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05.07.2011

15:22 Uhr

Devisenhandel

Der Euro fällt unter 1,45 Euro

Der Euro kann die Marke von 1,45 Dollar nicht halten. Trotzdem erwartet man optimistisch die Leitzinserhöhung.

Euro-Banknoten. Quelle: dpa

Euro-Banknoten.

TokioVor wichtigen US-Konjunkturdaten im weiteren Wochenverlauf hat der Dollar am Dienstag etwas aufgeholt. So rutschte der Euro wieder unter 1,45 Dollar und notierte am frühen Nachmittag mit 1,4475 Dollar etwa einen halben US-Cent niedriger als am Vortag. Händler machten dafür vor allem Eindeckungen von Dollar-Positionen verantwortlich. „Das Geschäft ist recht dünn, neue Faktoren gibt es kaum“, erklärte ein Händler. Das Hauptaugenmerk der Anleger gilt diese Woche zum einen der Europäischen Zentralbank (EZB), die am Donnerstag über die Geldpolitik berät, sowie den monatlichen US-Arbeitsmarktdaten, die am Freitag veröffentlicht werden. Daneben schwebt weiter Griechenland wie ein Damoklesschwert über den Märkten.

„Die Unsicherheit über eine langfristige Lösung für die Probleme Griechenlands belastet den Euro“, erklärte Commerzbank-Analystin Antje Praefcke. Unterstützung bekam der Euro aber von der Erwartung, dass die EZB am Donnerstag den Leitzins in der Euro-Zone um 25 Basispunkte auf 1,5 Prozent anheben wird. Da in den USA die Zinsen nahe null Prozent liegen, wächst damit der Zinsvorteil für den Euro.

Steuererleichterungen für US-Unternehmen mit Auslandsgewinnen könnten dem Dollar längerfristig aber unter die Arme greifen, erwarten Händler. So wird in den USA diskutiert, Firmen, die Gelder in die USA zurückführen, geringer zu besteuern. Schon 2004 hatte ein solches Gesetz dem Dollar Rückhalt gegeben. Dagegen spreche allerdings die andauernde Unsicherheit über eine Anhebung der Schuldenobergrenze in den USA, warnten Analysten. Derzeit habe ein solches Gesetz vor diesem Hintergrund nur wenig Chancen auf Verabschiedung, schreiben die Analysten von JP Morgan.

Euro verliert zum Franken und der Schwedenkrone

Der Euro geriet auch zum Schweizer Franken unter Druck. Mit 1,2233 Franken notierte die Gemeinschaftswährung unter dem Vortagesniveau von 1,2328 Franken. Die siebte Zinserhöhung in Folge schob zudem den Kurs der schwedischen Krone an, so dass der Euro bis auf 9,0590 Kronen von 9,0970 Kronen am Vorabend rutschte. Die Riksbank hatte die Zinsen um einen Viertel-Prozentpunkt auf 2,0 Prozent angehoben. Weitere Zinserhöhungen im September seien wahrscheinlich, erklärten Analysten.

Am Rentenmarkt kristallisierte sich bis zum frühen Nachmittag keine klare Tendenz heraus. Der Bund-Future stieg um bis zu 28 Ticks auf 125,76 Punkte, bröckelte dann aber wieder auf das Vortagesniveau ab. Die griechischen Anleihen waren sowohl im zehn- als auch im zweijährigen Bereich wieder weniger gefragt, so dass die Risikoaufschläge für diese Anleihen wieder stiegen. Die Verhandlung des deutschen Beitrags zur Rettung Griechenlands vor dem Bundesverfassungsgericht spielte Händlern zufolge kaum eine Rolle. Ein Urteil wird erst im Herbst erwartet.

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