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26.05.2011

17:40 Uhr

Devisen

Juncker schickt den Euro auf Talfahrt

Die Drohung, dass der Internationale Währungsfonds die Griechenland-Hilfen aussetzt, zwingt den Euro in die Knie. Die Marke von 1,40 Euro ist in Gefahr.

Der Dollar gewinnt gegenüber dem Euro an Wert. Quelle: dpa

Der Dollar gewinnt gegenüber dem Euro an Wert.

Mit der Andeutung einer Aussetzung der IWF-Hilfen für Griechenland hat Eurogruppen-Chef Jean-Claude Juncker am Donnerstag die europäischen Finanzmärkte verschreckt.

Er sagte, wenn der Internationale Währungsfonds (IWF) den für Ende Juni geplanten Kredit an den hoch verschuldeten Mittelmeer-Anrainer nicht auszahlen würde, müssten die Europäer einspringen. „Der Druck auf Griechenland nimmt offenbar zu, weitere Sparmaßnahmen einzuleiten“, sagte Volkswirt Rainer Sartoris von HSBC Trinkaus.

Europäische Union (EU), Europäische Zentralbank (EZB) und Internationaler Währungsfonds (IWF) überprüfen derzeit, ob Griechenland alle Voraussetzungen erfüllt, um weitere Hilfen aus dem Rettungspaket zu erhalten.

EZB-Direktoriumsmitglied Jose Manuel Gonzalez-Paramo betonte allerdings, er gehe davon aus, das Griechenland die nächste Kredit-Tranche erhalten werde. Die EU-Kommission verwies auf die laufende Prüfung. Eine Entscheidung falle erst nach Fertigstellung des Berichts.

Der IWF teilte mit, er habe die EU-Partner um finanzielle Zusicherungen gebeten, da andernfalls Griechenland keine Hilfen mehr zur Verfügung gestellt werden könnten.

Der Euro, der zunächst dank der Aussicht auf ein reges chinesisches Interesse an den Portugal-Anleihen des europäischen Stabilitätsfonds EFSF zeitweise die Marke von 1,42 Dollar übersprungen hatte, verbilligte sich nach den Juncker-Äußerungen auf 1,4076 Dollar.

Gleichzeitig flüchteten viele Investoren in den „sicheren Hafen“ Bundesanleihen. Die zehnjährigen Titel zogen um bis zu 43 Ticks auf 102,22 Punkte an. Im Gegenzug fiel die Rendite erstmals seit Januar unter die psychologisch wichtige Marke von drei Prozent. Die Risiko-Aufschläge (Spreads) für zehnjährige griechische Papiere weiteten sich im Vergleich zu den entsprechenden Bundestiteln auf 13,75 Prozent aus.

Kommentare (1)

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Monsignore

26.05.2011, 10:29 Uhr

Das ist ein trojanisches Pferd, das die wenigsten verstehen: Die Chinesen kaufen etwas, was später in Eurobonds umgewandelt werden wird, die die Europäer später nicht werden bedienen können. Und dann können die Chinesen billig bei den deutschen Industrieperlen zugreifen, weil Deutschland bankrott sein wird!

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