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30.04.2013

10:07 Uhr

Devisen

Konjunkturdaten belasten Euro

Für die Gemeinschaftswährung geht es nach enttäuschenden deutschen Einzelhandelsdaten bergab. Zuvor hatte noch die Regierungsbildung in Italien gestützt. Anleger schauen gespannt auf die Sitzung der US-Notenbank.

Eine italienische Euro-Münze. Der Fortschritt in Italien hilft der Gemeinschaftswährung. dpa

Eine italienische Euro-Münze. Der Fortschritt in Italien hilft der Gemeinschaftswährung.

FrankfurtDer Kurs des Euro ist am Dienstag zu Handelsbeginn nach schwachen deutschen Einzelhandelsumsätzen gefallen. Die europäische Gemeinschaftswährung wurde zuletzt mit 1,3090 US-Dollar gehandelt. Vor der Veröffentlichung der Daten war der Euro noch bis auf 1,3121 Dollar gestiegen. Ein Dollar war 0,7636 Euro wert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montag noch auf 1,3113 (Freitag: 1,2999) Dollar festgesetzt.

Im Jahresvergleich sind die Umsätze des Einzelhandels in Deutschland im März preisbereinigt um 2,8 Prozent gefallen. Volkswirte hatten lediglich einen Rückgang um 1,2 Prozent prognostiziert. Zum Vormonat waren die Umsätze um 0,3 Prozent gesunken. Zuletzt waren bereits eine Reihe von wirtschaftlichen Frühindikatoren für Deutschland enttäuschend ausgefallen.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Zuvor hatte die Regierungsbildung in Italien dem Euro weiter Rückenwind gegeben. Der neue Ministerpräsident Enrico Letta hatte zum Wochenauftakt eine erste Vertrauensabstimmung im Abgeordnetenhaus gewonnen. Für Dienstag ist ein Votum auch im Senat geplant. Investoren hoffen, dass der politische Stillstand in dem rezessionsgeplagten Land nun eine Ende findet.

Etwaige Zinssenkungserwartungen bezüglich der EZB schienen aktuell dagegen nicht mehr zu belasten, schrieb Helaba-Analyst Ralf Umlauf. Die Zentralbank kommt am Donnerstag zu ihrer Zinssitzung zusammen - laut einer Reuters-Umfrage unter 76 Ökonomen rechnet eine knappe Mehrheit von 43 mit einer Zinssenkung.

Im Mittelpunkt stand am Dienstag - neben einem bunten Strauss an Konjunkturdaten - auch der Beginn der zweitägigen Sitzung der US-Notenbank Fed. Anleger erhofften sich weitere Signale über den künftigen geldpolitischen Kurs der Währungshüter. Die Fed hatte die Aufkäufe von Staats- und Immobilienanleihen im Dezember auf eine monatliche Summe von 85 Milliarden Dollar erhöht. Zuletzt waren Diskussionen über einen baldigen Ausstieg aus dem Programm laut geworden.

Kommentare (3)

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KleinErna

30.04.2013, 09:11 Uhr

Regierungsbildung hilft dem Euro
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So ein Blödsinn! Niemand weiß, welche Regierung sich dort in Italien gebildet hat, und sie soll jetzt schon dem Euro helfen? Dann sollten wir weitermachen, und überall fleißig neue Regierungen bilden - das hilft dann ganz gewaltig dem Euro! Hilft der Euro auch den Menschen?

Account gelöscht!

30.04.2013, 09:54 Uhr

Und ich sage es auch noch 10 mal.

Wenn wir heute schon so weit sind, dass man sich in D Sorgen oder Hoffnungen macht, wer in einem chaotischen LAnd wie Italien regiert und dies dann auch noch einer Währung hilft mit der ich zahlen soll, dann ist was gewaltig schief!!!

Italien ist pleite und kann es wie Frankreich dank Euro , EU und MArkteingriffen kaschieren. Noch vor dem Euro hatte man dort 8-9 stellige Zahlen in den Supermärkten als Preis...weshalb nur? Spass am Rechnen? wohl kaum...

Account gelöscht!

30.04.2013, 15:15 Uhr

Nicht die Konjunkturdaten belasten den EURO.
Das es sich beim EURO um eine europäische Gemeinschaftswährung handelt, belastet den EURO.
Denn es sind die unterschiedlichen Wirtschafts- u. Sozialkräfte der in diesem Währungsverbund eingeschlossenen Länder, welche eine Dauerbelastung für eine stabile Gemeinschaftswährung darstellen. Deshalb wird sie nicht nur belastet, sondern auf Dauer auch vernichtet durch fortwährenden Milliardenschuldenaufbau ohne dahinterstehende ausgleichende Wirtschaftsstärke.
Die europäische Euro-Rettungspolitik ist mit einem Kettenbrief vergleichbar - hier werden Schulden mit Schulden beglichen - Man sollte meine, daß sich jeder das
Ende dieser Politik an 5 Fingern ausrechnen kann...sollte man meine, aber die verantwortlichen Politiker.....
leiden scheinbar alle an einem Realitäts-Verdrängungs-Syndrom?????

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