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15.12.2016

13:17 Uhr

Devisen nach Fed-Entscheidung

Doping für den Dollar

VonMatthias Streit

Die Leitzinserhöhung der Fed war eigentlich absehbar. Dennoch hat es die US-Notenbank geschafft, die Märkte zu überraschen: Der Dollar steigt auf ein 14-Jahres-Hoch – und dürfte bald eins zu eins zum Euro stehen.

Der US-Dollar wird seine Stärke als derzeit stärkste Währung weiter ausbauen. Reuters

Bereit zum Abheben

Der US-Dollar wird seine Stärke als derzeit stärkste Währung weiter ausbauen.

FrankfurtDer Dollar findet zu alter Stärke zurück. Nach der Fed-Zinsentscheidung am Mittwochabend fiel der Euro zeitweise unter den Wert von 1,05 Dollar. Am Donnerstagmittag hat der Dollar ein 13-Jahres-Hoch zur europäischen Gemeinschaftswährung erreicht. Ein Euro war zwischenzeitlich nur noch 1,0406 Dollar wert. Große Banken wie Morgan Stanley, Citi oder die Deutsche Bank rechnen schon für das kommende Jahr damit, dass der Dollar auf Parität klettern wird. Heißt: Für einen Euro gäbe es dann nur exakt einen Dollar.

Seit Wochen nähert sich der Dollar dieser Marke an. Dass er sie nun bald knacken könnte, liegt nicht zuletzt an den Aussichten, die die US-Notenbank für ihre künftige Geldpolitik geliefert hat. Die Fed hat auf ihrer jüngsten Sitzung den Leitzins wie erwartet zum zweiten Mal in einem Jahr um 0,25 Prozent auf die Spanne von 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben. Überraschend war aber die Aussicht auf drei weitere Zinsschritte im kommenden Jahr. Bislang wurde allenfalls mit zwei weiteren Schritten gerechnet.

Größte Banken im Devisenhandel (2016)

Platz 10

Morgan Stanley

2016: Rang 10

2015: Rang 13

Quelle: Euromoney, Mai 2016

Platz 9

XTX Markets

2016: Rang 9

2015: nicht im Ranking vertreten

Platz 8

HSBC

2016: Rang 8

2015: Rang 7

Platz 7

Goldman Sachs

2016: Rang 7

2015: Rang 9

Platz 6

Barclays

2016: Rang 6

2015: Rang 3

Platz 5

Bank of America Merrill Lynch

2016: Rang 5

2015: Rang 6

Platz 4

Deutsche Bank

2016: Rang 4

2015: Rang 2

Platz 2

JP Morgan

2016: Rang 3

2015: Rang 4

Platz 3

UBS

2016: Rang 2

2015: Rang 5

Platz 1

Citigroup

2016: Rang 1

2015: Rang 1

„Als Folge dieser Fed-Entscheidung wird der Euro-Dollar-Kurs die Parität wesentlich schneller erreichen als wir es bislang gedacht haben und unsere prognostizierten Marken von 0,97 und 0,95 Dollar schon eher erreichen“, sagt Hans Redeker, Leiter der Devisenstrategie bei der US-Investmentbank Morgan Stanley. Schon im zweiten Quartal 2017, also zwischen April und Juni, könnte es soweit sein.

Und auch laut den Future-Kursen für US-Staatsanleihen scheint der Markt der US-Notenbank zu glauben. Ein Drittel der Marktteilnehmer rechnet bereits mit den in Aussicht gestellten drei Schritten. „Werden sie durch Zahlen (Konjunkturdaten) und Fakten (expansive Fiskalpolitik) untermauert, verfestigen sich die Markterwartungen und der Dollar wird entsprechend steigen“, kommentiert Antje Praefcke von der Commerzbank. Anders ausgedrückt: Die jüngste Fed-Entscheidung wirkt wie Doping für den ohnehin schon starken Dollar.

