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11.06.2013

08:28 Uhr

Devisen

Lockeres Fed-Geld beflügelt Euro

Euro-Anleger setzen auf eine Fortsetzung der Geldflut der US-Notenbank Fed. Die lockere Geldpolitik der USA belastet den Dollar und hilft dem Euro. Von Seiten des Bundesverfassungsgerichts wird kein Störfeuer erwartet.

Euro-Anleger setzen auf die lockere Geldpolitik der Fed. dpa

Euro-Anleger setzen auf die lockere Geldpolitik der Fed.

FrankfurtDie Hoffnung auf eine anhaltend lockere Geldpolitik der US-Notenbank Fed macht Anlegern Lust auf den Euro. Die Gemeinschaftswährung stieg am Dienstag in der Spitze auf 1,3291 Dollar nach 1,3256 Dollar im New Yorker Schlussgeschäft. Der US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag hatte die Erwartung einer baldigen Straffung der Anleihekäufe zuletzt gedämpft, da die Arbeitslosenquote auf 7,6 von 7,5 Prozent gestiegen ist. Die US-Notenbank will ihre Nullzinspolitik so lange fortsetzen, bis die Arbeitslosenquote auf 6,5 Prozent gesunken ist.

Die Verhandlung des Bundesverfassungsgerichts über die Klagen gegen das Anti-Krisenprogramm der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte nach Einschätzung von Marktbeobachtern keinen Einfluss auf die Kurs der Gemeinschaftswährung haben. Da erst einmal keine Entscheidung aus Karlsruhe zu erwarten sei, dürfte der Einfluss begrenzt sein, prognostizierte Helaba-Analyst Ralf Umlauf.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Das Gericht wird sich in einer verfassungsrechtlichen Prüfung des Euro-Rettungsschirms auch mit dem EZB-Anleihenkaufprogramm (OMT) beschäftigen. Die von den Währungshütern in Aussicht gestellten unbegrenzten Ankäufe von Staatsanleihen überschuldeter Länder hatte Draghi zwar die Finanzmärkte beruhigen können, doch Kritiker werfen der EZB seitdem vor, ihr Mandat zu überschreiten. Bei der Anhörung sind Bundesbankpräsident Jens Weidmann und EZB-Direktor Jörg Asmussen als Experten geladen.

Von

rtr

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