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12.10.2016

08:46 Uhr

Devisen

Pfund gewinnt und setzt den Euro unter Druck

Der Pfund verbucht wieder deutliche Gewinne. Das belastet auch den Euro. Am Abend richten sich die Blicke der Anleger auf die amerikanische Notenbank – sie wird ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung veröffentlichen.

Die Gemeinschaftswährung ist auf ihren tiefsten Stand seit Ende Juli gefallen. dpa

Euro

Die Gemeinschaftswährung ist auf ihren tiefsten Stand seit Ende Juli gefallen.

FrankfurtDer Euro hat am Mittwoch weitere Kursverluste hinnehmen müssen. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung im Tief 1,1032 US-Dollar und damit so wenig wie letztmalig Ende Juli. Deutliche Gewinne verbuchte dagegen das britische Pfund. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Euro-Referenzkurs am Dienstag auf 1,1079 Dollar festgelegt.

Händler führten die Verluste des Euro auch auf eine breit angelegte Stärke des britischen Pfund zurück. Auslöser der Entwicklung war ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg. Demnach habe sich die britische Premierministerin Theresa May dazu bereit erklärt, das nationale Parlament über die Bedingungen des Brexit abstimmen zu lassen. Der Bericht dämpfte Anlegersorgen vor einem „harten“ Brexit mit stark negativen Folgen für das Königreich. Zuletzt betrugen die Kursgewinne des Pfund zu Dollar und Euro mehr als ein Prozent.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Zur Wochenmitte stehen nur wenige Konjunkturdaten an, die am Devisenmarkt für stärkere Bewegung sorgen könnten. Am Abend richten sich die Blicke jedoch auf die amerikanische Notenbank. Sie wird ihr Protokoll zur jüngsten Zinssitzung veröffentlichen. Analysten erhoffen sich Hinweise darauf, wie wahrscheinlich eine weitere Zinsanhebung in diesem Jahr ist. Die Finanzmärkte positionieren sich zunehmend für einen Zinsschritt im Dezember.

Von

dpa

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