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Während der aus europäischer Sicht schlechte Wechselkurs für Verbraucher USA-Reisen weiter verteuert, hat die Fed europäischen Unternehmen mit einem starken US-Geschäft ein vorzeitiges Weihnachtsgeschenk beschert. Denn je stärker der Dollar ist, desto mehr werden die Gewinne, die sie in Amerika erzielen, auch wert. So hatte etwa der Flugzeugbauer Airbus schon einmal vor zwei Jahren errechnet, dass sein Gewinn mit jedem Cent, den der Euro gegenüber dem US-Dollar abwertet, um 100 Millionen Euro steigt. Damals gab es für einen Euro noch mehr als 1,30 Dollar.

Kommentare (29)

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Herr Sebastian Pojer

15.12.2016, 13:36 Uhr

@Mark Hoffmann
Ich sehe Sie unter fast jedem Artikel Trump in den Himmel loben und unsere deutsche "Grün-Sozialistische Merkel Politik" miesmachen. Und es scheint Ihnen auch egal zu sein, ob der Artikel überhaupt etwas mit einem von beiden zu tun hat. Ich bin ehrlich: es stört! Ich bin hier um mich mit anderen konstruktiv auszutauschen und nicht um mir unter jedem Artikel rechte Propaganda durchzulesen. Aber gut ich bin hier um zu diskutieren, also werde ich auch auf Ihren Kommentar eingehen:
Deregulierung ist ja gut und schön und auf kurzfristige Sicht mit Sicherheit auch positiv zu sehen. Bei den langfristigen Folgen kann man allerdings jetzt schon sagen, dass diese eher negativ ausfallen werden. Beispiel Unternehmen: Ohne Vorgaben seitens des Staates wird ein Unternehmen immer den betriebswirtschaftlich sinnvollsten Weg gehen und dieser beinhaltet leider nicht die Produktion mit teuren deutschen Arbeitskräften. Auch wird es in einem vollkommen deregulierten Markt auf Dauer zu Absprachen aka Kartellen kommen. Wer leidet dann darunter? Antwort: Der Verbraucher, also auch Sie und ich.
Beispiel Währung: Auf die Wechselkurse von Währungen hat die Politik wohl am wenigsten Einfluss. Diese werden zum großen Teil durch das aktuelle Zinsniveau bestimmt und das legt die EZB für Europa und die Fed für die USA fest. Dass die Entscheidungen der EZB aktuell politisch getrieben sind, ist bekannt, diese beziehen sich jedoch sicher nicht auf die deutsche Politik.
Beispiel CO2: Erstens war/ist das CO2-Verbot eine Idee der Grünen, damit hatte die aktuelle Regierung nichts zu tun. Zweitens müssen wir auf Dauer unseren CO2-Ausstoß senken, und zwar nicht nur in Deutschland. Sonst wird unser Planet auf lange Sicht nicht mehr bewohnbar sein. Auch wenn das möglicherweise nur ein leeres Wahlkampversprechen ist, ist früher oder später ein solches Verbot oder ein langsamer Ausstieg nötig, da sonst eine Mehrwertschöpfung auf Kosten der Zukunft der Menschheit stattfindet.

Frau Lana Ebsel

15.12.2016, 13:38 Uhr

@mark hoffmann ("Trump geht den Weg einer deregulierten Marktwirtschaft mit einer freien und selbstbestimmten Gesellschaft.")
Das glaube ich eher nicht. Trump wird der EU den Exportvorteil des billigen Euro wieder wegnehmen, indem er die amerikanischen Einfuhr-Zölle erhöht. Der EU bleiben dann nur die erhöhten Einfuhrpreise ins eigene Territorium und das bezahlen dann wie immer (und zusätzlich zum Abbau ihrer Ersparnisse wegen der bleibenden niedrigen Zinsen) die europäischen Bürger.

Account gelöscht!

15.12.2016, 13:46 Uhr

@Lana Ebsel
Trump macht das, was nötig ist, um seine USA und damit die Brüger der USA wieder "Great again" werden zu lassen.

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