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22.07.2013

09:11 Uhr

Devisen

Yen verliert nach Abes Wahlsieg an Wert

Nach dem Sieg von Japans Präsident Shinzo Abe verliert der Yen an Wert. Grund dafür ist die Fortführung der von Abe angestoßenen Geldpolitik. Der Dollar legt zu, der Euro notiert ebenfalls einen höheren Wert.

Analysten erwarten keine allzu großen Ausschläge des Yen. Der Markt hat den Wahlausgang bereits erwartet. dpa

Analysten erwarten keine allzu großen Ausschläge des Yen. Der Markt hat den Wahlausgang bereits erwartet.

SydneyDie deutliche Mehrheit für Japans Ministerpräsident Shinzo Abe im Oberhaus hat den Yen am Montag auf Berg- und Talfahrt geschickt. Der Dollar stieg auf der Handelsplattform EBS zunächst auf 101,05 Yen, fiel dann aber wieder auf 99,60 Yen zurück. Das Ergebnis sei erwartet worden, daher nähmen Anleger Gewinne mit, erklärten Händler. Aufgrund der klaren Mehrheit ist es erstmals seit sechs Jahren möglich, die politische Blockade in Japan zu lösen. Bislang wurde den wechselnden Premiers durch unterschiedliche Mehrheitsverhältnisse in Repräsentanten- und Oberhaus das Regieren schwergemacht. "Jetzt, wo die Wahlen vorbei sind, sollte Stabilität in die japanische Politik einkehren", sagte Tohru Sasaki von JPMorgan Chase Bank in Tokio. "Damit sollte es Abe leichter haben, sein Reformprogramm durchzusetzen."

Der Ministerpräsident hat die Notenbank bereits zu einer beispiellosen Geldschwemme veranlasst. Neben den Ausgabenprogrammen soll nun auch mit den vom Internationalen Währungsfonds (IWF) angemahnten Strukturreformen die Wachstumsschwäche Japans überwunden werden. Beobachter fürchten angesichts der komfortablen Mehrheit aber auch, dass Abe schwierige wirtschaftliche Reformen aus den Augen verlieren und sich mit einer breiten Mehrheit im Kreuz zu gewagten nationalen Gesten hinreißen lassen könnte.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Der Euro hat zu Wochenbeginn etwas Oberwasser: Die Gemeinschaftswährung notierte bei 1,3153 Dollar nach 1,3139 Dollar im New Yorker Schlussgeschäft vom Freitag. Die Experten der Commerzbank rechneten aber nicht mit großen "Euro-positiven Impulsen" in dieser Woche, da die Stimmung in der Euro-Zone generell noch etwas gedrückt bleiben dürfte. Der Blick auf die Aktien- oder Anleihemärkte dürfte auch nicht weiterhelfen, "denn die anstehende Berichtssaison für das 2. Quartal sollte in Deutschland eher durchwachsen verlaufen und der Dax seitwärts tendieren", schrieb Commerzbank-Analystin Antje Praefcke.

Von

rtr

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