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15.07.2013

12:40 Uhr

Devisen

Spekulation auf Zinserhöhung treibt türkische Lira

Unter anderem durch die Massenproteste gegen Ministerpräsident Erdogan ist die türkische Währung Lira seit Wochen unter Druck. Doch die Spekulationen um eine Zinserhöhung sorgen wieder für bessere Zeiten.

Die türkische Währung ist wieder auf dem Weg nach oben. dpa

Die türkische Währung ist wieder auf dem Weg nach oben.

FrankfurtSpekulationen auf eine Zinserhöhung der türkischen Zentralbank haben der Währung des Landes am Montag Auftrieb gegeben. Ein Dollar verbilligte sich um bis zu 1,3 Prozent auf 1,93 Lira. Auch bei türkischen Staatsanleihen griffen Anleger zu. Die Rendite der zehnjährigen Titel gingen auf 8,80 von zuvor 9,20 Prozent zurück. Der Leitindex der Istanbuler Aktienbörse legte in der Spitze 2,2 Prozent zu und notierte mit 75.537,05 Punkten so hoch wie zuletzt vor zehn Tagen.

Die türkische Notenbank hatte angekündigt, die Spanne zwischen dem Einlage- und dem Ausleihezins, die aktuell bei 3,5 und 6,5 Prozent liegen, ausweiten zu wollen. Diese Maßnahme werde auf der kommenden Zentralbankratssitzung am 23. Juli diskutiert.

Die türkische Lira befindet sich unter anderem wegen der Massenproteste gegen die Regierung des Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan seit Wochen auf Talfahrt. Darüber hinaus zogen viele Investoren wegen der erwarteten Straffung der geldpolitischen Zügel in den USA Geld aus der Türkei und anderen Schwellenländern ab. Daher kletterte die Weltleitwährung Anfang Juli auf ein Rekordhoch von 1,9705 Lira. Devisen-Verkäufen der türkischen Zentralbank im Volumen von bislang 6,3 Milliarden Dollar konnten diesen Trend nur abschwächen, aber nicht umkehren.

„Die Zentralbank beugt sich dem Unausweichlichen“, sagte Timothy Ash, Chef-Analyst für Schwellenländer bei der Standard Bank. Sie signalisiere eindeutig, dass sie den Ausleihezins anheben werde. „Es ist interessant, wie die Zentralbank diesen Schritt vorzeitig angekündigt hat. Offenbar hoffen sie darauf, dass diese 'verbale Intervention' den Umfang der notwendigen Zinserhöhung begrenzt.“

Mit Erleichterung reagierten auch die Anleger am Markt für Credit Default Swaps (CDS) auf die Ankündigung der Notenbank. So verbilligte sich die Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Pakets türkischer Staatsanleihen im Vergleich zum Freitag um 11.000 auf 208.000 Dollar, teilte der Datenanbieter Markit mit. Im vergangenen Monat waren sie zeitweise auf 240.000 Dollar gestiegen.

Von

rtr

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