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15.03.2006

14:25 Uhr

Devisenhandel

Comeback der schwedischen Krone verzögert sich

VonHelmut Steuer

Die schwedische Krone zählte noch vor wenigen Wochen zu den Favoriten bei Devisenhändlern. Rekordniedrige Leitzinsen von nur 1,5 Prozent schürten bei ihnen Zinshoffnungen. Mittlerweile ist jedoch nach zwei kleinen Leitzinserhöhungen von insgesamt 0,50 Prozentpunkten Ernüchterung eingekehrt. Die Krone dümpelt erneut bei rund 9,38 für einen Euro.

STOCKHOLM. „Tatsächlich galt die schwedische Währung noch Anfang des Jahres als ‚Best buy’, doch nun ist die Luft wieder draußen“, bestätigt Markus Hallberg, Analyst bei Nordea Markets in Stockholm. Er ist sich nicht mehr sicher, ob die schwedische Zentralbank wie bislang angenommen in diesem Jahr den Leitzins noch zweimal anheben wird. Wegen der sehr niedrigen Inflation von nur 0,6 Prozent könne es sein, dass der Zins nur noch einmal hochgesetzt wird.

„Es gibt viele Fragezeichen“, sagt Hallberg. Damit ist auch der weitere Kursverlauf der Krone unsicherer geworden. Bei der schwedischen Handelsbanken rechnet Analyst Mats Kinnvall kurzfristig sogar mit einer neuen Schwächung. Nordea-Experte Hallberg geht „auf längere Sicht“ von einer Stärkung der Krone aus. „In drei Monaten schätzen wir den Kurs auf 9,35 Kronen für einen Euro“, sagt er. In sechs Monaten werde der Euro nur noch 9,30 und in einem Jahr 9,10 Kronen wert sein. „Auf lange Sicht ist es eine gute Investition“, meint Hallberg.„Doch wenn die Juni-Erhöhung ausfällt, werden wir unsere Prognose ändern müssen.“

Auch bei der dänischen Danske Bank ist man vorsichtig geworden. „Wir gingen bei unserer positiven Kronen-Bewertung davon aus, dass der Zinsunterschied zwischen Schweden und der Euro-Zone kleiner werden würde. Wird er das nicht, glaube ich nicht, dass die Krone gegenüber dem Euro zulegen wird“, sagt Analyst Stefan Mellin.

Das erhoffte Comeback der Krone ist bisher ausgeblieben, weil die Inflation unerwartet niedrig liegt und daher Zinserhöhungen unwahrscheinlicher werden. Die Zentralbank verfolgt das Ziel, die Inflation über einen Konjunkturzyklus bei rund zwei Prozent zu halten. Dass sie angesichts der deutlich niedrigeren Inflation überhaupt die Zinsen angehoben hat, handelte ihr Kritik ein. Doch der neue Zentralbankchef Stefan Ingves begründete den Schritt mit der Furcht vor einer Immobilienblase.

Kronen-Anleger müssen sich weiter in Geduld üben. Schon 2005 war nicht das Jahr der schwedischen Krone. Die schwedische Währung gehörte zu den absoluten Verlierern im internationalen Devisenhandel. Gegen den Euro verlor die Krone rund drei Prozent.

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