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28.09.2011

15:58 Uhr

Devisen

Rettungsschirm beflügelt den Euro

EU-Kommissionspräsident Barroso hat mit seinem Vorschlag für größere Garantiemechanismen für griechische Banken für Optimismus gesorgt. Der Euro sprang am Mittwoch über die Marke von 1,36 Dollar.

Euromünzen auf der EU-Fahne. dpa

Euromünzen auf der EU-Fahne.

FrankfurtIn Sachen Schuldenkrise sehen Euro-Anleger inzwischen wieder mehr Licht als Schatten. „Langsam bildet sich so etwas wie ein Lösungsansatz heraus, um der Probleme in Europa Herr zu werden“, sagte HSBC-Trinkaus-Analyst Lothar Heßler. Die Absegnung des aufgestockten Euro-Rettungsschirms EFSF in immer mehr Parlamenten gebe Hoffnung, aber auch bei den Sparzusagen der Griechen gehe es voran. „Das schafft insgesamt wieder ein positiveres Stimmungsbild“, sagte der Experte.

Der Euro kletterte am Mittwoch zeitweise um knapp einen US-Cent auf 1,3689 Dollar und war damit so teuer wie seit einer Woche nicht mehr. Weniger gefragt waren dagegen die gern als sicherer Hafen angesteuerten zehnjährigen Bundesanleihen . Der Kurs fiel, entsprechend zogen die Renditen bis auf 2,01 Prozent (Vortag: 1,954) an.

Der Euro-Rettungsschirm EFSF bahnt sich derzeit seinen Weg durch die Parlamente. Mit Slowenien und Finnland haben nun insgesamt neun Länder dem erweiterten Hilfsfonds zugestimmt. Die EU-Kommission hofft, dass der reformierte EFSF bis Oktober steht.

Mit dem Volumen von 440 Milliarden Euro an Kredit-Garantien und einen größeren Instrumenten-Kasten soll er in einer Krise Ansteckungsgefahren für Euro-Staaten begrenzen. Am Donnerstag steht die Abstimmung über den EFSF in Deutschland an. Ein Ja gilt als sicher, weil neben der Regierungsfraktionen auch SPD und Grüne zustimmen wollen. Die Verstärkung des EFSF muss von allen 17 Mitgliedstaaten der Euro-Zone beschlossen werden.     

Für Auftrieb sorgte aber auch, dass das griechische Parlament am Dienstag eine umstrittene Immobiliensteuer abgesegnet hat. Sie gilt als wichtiger Bestandteil der neuen Sparbemühungen der Regierung, von denen die EU weitere internationale Hilfszahlungen gemacht hat. Gutachter der EU, des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank reisten vor etwa einem Monat aus Athen ab, weil das von der Pleite bedrohte Land bei seinen Sparversprechen hinterherhinkte.

Die Experten werden nun am Donnerstag zurückerwartet. „Die Verabschiedung der Steuer zeigt den Willen der regierenden Sozialisten, die Reformen voranzutreiben. Für die Auszahlung der im Oktober dringend benötigten nächsten Tranche aus dem 110-Milliarden-Euro-Hilfspaket ist das ein wichtiges Signal“, urteilten die Analysten der Commerzbank.  

Auch die Worte von Kommissionspräsident José Manuel Barroso kamen am Devisenmarkt gut an: Er stellte einen Garantiemechanismus für griechische Banken in Aussicht. Nach dem Willen der EU-Kommission sollen die Banken des Landes mit zusätzlichem Geld der Gemeinschaft gestützt werden. „Herr Barroso verbreitet Optimismus“, sagte ein Händler. „Er ist ja offenbar völlig davon überzeugt, dass Euroland gut durch die Krise kommt, darauf springt der Markt jetzt erst einmal an.“     

Viele Marktbeobachter zweifeln allerdings daran, dass Zuversicht und Risikobereitschaft anhalten. Die Gefahr neuer Negativnachrichten beim Thema Schuldenkrise sei groß, hieß es. Zudem könnte es beim Euro jederzeit zu Gewinnmitnahmen kommen. Bis zum späten Nachmittag schmolz das Plus beim Euro auch schon wieder etwas zusammen, die Gemeinschaftswährung notierte nur noch bei 1,3620 Dollar.

 

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

28.09.2011, 11:47 Uhr

Die Kurse sind vollkommen manipuliert !!

Je nach Aussagen aus der Politik gehen die Kurse hoch oder runter. Da ist doch mit Insider-Wissen jede Menge Kapital drin, das die verdienen können - UND AUCH BESTIMMT VERDIENEN: ALLES MANIPULIERT !!!

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