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11.01.2017

12:54 Uhr

Devisen und Trump

Peso am Boden

Die anstehende Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Donald Trump lässt den mexikanischen Peso auf ein neues Allzeittief fallen. Doch es ist nicht die einzige Währung, die derzeit extrem schwach ist.

Die mexikanische Währung reagiert besonders stark auf die Entwicklungen in den USA. Reuters, Sascha Rheker

Mexikanischer Peso stürzt ab

Die mexikanische Währung reagiert besonders stark auf die Entwicklungen in den USA.

FrankfurtDie mexikanische Währung Peso ist vor der Pressekonferenz des künftigen US-Präsidenten Donald Trump auf ein Rekordtief abgestürzt. In der Nacht war ein Dollar zwischenzeitlich bis zu 21,8471 Peso wert. Wegen der hohen Abhängigkeit Mexikos vom Handel mit den USA reagiert der Peso besonders stark auf die politischen Entwicklungen im nördlichen Nachbarland. Seit dem Wahlsieg Trumps im November hat der Peso circa 19 Prozent an Wert eingebüßt.

Mit Spannung wird unter anderem erwartet, inwieweit Trump Signale zur künftigen Handelspolitik geben wird. Der Republikaner setzt auf wirtschaftliche Abschottung, er stellt das Nordamerikanische Freihandelsabkommen (Nafta) infrage und er will Strafzölle auf mexikanische Waren erheben. Unklar ist bislang, was von seinen Plänen in welcher Härte er tatsächlich umsetzen will und kann.

Neben der anstehenden Pressekonferenz in den USA haben laut Händlern auch am Vortag veröffentlichte Zahlen zur Peso-Schwäche beigetragen, denen zufolge Mexikos Zentralbank in der vergangenen Woche 1,82 Milliarden Dollar ihrer Währungsreserven verkauft hat, um den Peso zu stützen. Einen deutlichen Absturz der Währung hatte sie damit nicht verhindern können.

Devisen: Turbulenter Handel mit der türkischen Lira

Devisen

Turbulenter Handel mit der türkischen Lira

Die türkische Währung setzt ihre Talfahrt weiter fort und rutscht auf einen neuen Tiefstand. Nach Expertenmeinung deuten alle relevanten Daten auf einen weiteren Abwertungstrend der Lira hin.

„Auch wenn die Währung als deutlich unterbewertet einzuschätzen ist, bestehen kurzfristig aufgrund der unklaren US-Handelspolitik noch erhebliche Abwärtsrisiken, die von der Interventionsbereitschaft der Notenbank allenfalls gedämpft werden dürften“, schrieb DZ-Bank-Analyst Stefan Grothaus in einer Studie Anfang des Jahres, als der Peso bereits auf einem ähnlichen Niveau notierte. Der Devisenexperte sieht angesichts der gestiegenen Inflationserwartungen für die mexikanische Notenbank ein schwierigeres Umfeld, das wohl weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr erfordern wird.

Mittlerweile sehen Experten aber auch, dass die Politik von Trump Vorteile für Mexiko bringen dürfte. So leide die internationale Wettbewerbsfähigkeit der US-Exporte schon jetzt unter dem starken US-Dollar, weitere Erfolg von Trumponomics dürften den Greenback weiter stärken. „Und davon könnte ausgerechnet Mexiko profitieren, da es als Produktionsstandort attraktiver wird“, schreiben die Währungsexperten der Commerzbank. Denn gerade der Peso habe unter Trumps Wahl zum US Präsidenten gelitten, wodurch es jedoch noch günstiger werde, in Mexiko zu produzieren.

Auch eine andere Währung ist auf ein Rekordtief gefallen: Die türkische Lira. Allein am Mittwochmorgen sackte die Währung um über 2,5 Prozent ab. Ein Dollar kostete bis zu 3,8951 Lira. Auch zum Euro ist die Lira so schwach wie nie zuvor. Inzwischen müssen Händler für einen Euro über 4 Lira hinblättern. Seit geraumer Zeit ist die türkische Währung vor allem wegen Terroranschlägen und der politischen Unsicherheit unter Druck. Anleger ziehen ihr Geld aus der Türkei ab. Seit dem gescheiterten Putschversuch im Juli 2016 hat die Lira im Verhältnis zum Dollar rund 33 Prozent ihres Wertes verloren.

