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29.01.2015

16:54 Uhr

Devisenbroker

FXCM gleicht Kundenkonten aus

Mit Devisenwetten sind nach der Entkoppelung des Franken vom Euro auch beim Broker FXCM viele Kunden in die Miesen geraten. Für Anleger, die dort kleinere Beträge investiert haben, gibt es gute Nachrichten.

Zwischenzeitlich lag das Tauschverhältnis bei 1:1. dpa

Zwischenzeitlich lag das Tauschverhältnis bei 1:1.

New YorkDie plötzliche Entkopplung des Schweizer Franken vom Euro war für viele Devisenanleger ein Schock. Auch Kunden des Brokerhauses FXCM haben auf ihren Konten Negativsalden verbucht. FXCM gab nun jedoch bekannt, dass der Betrag für 90 Prozent der Kunden erlassen werde. FXCM werde die entsprechenden Kunden direkt benachrichtigen und die Kundenkonten in den nächsten 24 bis 48 Stunden ausgleichen, hieß es in einer Meldung am späten Mittwochabend.

Profitieren sollen davon Kunden, die kleinere Wetten abgeschlossen hatten. Institutionelle Kunden sowie sehr vermögende und erfahrene Händler, die in der Regel höhere Kontostände aufweisen, würden jedoch benachrichtigt und müssten ihre negativen Salden ausgleichen. Diese Gruppe stelle etwa zehn Prozent der Kunden mit negativen Salden dar, die mehr als 60 Prozent der Gesamtnegativsalden umfassten.

„FXCM hat hart daran gearbeitet, zu dieser Entscheidung zu kommen und wir sind sehr dankbar für die Geduld und Loyalität unserer Kunden, während wir an dieser Lösung gearbeitet haben“, sagte FXCM-Chef Drew Niv.
FXCM ist der größte Devisenhändler in den USA und hat nach der Entscheidung der Schweizer Zentralbank am 15. Januar mehr als 200 Millionen Dollar verloren. Dank eines Rettungspakets in Höhe von 300 Millionen Dollar von der Beteiligungsgesellschaft Leucadia National konnte der Broker weiterhin seine Kapitalanforderungen erfüllen.

Weniger glimpflich war es etwa für den britischen Devisen-Broker Alpari verlaufen. Das Unternehmen hatte gleich am 16. Januar Insolvenz angemeldet. Die Bewegung des Schweizer Franken, die auf die Entscheidung der Schweizer Notenbank folgte, habe zu „einer außergewöhnlichen Volatilität und einem extremen Mangel an Liquidität“ geführt, erklärte der Broker.

Der Euro im Vergleich zu anderen Währungen 2014

Dollar

-11,47 Prozent

Der Euro hat gegenüber dem Dollar deutlich an Boden verloren. Die Wirtschaft der USA brummt und hängt die Konjunktur der Euro-Zone deutlich ab.

Yen

+ 1,26 Prozent

Gegenüber dem Yen hat der Euro zugelegt. Die Bank of Japan flutet den Markt derzeit mit Geld, um die eigene Währung zu schwächen und die Wirtschaft anzukurbeln.

Pfund

- 5,77 Prozent

Brasilianischer Real

- 0,09 Prozent

Australischer Dollar

- 3,44 Prozent

Kanadischer Dollar

- 3,33 Prozent

Norwegische Krone

+ 8,94 Prozent

Schwedische Krone

+ 7,18 Prozent

Schweizer Franken

- 1,95 Prozent

Türkische Lira

- 4,2 Prozent

Rubel

+ 49,47 Prozent

Quelle: Bloomberg

In der Folge hätten die meisten der Kunden Verluste erlitten, die ihre Kontostände überstiegen. Wenn ein Kunde diesen Verlust nicht abdecken könne, „wird er an uns weitergegeben“, heißt es in der Mitteilung. Das zwinge Alpari (UK) Limited dazu, in die Insolvenz zu gehen.

Nach der Abschaffung des Mindestkurses hatte der Franken zum Euro stark aufgewertet. Ein Euro kostete zwischenzeitlich weniger als einen Franken. Zuvor hatte die Notenbank drei Jahre lang einen Mindestkurs für den Euro von 1,20 Franken durchgesetzt.

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