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02.04.2013

13:54 Uhr

Devisenbericht

Yen macht zum Dollar Boden gut

Der US-Dollar ist am Dienstag auf den tiefsten Stand seit einem Monat gefallen. Grund seien enttäuschende Daten aus der US-Industrie, so Analysten. Doch sie sehen auch den Yen wieder unter die Räder geraten.

Banknoten in den Währungen US-Dollar und Yen. Reuters

Banknoten in den Währungen US-Dollar und Yen.

FrankfurtMit Enttäuschung aufgenommene Konjunkturdaten aus den USA haben den Yen zum Dollar auf ein Ein-Monats-Hoch getrieben. Die US-Währung fiel am Dienstag auf 92,54 Yen zurück, den tiefsten Stand seit dem 1. März. Am Freitag hatte sie noch bei 94,19 Yen notiert.

Die US-Industrie hat laut Daten vom Montag im März überraschend an Schwung verloren. Analysten gehen allerdings davon aus, dass der Yen wieder unter die Räder geraten dürfte, sobald die japanische Notenbank (BoJ) ihren aggressiven geldpolitischen Kurs noch einmal ausweitet. Viele Investoren gehen davon aus, dass Notenbankchef Haruhiko Kuroda mit unbegrenzten Anleihe-Käufen die Notenpresse noch schneller rotieren lassen will als bisher. Am Mittwoch treffen sich die Vertreter der Notenbank zu ihrer zweitägigen Sitzung, um unter anderem darüber zu diskutieren.

Konjunkturindikatoren

ifo-Index

Der international beachtete Index basiert auf einer Befragung von etwa 7000 Unternehmen aus Bau, Einzelhandel und Industrie. In einem Fragebogen beurteilen sie ihre gegenwärtige Geschäftslage sowie die Erwartungen für die Zukunft. Beide werden im Geschäftsklima zusammengefasst. Der Index ergibt sich aus dem Saldo der Antworten gut und schlecht.

ZEW-Konjunkturerwartungen

Der vom Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) herausgegebene Index beruht auf der Befragung von 350 Analysten und Finanzmarktexperten. Sie geben dabei ihre Einschätzung über die künftige Wirtschaftsentwicklung ab. Der Index zur mittelfristigen Konjunkturentwicklung ergibt sich aus der Differenz der positiven und negativen Erwartungen über die künftige Wirtschaftsentwicklung. Er wird zur Monatsmitte erhoben.

Einkaufsmanagerindex

Wird von der britischen Forschergruppe Markit erhoben. Er beruht für Deutschland auf Umfragen unter Einkaufsmanagern von 500 repräsentativ ausgewählten deutschen Industrieunternehmen. Bestandteile des Index sind Auftragseingänge, Preise und Beschäftigung. Der Index hat einen relativ kurzen Vorlauf gegenüber der Produktion.

Baltic Dry Index (BDI)

Der BDI ist ein Preisindex für die Verschiffungskosten wichtiger Rohstoffe wie Stahl, Eisenerz, Kohle und Getreide auf Standardrouten. Er wird durch das Angebot an frei stehendem Schiffsladeraum und die Hafenkapazitäten beeinflusst. Da Rohstoffe als Vorprodukte am Anfang der Wertschöpfungskette stehen, ist der BDI ein guter Frühindikator für die Weltkonjunktur.

GfK-Konsumklima

Der GfK-Konsumklimaindex soll die Konsumneigung der Privathaushalte abbilden. Hierfür befragt das Institut monatlich 2000 repräsentativ ausgewählte Personen über ihr Anschaffungs- und Sparneigung auf Sicht von 12 Monaten sowie über ihre Erwartungen zur Gesamtwirtschaftlichen Situation.

Geldmenge M1

Das Geldmengenaggregat M1 umfasst den Bargeldumlauf und Sichteinlagen (jederzeit verfügbare Einlagen, zum Beispiel auf Girokonten). Sie ist ein Indikator für die Transaktionshäufigkeit in einer Volkswirtschaft. Steigt die Geldmenge M1, so wird in der Regel auch mehr gekauft.

Wenn die Notenbanker allerdings nicht liefern sollten, was der Devisenmarkt eingepreist habe, "dürften einige Marktteilnehmer befürchten, dass es so ausgeht wie bislang immer in Japan: Die Fiskal- und Geldpolitik bleiben zu unentschlossen und zu zögerlich, um wirklich eine Reflationierung bewirken zu können", schreibt Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann in einem Kommentar. "Dann hätte sich die Yen-Schwäche der letzen Monate, die eine deutlich expansivere BoJ vorwegnimmt, als Fehleinschätzung erwiesen."

Von

rtr

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