Welche politischen Stolperfallen Anlegern 2017 drohen

Aktien

Von Reuters befragte Analysten sehen den Dax im Schnitt bis Ende 2017 bei rund 11.470 Punkten. Das wäre in etwa auf dem Niveau vom Jahresende 2016 "Die Dividendenrendite ist im Vergleich zu den Anleihe-Renditen weiterhin so hoch wie seit Jahrzehnten nicht. Das Gewinnwachstum der Unternehmen ist in Ordnung", sagt Lars Thörs, Aktien-Chef der Fondsgesellschaft Danske Capital. Gertrud Traud, Chef-Volkswirtin der Helaba, verweist auf einen weiteren Aspekt: „Angesichts weiterhin extrem günstiger Finanzierungsbedingungen dürften Unternehmen auf das bislang nur verhalten eingesetzte Instrument der Aktienrückkaufe zurückgreifen.“

Über weite Strecken kam der Dax 2016 kaum vom Fleck. Das Plus von knapp sieben Prozent seit Jahresbeginn geht zum größten Teil auf die Kursentwicklung im Dezember. Anfang des Monats übersprang der Dax die 11.000er Marke.

Als großen Risikofaktor für die Aktienmärkte sehen Börsianer die Wahlen in Deutschland, Frankreich den Niederlanden und möglicherweise auch in Italien. „Die Welle der populistischen Ergebnisse ist für Europa 2017 eine große Bedrohung“, sagt Craig Erlam, Marktanalyst des Brokerhauses Oanda. Ein zunehmender Nationalismus könnte der Anfang vom Ende der Euro-Zone sein.

Anleihen

An den Rentenmärkten werde es 2017 kaum etwas zu verdienen geben, ist sich Lars Edler, Co-Chefanleger des Bankhauses Sal. Oppenheim sicher. „Bei zehnjährigen Bundesanleihen gehen wir von einer negativen Gesamtrendite von etwa einem Prozent aus.“ Wenig besser dürfte es Anlegern mit US-Staatsanleihen ergehen: Hier sei eine Nullrendite zu erwarten. Die Ökonomen der Rabobank geben sich ähnlich skeptisch: „Wir sind nicht davon überzeugt, dass Donald Trumps Politik der Wirtschaft nachhaltigen Schub verleiht.“ Mögliche politische Spannungen könnten zudem die Attraktivität deutscher und US-Bonds als relativ sichere Anlagen erhöhen und damit die Renditen drücken.

Wegen der politischen und wirtschaftlichen Turbulenzen liegt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen derzeit mit rund 0,3 Prozent etwa halb so hoch wie zu Jahresbeginn. Ihre US-Pendants rentieren mit knapp 2,3 Prozent zwar höher als Anfang 2016. Jenseits des Atlantik erwarten Börsianer aber auch eine Serie von Zinserhöhungen durch die Notenbank Fed. Staatsanleihen sind seit Jahren für Investoren ein schlechtes Geschäft, da die großen Notenbanken diese Papiere in großem Stil aufkaufen. Damit sollen die Finanzierungskosten für Staaten niedrig gehalten und die Konjunktur angekurbelt werden.

Devisen

Wegen der unterschiedlichen Geldpolitik dies- und jenseits des Atlantik ist der Euro den Analysten der Vermögensverwaltungstochter der Deutschen Bank zufolge 2017 auf dem Weg zur Parität. Aktuell notiert die Gemeinschaftswährung bei Kursen um die 1,04 Dollar - rund vier US-Cent weniger als Anfang Januar. Die Experten der Rabobank sagen dagegen ein Ende des Dollar -Höhenfluges voraus. Der konjunktur- und damit inflations- und zinstreibende Effekt höherer Infrastruktur-Investitionen in den USA werde voraussichtlich durch eine restriktivere Handelspolitik zunichte gemacht.

Die Talfahrt des chinesischen Yuan wird dem Commerzbank-Analysten Peter Kinsella zufolge weitergehen. „Der Yuan gilt zwar als künstlich billig, doch ist er die mit Abstand teuerste Schwellenländer-Währung.“ Um Börsenturbulenzen zu vermeiden, werde China seine Valuta aber nur behutsam abwerten. Kinsella sieht den Dollar Ende kommenden Jahres bei 7,15 Yuan. In den vergangenen Monaten kletterte er um rund sechs Prozent auf etwa 6,90 Yuan. Anfang 2016 hatte eine rasche Abwertung der chinesischen Währung ein weltweites Börsenbeben ausgelöst.

