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07.05.2013

17:11 Uhr

Devisenbericht

Euro profitiert von Konjunkturdaten

Die deutsche Industrie hat im März stärker zugelegt als Experten erwartet hatten. Daraufhin legte die Gemeinschaftswährung zu. Nach Daten vom US-Arbeitsmarkt änderte sich das allerdings auch wieder.

Eine Euro-Münze in einer Zange. dpa

Eine Euro-Münze in einer Zange.

FrankfurtDer Euro hat am Dienstag von überraschend positiven Konjunkturdaten aus Deutschland profitiert. Die Gemeinschaftswährung kletterte im Tageshoch bis auf 1,3132 US-Dollar. Am Nachmittag baute sie jedoch wieder deutlich ab und notierte zuletzt bei 1,3080 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf unverändert 1,3107 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit unverändert 0,7630 Euro.

Die deutsche Industrie hatte im März abermals einen kräftigen Auftragszuwachs verbucht, wie neue Zahlen des Wirtschaftsministeriums zeigen. Bemerkenswert war laut Ökonomen die starke Nachfrage aus der Eurozone. „Die aktuellen Auftragsdaten machen damit Hoffnung, dass nicht nur die deutsche Industrie aus ihrem Tal herausfindet, sondern dass auch der Euroraum an der Schwelle einer konjunkturellen Belebung stehen könnte“, schreibt Postbank-Volkswirt Heinrich Bayer.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Im weiteren Handelsverlauf büßte die europäische Gemeinschaftswährung ihre Kursgewinne jedoch größtenteils wieder ein. Grund waren laut Händlern neue Daten vom US-Arbeitsmarkt, die dem Dollar Kursauftrieb gaben. In der weltgrößten Volkswirtschaft hatte sich das Angebot an offenen Stellen im März auf einem höherem Niveau behauptet, als von Volkswirten erwartet worden war.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,84420 (0,84310) britische Pfund, 129,98 (130,18) japanische Yen und 1,2333 (1,2280) Schweizer Franken fest. Die Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London mit 1444,25 (Freitag: 1469,25) Dollar gefixt. Ein Kilogramm Gold kostete 34 970,00 (Vortag: 35 410,00) Euro.

Von

dpa

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