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08.09.2011

20:38 Uhr

Devisen

Trichet und Bernanke sprechen - der Euro fällt

Die EZB hat ihre Wachstumsprognose abgesenkt. Dem Euro bekommt das gar nicht gut. Nach Äußerungen von EZB-Präsident Trichet ist der Kurs im Sinkflug. Auch Fed-Chef Bernanke kann die Sorgen der Märkte nicht zerstreuen.

EZB-Chef Jean-Claude Trichet und Fed-Chef Ben Bernanke verlieren das Vertrauen an den Märkten. dapd

EZB-Chef Jean-Claude Trichet und Fed-Chef Ben Bernanke verlieren das Vertrauen an den Märkten.

FrankfurtDie US-Notenbank (Fed) hält sich mit konkreten Hinweisen auf zusätzliche Konjunkturstützen zurück. Fed-Chef Ben Bernanke bekräftigte am Donnerstag zwar die Bereitschaft der Zentralbanker, der schwächelnden heimischen Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt auf die Sprünge zu helfen. Er nannte aber keine Details. Darüber zeigten sich Anleger an der Wall Street enttäuscht. Die Börsenbarometer in New York weiteren ihre Kursverluste aus. „An den Märkten wird befürchtet, dass die Fed die Probleme nur zur Kenntnis nimmt, ohne wirkliche Lösungen anzubieten“, sagte Marktanalyst Joseph Trevisani von FX Solutions.

Zuvor hatten schon den Aussagen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet den Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung unter die Marke von 1,40 US-Dollar gedrückt. Zuletzt notierte der Euro bei 1,3891 US-Dollar.

„Wir gehen davon aus, dass die Wirtschaft der Euro-Zone moderat wachsen wird angesichts der besonders hohen Unsicherheit und der zunehmenden Abwärtsrisiken“, sagte EZB-Präsident Jean-Claude Trichet. Dazu zählten die Turbulenzen an den Finanzmärkten, steigende Energiepreise sowie Protektionismus und globale Ungleichgewichte. Statt der im Juni erwarteten 1,9 Prozent werde die Wirtschaft in diesem Jahr voraussichtlich nur um 1,6 Prozent wachsen, sagten die EZB-Ökonomen am Donnerstag voraus. Für 2012 wurde die Prognose von 1,7 auf 1,3 Prozent gesenkt.

Trotz der schwächeren Konjunktur erwartet die EZB-Experten eine hohe Inflation in diesem Jahr. Sie rechnen weiter mit einer Teuerungsrate von 2,6 Prozent, die 2012 aber auf 1,7 Prozent nachgeben werde. Die EZB spricht nur bei Werten knapp unter zwei Prozent von stabilen Preisen.

Wegen steigende Inflationsrisiken hatten die Währungshüter ihren Leitzins in diesem Jahr zweimal angehoben - von 1,0 auf 1,5 Prozent. Wegen der wackligen Konjunktur gehen die meisten Analysten davon aus, dass die EZB von einer weiteren Straffung der Geldpolitik absehen. Einige rechnen sogar mit einer Zinssenkung, mit der die Konjunktur angeschoben werden kann.

Gold, das bei Anlegern als "sicherer Hafen" gilt, zeigte sich erholt. Der Preis für das Edelmetall kletterte um 2,5 Prozent auf 1.860 Euro.

Kommentare (6)

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claimer

08.09.2011, 21:33 Uhr

"Gold, das bei Anlegern als "sicherer Hafen" gilt, zeigte sich erholt. Der Preis für das Edelmetall kletterte um 2,5 Prozent auf 1.860 Euro."

Ist es schon so weit, dass der Euro mit dem Dollar auf Parität gefallen ist?!?

khildner

08.09.2011, 21:57 Uhr

1860 EUR pro Unze ist Systemende

goldig

08.09.2011, 22:01 Uhr

"Der Preis für das Edelmetall kletterte um 2,5 Prozent auf 1.860 Euro"

Euro???

Was für ein Sprung...

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