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10.09.2013

19:47 Uhr

Devisen

Nachlassende Sorgen um Syrien lassen Euro steigen

In Bürgerkriegsland Syrien scheint eine diplomatische Lösung in Sicht. An den Devisenmärkten konnte besonders der Euro davon profitieren. Einziger Dämpfer waren schwache Zahlen zur französischen Industrieproduktion.

Der Euro klettert in der Spitze auf 1,3272 Dollar. dpa

Der Euro klettert in der Spitze auf 1,3272 Dollar.

FrankfurtDie jüngste Entspannung im Syrien-Konflikt hat den Euro am Dienstag gestützt und deutlich über der Marke von 1,32 US-Dollar gehalten. Trotz enttäuschender Konjunkturdaten aus Frankreich konnte die Gemeinschaftswährung die deutlichen Gewinne vom Wochenauftakt verteidigen, sie stand am Nachmittag bei 1,3260 Dollar. Gegen Mittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3240 (Montag: 1,3194) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7553 (0,7579) Euro.

Nach Einschätzung von Händlern sorgte das Aufatmen der Finanzmärkte über die jüngste Entwicklung im Syrien-Konflikt beim Euro für Stabilität. Das Regime in Damaskus hatte dem russischen Vorschlag zur Kontrolle seiner Chemiewaffen offiziell zugestimmt. Ein Militärschlag der USA gegen Syrien könnte damit möglicherweise abgewendet werden.
„Allerdings dämpfen die heute veröffentlichten Zahlen aus Frankreich ein wenig die Stimmung“, heißt es in einer Einschätzung des Bankhauses Metzler. Im August war die Produktion der französischen Industrieunternehmen das dritte Mal in Folge gesunken. Ein weiteres Problem für den Euro sehen Experten in der angespannten politischen Lage in Italien mit der fortwährenden Gefahr einer Regierungskrise.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.


Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84380 (0,84130) britische Pfund, 132,80 (131,30) japanische Yen und 1,2392 (1,2350) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1358,25 (1390,00) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 32 790,00 (33 230,00) Euro.


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