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22.02.2016

13:10 Uhr

Devisen und die Briten

Brexit-Sorgen schlagen das Pfund nieder

Großbritanniens Premier einigt sich auf ein Reformpaket mit der EU. Dennoch unterstützt Londons Bürgermeister den Brexit. Ausgang des Referendums: unklar. Das Pfund stürzt an einem Tag so tief wie zuletzt 2009.

Knockt Londons Bürgermeister die Hoffnungen auf einen Verbleib Großbritanniens in der EU aus? AFP; Files; Francois Guillot

Boris Johnson

Knockt Londons Bürgermeister die Hoffnungen auf einen Verbleib Großbritanniens in der EU aus?

FrankfurtLange hat er sich mit seiner Entscheidung Zeit gelassen. Nun hat er es verkündet: Londons Bürgermeister, Boris Johnson, wird das Lager der Brexit-Befürworter unterstützen. Johnson gilt als einflussreicher Politiker und möglicher Nachfolger von Premier David Cameron. Marktbeobachter glauben ebenso wie Anleger, dass seine Entscheidung das Austreten Großbritanniens aus der EU wahrscheinlicher machen.

Die Konsequenzen zeigen sich auf dem Währungsmarkt. Brexit-Spekulationen haben das Pfund zu Wochenbeginn ins Straucheln gebracht. Die Währung des Vereinigten Königsreichs verzeichnet die größten Tagesverluste seit 2009. In der Spitze verlor die Währung mehr als 2 Prozent auf 1,4098 Dollar. Die Ungewissheit wegen des Ausgangs des Referendums dürfte weiter auf dem Pfund lasten, sagte Elias Haddad, Stratege bei der Commonwealth Bank.

Der Ausgang des britischen EU-Referendums ist nach Einschätzung des Politologen Professor Iain Begg völlig offen. „Das ist eine Frage, die gegenwärtig unmöglich zu beantworten ist“, sagte Beggs der Deutschen Presse-Agentur. Zwar habe der britische Premier David Cameron vom EU-Gipfel „mehr Zugeständnisse nach Hause gebracht, als er erwarten konnte“. „Doch selbst wenn Cameron noch mehr erreicht hätte, wäre eine Zustimmung beim Referendum nicht garantiert“, sagte Begg, der an der renommierten London School of Economics lehrt.

Großbritanniens Premier David Cameron, der die Bürger am 23. Juni in einem Volksentscheid abstimmen lassen will, hatte zuvor um die Stimme Johnsons geworben. Seinen Ministern hatte der Premier freigestellt, sich auf die eine oder andere Seite zu schlagen. Sechs Minister, darunter Justizminister Michael Gove, erklärten daraufhin, sich für einen Brexit einzusetzen. Cameron und die übrigen Staats- und Regierungschefs der EU hatten sich am Freitagabend nach 18-stündigen Verhandlungen in Brüssel auf ein Reformpaket verständigt, mit dem ein Brexit verhindert werden soll.

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Der Euro hat am Montag hingegen wenig verändert notiert. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1113 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagmittag auf 1,1096 (Donnerstag: 1,1084) Dollar festgesetzt.

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David Cameron hat im Streit mit der EU einen Durchbruch erzielt. Den Londoner Bürgermeister Boris Johnson lassen die Zugeständnisse aus Brüssel kalt. Er kämpft für den EU-Austritt der Briten. Und drückt damit das Pfund.

Die Anleger hielten sich vor der Veröffentlichung wichtiger Konjunkturdaten aus der Eurozone vorerst zurück, hieß es aus dem Handel. Auf dem Programm stehen am Vormittag Stimmungsdaten aus den Chefetagen von deutschen und französischen Unternehmen.

„Über allen Stimmungsbarometern schwebt der ungewöhnlich schwache Jahresauftakt an den Weltbörsen“, sagte Experte Ralf Umlauf von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Es dürfte daher zu Rückschlägen bei den Indikatoren kommen, die dann den Euro belasten könnten.

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