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27.03.2014

11:10 Uhr

Devisenhandel

Euro bleibt wegen EZB-Spekulationen unter Druck

Der Euro steht stark unter Druck, weil Bundesbank-Chef Jens Weidmann keine klare Haltung mehr zu Anleihekäufen zeigt. Die EZB ist offenbar mehr um die Preise besorgt, als erwartet – Gift für die Gemeinschaftswährung.

Das Gemeinschaftsprojekt Euro. Nach dem EU-Inflationsbericht klettert der Kurs nach oben. dpa

Das Gemeinschaftsprojekt Euro. Nach dem EU-Inflationsbericht klettert der Kurs nach oben.

Frankfurt/ TokioSpekulationen über eine Lockerung der Geldpolitik der EZB haben am Donnerstag den Euro belastet. Die Gemeinschaftswährung notierte im europäischen Geschäft mit 1,3755 Dollar etwa einen Viertel US-Cent unter dem New Yorker Vortagesschluss. Am Morgen stand die Gemeinschaftswährung noch bei 1,3783 US-Dollar, im fernöstlichen Frühhandel sogar noch bei 1,3787 US-Dollar, und wurde damit nahezu zum gleichen Kurs gehandelt wie am Vorabend.

Am Mittwochmittag hatte die Europäische Zentralbank (EZB) den Referenzkurs auf 1,3791 (Dienstag: 1,3789) Dollar festgesetzt. „Die Lockerungsspekulationen sind wieder da“, erklärte ein Börsianer. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hatte in dieser Woche massive Wertpapierkäufe durch die Europäische Zentralbank (EZB) nicht mehr kategorisch ausgeschlossen. Zugleich hatte EZB-Chef Mario Draghi erklärt, die Währungshüter seien zum Handeln bereit, sollte die Inflation weiter fallen. „Es sieht so aus, als bereite die Preisentwicklung der EZB mehr Sorgen als der Markt bisher angenommen hatte“, sagte ein Händler.

Durch Wertpapierkäufe im großen Stil könnte die EZB Experten zufolge die Geldmenge aufblähen und damit die Wirtschaft und die Teuerung ankurbeln. Am Montag werden die Daten zur Inflation in der Euro-Zone veröffentlicht. Analysten erwarten, dass sie im März mit 0,7 Prozent deutlich unter dem von der EZB erwarteten Niveau lag. Am kommenden Donnerstag tagt dann der EZB-Rat.

Zugleich scheint in den USA eine Zinswende nicht mehr weit zu sein, wovon der Dollar bislang kaum profitieren konnte. Es sei erstaunlich, wie wenig der Markt insgesamt darauf reagiere, dass in den USA immer öfter über Zinserhöhungen diskutiert wird, sagte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowittz. „In Bezug auf die EZB dominieren hingegen Diskussionen über weitere Maßnahmen zur Bekämpfung möglicher deflationärer Gefahren“, fügte Karpowittz hinzu. Die jeweilige Stoßrichtung der Diskussion spreche definitiv für niedrigere Euro-Kurse.

Ein Dollar kostete im Frühhandel 102,07 Yen. Der Schweizer Franken notierte bei 0,8848 Franken je Dollar und bei 1,2201 Franken je Euro.

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