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30.01.2009

16:47 Uhr

Devisenhandel

Euro fällt nach US-Daten weiter zurück

Die USA befinden sich neuesten Daten zufolge jetzt definitiv in der Rezession. Trotzdem zieht der Dollar zum Euro nach einem kurzen Rücksetzer weiter an. Am Markt herrscht die Meinung vor, dass die Euro-Zone den USA wirtschaftlich hinterherhinkt und das Schlimmste noch vor sich hat. Zudem lastet die drohenden Ratingherabstufung Irlands auf der Gemeinschaftswährung.

HB FRANKFURT. Nach Bekanntgabe weiterer US-Konjunkturdaten ist der Euro am Freitagnachmittag erneut unter Druck geraten. Er verbilligte sich auf 1,2810 Dollar, nachdem er zuvor bis auf knapp 1,29 Dollar geklettert war.

„Die Konjunkturdaten aus den USA haben trotz des insgesamt ernüchternden Bildes leicht positiv überrascht“, sagte Devisenexperte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). So sei die US-Wirtschaft im Schlussquartal 2008 nicht ganz so stark geschrumpft wie allgemein befürchtet.

Nach Angaben des US-Handelsministeriums war die Wirtschaftsleistung im vierten Quartal annualisiert um 3,8 Prozent zurückgegangen und damit so stark wie seit 27 Jahren nicht mehr. Volkswirte hatten aber ein noch größeres Minus erwartet. Auf das Jahr hochgerechnet wurde mit einer Rate von minus 5,4 Prozent gerechnet.

"Der Dollar profitiert von der Einschätzung der Anleger, dass Europa den USA in der Konjunkturentwicklung hinterherhinkt und dem alten Kontinent daher das Schlimmste noch bevorsteht", sagte ein Börsianer. "Außerdem gehen sie davon aus, dass die USA wegen ihres entschiedeneren Kampfes gegen die Krise schneller aus der Rezession herauskommen."

Wegen der expansiven US-Geldpolitik werde der Dollar aber mittelfristig wieder sinken, warnte der Händler. In der zweiten Jahreshälfte könnte der Euro zum "sicheren Hafen" der Anleger werden.

Vor den US-Daten hatte der drohende Verlust der Top-Bonitätsnote Irlands den Euro unter Druck gesetzt. Die Ratingagentur Moody's hatte gewarnt, Irland könne seine "AAA"-Bonitätseinstufung verlieren, wenn die öffentlichen Finanzen hart von den Auswirkungen der Finanzkrise und der steigenden Verschuldung getroffen würden.

"Die Aussagen von Moody's sorgen für einigen Gesprächsstoff am Markt", sagte ein Händler. "Allerdings wäre Irland nicht das erste Land, das es trifft." In den vergangenen Wochen hatten bereits Spanien und Griechenland ihre Top-Noten beim Moody's-Konkurrenten Standard & Poor's verloren.

Als Reaktion auf die Moody's-Warnung stiegen die Kosten, um sich gegen den Ausfall irischer Verbindlichkeiten zu versichern. Der Markt taxiert nach Angaben des Datenanbieters CMA DataVision die Wahrscheinlichkeit hierfür auf 20,6 Prozent - so hoch wie bei keinem anderen Staat der Euro-Zone.

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