Dollar leihen, auf die entsprechende Summe einen Zins von dreieinhalb Prozent bekommen. Das ist äußerst attraktiv bei einem US-Leitzins, der nahe Null liegt.

Auch heimische Banken will Rajan dazu motivieren, sich verstärkt auf Investorensuche im Ausland zu begeben. Er bietet den Kreditinstituten attraktive Tauschgeschäfte an, wie Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz erläutert: Für US-Dollar, die die Banken bei der Zentralbank deponieren, erhalten sie im Tausch indische Rupien zu äußerst günstigen Konditionen und können diese als Kredite weitergeben. „Praktisch ist das so eine Art Zinssenkung und inflationsfördernd, denn sie erhöhen die Geldmenge in Rupien“, sagte Karpowitz. „Aber kurzfristig soll das vor allem dazu dienen, ausländisches Kapital anzuziehen.“ Die Banken könnten das günstige Geld der Zentralbank dann in Form von Krediten weiterreichen. Für sie ein attraktives Geschäft; der indische Leitzins liegt bei 7,25 Prozent.

Als einen Schritt zur Liberalisierung des Marktes hin zu mehr Wettbewerb werteten Anleger die Ankündigung des Zentralbankchefs, neue Banklizenzen auszugeben. Das gab es seit etwa zehn Jahren nicht mehr.

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