Erdöl

Im Januar treten die niedrigeren Förderquoten für die Opec-Staaten in Kraft. Viel hängt davon ab, ob sich die Mitglieder des Export-Kartells sowie Russland an die Vereinbarung halten. Viele Analysten rechnen für das erste Halbjahr mit Preisen um 55 Dollar je Fass (159 Liter). Danach werden die Preise der US-Bank Goldman Sachs zufolge aber fallen. Denn geringere Exporte der Opec und Russlands ließen Raum für Konkurrenten wie die US-Schieferölindustrie.

Dank der geplanten Kürzung der Fördermengen durch die großen Exportländer verteuerte sich die Ölsorte Brent aus der Nordsee binnen Jahresfrist um etwa die Hälfte auf 56 Dollar je Barrel (159 Liter).

Andere Rohstoffe

Auf Kursverluste müssten sich Anleger an den Metallbörsen einstellen, sagt Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg. Zwar steige durch die geplanten Infrastruktur-Investitionen in den USA und China die Nachfrage, gleichzeitig wachse aber auch das Angebot. Außerdem sei die Rally nach der US-Präsidentschaftswahl überzogen gewesen. Weinberg sieht den Kupfer -Preis bis Ende 2017 bei rund 5600 Dollar je Tonne. Seit September ist der Preis für das wichtige Industriemetall um ein Fünftel auf rund 5538 Dollar gestiegen.

Die Nachfrage nach der „Anti-Krisen-Währung“ Gold wird Analysten zufolge wegen der politischen Unwägbarkeiten anhalten. Die Experten der Commerzbank rechnen damit, dass der Preis für eine Feinunze Gold bis Ende 2017 auf rund 1300 Dollar von derzeit etwa 1150 steigt. 2016 verteuerte sich das Edelmetall um rund zehn Prozent.

Die türkische Notenbank scheint machtlos. Zwar habe sie zuletzt am Devisenmarkt eingegriffen, um das Angebot an Dollar zu erhöhen, kommentiert Tatha Ghose, Experte bei der Commerzbank. Dies sei aber weder das richtige Mittel noch reiche es aus. Auf die Dauer werde die Notenbank um Zinserhöhungen nicht herum kommen. „Gegenwärtig müssen wir bis zur nächsten Zentralbanktagung in diesem Monat warten – es sei denn, die Dinge geraten weiter außer Kontrolle.

Der Kurs des Euro hat sich am Mittwoch kaum bewegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,0559 US-Dollar und damit geringfügig mehr als in der Nacht. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstag auf 1,0567 (Montag: 1,0516) US-Dollar festgesetzt. Im weiteren Tagesverlauf werden sich die Blicke vor allem auf die erste Pressekonferenz seit den US-Wahlen mit dem künftigen Präsidenten Donald Trump richten.

Kommentare (3)

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11.01.2017, 13:29 Uhr

Die Währungen sind deswegen so schwach, weil der Dollar und damit die US Wirtschaft in diesen Jahr stärker wachsen wird. Trump bringt das CO2 freie Demokraten Umweltministerium zum Fallen und damit befreit er die Volkswirtschaft der USA von den Fesseln einer asozialen Umweltbehörde. Eine Grün-Demokratische CO2 freie Energiewende Politik die auf Kosten des Wohlstand und der Arbeitsplätze (Industrie und Wirtschatt) ihren eigenen CO2 freien Profit und Machtanspruch durchgesetzt hat. Trump steht für Aufbruch und Wohstand und damit für ein starkes Amerika und damit für eine Starke Wirtschaft und Währung.
Das lässt natürlich andere Länder (Währungen) in der Welt dumm aus der Wäsche schauen.
Vor allen, wenn diese auch noch an den Dollar gebunden sind.

Account gelöscht!

11.01.2017, 16:05 Uhr

Herr Mark Hoffmann11.01.2017, 15:09 Uhr
Es langt schon, wenn wir mit der Grün-Sozialistischen Merkel wieder in einen grün-linken"Nazi-Deutschland" wieder angekommen sind.

Account gelöscht!

11.01.2017, 16:20 Uhr

Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. http://www.handelsblatt.com/netiquette 

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