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16.04.2012

12:31 Uhr

Devisen

Yuan sinkt nach Chinas Lockerung

Weil China seine Währungspolitik gelockert hat, ist der Yuan am Montag gefallen. Ein Dollar verteuerte sich auf bis zu 6,325 Yuan, das sind 0,5 Prozent mehr als das von der PBoC festgelegte Fixing.

Der Yuan hat nach dem Kurswechsel Chinas an Wert eingebüßt. Reuters

Der Yuan hat nach dem Kurswechsel Chinas an Wert eingebüßt.

Frankfurt, ShanghaiNach der Lockerung der chinesischen Währungspolitik ist der Yuan am Montag auf Talfahrt gegangen. Er reizte die erweiterte Handelsspanne allerdings nicht aus. Ein Dollar verteuerte sich auf bis zu 6,325 Yuan und lag damit 0,5 Prozent über dem von der People's Bank of China (PBoC) festgelegten Fixing von 6,296 Yuan. Die chinesische Zentralbank erlaubt seit Montag eine Abweichung von bis zu einem Prozent vom täglich vorgegebenen Wechselkurs. Bislang durfte die Währung lediglich ein halbes Prozent steigen oder fallen. Europäer und USA hoffen darauf, dass der Yuan aufwertet und damit die kritisierte künstliche Vergünstigung chinesischer Produkte auf dem Weltmarkt nachlässt.

Experten zufolge hat die Abwertung am ersten Tag der neuen Handelsspanne mehr mit den jüngsten Wachstumszahlen der zweitgrößten Volkswirtschaft denn mit ihrer Währungspolitik zu tun. „Die Entscheidung der Notenbank hat keinen unmittelbaren Einfluss auf den Wechselkurs“, betonte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Dieser leide eher unter den schwächeren Konjunkturaussichten. Ein chinesischer Devisenhändler verwies zudem auf die allgemeine Aufwertung der US-Währung. Der Dollar-Index legte am Montag 0,3 Prozent zu. Mittelfristig würden die täglichen Kursschwankungen sicher zunehmen, sagte ein anderer Börsianer. An der Markteinschätzung, dass der Yuan im Jahresverlauf um zwei bis drei Prozent aufwerten werde, ändere sich allerdings nichts.

Commerzbank-Experte Karpowitz sieht die Regierung in Peking mit der jüngsten Lockerung auf dem Weg zu einer völligen Freigabe der Wechselkurse. Ein chinesischer Börsianer warnte aber vor überzogenen Erwartungen. „Auch nach der Ausweitung der Handelsspanne liegt die Kontrolle noch in der Hand der Zentralbank“, betonte er. Qu Hongbin, Co-Chefvolkswirt für Asien bei der HSBC, sagte weitere flankierende Reformen der Regierung in Peking voraus. Hierzu gehöre die Liberalisierung der chinesischen Anleihe-Märkte und des Finanzsektors.

Ein japanischer Regierungsvertreter begrüßte den Schritt der PBoC. Dieser trage zur Preisstabilität in China bei und stärke die dortige Inlandsnachfrage. Außerdem stehe er im Einklang mit der geplanten engeren finanziellen Kooperation. Japan und China hatten sich im Dezember unter anderem auf eine verstärkte Abrechnung von gegenseitigen Im- und Exporten in Yuan und japanischen Yen geeinigt. Außerdem will Japan verstärkt chinesische Staatsanleihen kaufen.

Von

rtr

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