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15.09.2011

16:23 Uhr

Devisen

Notenbanken verleihen dem Euro Flügel

Die EZB macht Ernst im Kampf um den Euro und gibt der Gemeinschaftswährung eine Vorlage zum Comeback. Der Eurokurs steigt zum US-Dollar kräftig an.   

Euromünzen auf einer Dollarnote: Heute obsiegt der Euro. dpa

Euromünzen auf einer Dollarnote: Heute obsiegt der Euro.

FrankfurtDer Euro-Kurs hat sich am Donnerstag spürbar von den Verlusten der jüngsten Zeit erholt. Nachdem bekannt wurde, dass die EZB  in einer konstatierten Aktion mit den wichtigsten westlichen Notenbanken den Banken der Eurozone zusätzliche Dollar-Kredite gewähren möchte, sprang der Kurs der Gemeinschaftswährung bis auf 1,3936 Dollar. Im Tagestief hatte er am Vormittag mehr als zwei Dollar tiefer gelegen. In der vergangenen Woche hatte der Euro 2,4 Prozent an Wert eingebüßt, seit Jahresanfang stieg die Währung zum Dollar um gut drei Prozent. 

 „Der Markt nimmt positiv auf, dass die Notenbanken versuchen, die Krise mit allen Mitteln zurückzudrängen“, sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. Einige Kreditinstitute hätten in den vergangenen Wochen Probleme gehabt, an Dollar zu kommen. „Das Problem sollte durch die die Maßnahmen reduziert werden, weil die längerfristige Liquidität sichergestellt wird.“ Die Notenbanken der USA, der Eurozone, Großbritanniens, der Schweiz und Japans kündigten für die kommenden Monate mehrere zusätzliche Dollar-Refinanzierungsgeschäfte an. 

Der Kurssprung des Euro in Reaktion auf die Maßnahmen zeige ein gewisses Vertrauen in die Währung. Auch sorgt die Gemeinsamkeit der Notenbanken für Vertrauen, sagte Sartoris. Wichtig sei, dass die Banken nun mehr Planungssicherheit hätten mit der günstigeren Ausgestaltung der Tender.

Die EU will großzügige Staatshilfen für angeschlagene Banken anders als geplant auch über das laufende Jahr hinaus erlauben. Eigentlich hatte EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia die Hürden für Regierungen, ihren Instituten finanziell unter die Arme zu greifen, von Anfang 2012 an deutlich höher legen und die Banken damit von staatlichen Geldspritzen entwöhnen wollen. 

Wichtige Konjunkturdaten treten angesichts dieser Nachrichtenlage in den Hintergrund, auch neue Rezessionsängste in den USA. Die Produktion der US-Industrie hat an Schwung verloren. Das verarbeitende Gewerbe stellte im August 0,2 Prozent mehr her als im Vormonat, teilte die US-Notenbank am Donnerstag mit. Im Juli hatte es noch ein Plus von 0,9 Prozent gegeben. Analysten hatten für August mit einem Anstieg von 0,1 Prozent gerechnet. 

Auch die Aussichten sind nicht besonders gut. Der Empire State Index für das Verarbeitende Gewerbe der wichtigen Region New York fiel im September auf minus 8,82 Punkte. Experten hatten mit einem leichten Anstieg gerechnet. „Das deutet nicht unbedingt auf eine Rezession in der Industrie hin, aber auch ganz bestimmt nicht auf eine baldige Belebung im Verarbeitenden Gewerbe der Region New York“, erklärte Postbank-Analyst Heinrich Bayer.

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