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06.01.2011

08:31 Uhr

Devisenhandel

Rückschlag für den Euro

Die wachsende Konjunkturzuversicht in den USA stärkt dem Dollar den Rücken. Der Euro erholt sich zwar etwas von den Vortagesverlusten, bleibt aber angeschlagen. Da hilft auch eine erfolgreiche Auktion französischer Staatsanleihen wenig.

HB FRANKFURT. Der Greenback ist wieder da. Angesichts des wachsenden Optimismus über die Konjunkturentwicklung in den USA haben viele Anleger am Donnerstag wieder auf den Dollar gesetzt. Die US-Währung zog vor allem zum Euro an. Die Gemeinschaftswährung rutschte bis auf 1,3064 Dollar ab. „Der Euro ist technisch angeschlagen“, sagte ein Händler. So habe der Fall durch wichtige charttechnische Marken knapp unter 1,31 Dollar weitere Verkäufe ausgelöst. „Aber der Handel ist sehr dünn, es sind noch längst nicht wieder alle Marktteilnehmer aus den Winterferien zurück“, erklärte ein Händler in Frankfurt. Schon kleinere Orders könnten dem Euro zusetzten. Schon den ganzen Tag über tendierte der Euro schwächer. Laut Händlern setzen immer mehr Anleger auf den Dollar. Grund dafür seien Spekulationen auf eine deutliche Verbesserung am Arbeitsmarkt der weltgrößten Volkswirtschaft, hieß es.

Belastet wurde der Euro auch von den Sorgen um die Schuldenkrise in der Euro-Zone. Nach einer Reuters-Umfrage rechnen 44 von 51 Ökonomen damit, dass Portugal - ähnlich wie Griechenland und Irland - die EU bei der Bewältigung der Krise um Hilfe bitten muss. Entsprechend zog die Risikoprämie wieder an, die Anleger für portugiesische Anleihen verlangten.

"Es gab positive Entwicklungen für die US-Wirtschaft, die auf eine nachhaltigere Erholung der US-Wirtschaft hindeuten", erklärte Währungsstratege Lee Hardman von der Bank of Tokyo UFJ. -Mitsubishi Dies stehe im Gegensatz zur Lage in der Euro-Zone und in Großbritannien, wo das Pfund Sterling nach enttäuschenden Konjunkturdaten ebenfalls nachgab. Der überraschende deutlich Anstieg der Erstanträge für Arbeitslosenhilfe in der letzten Woche des Jahres 2010 in den USA löste nur kurzzeitig Zweifel aus. Schließlich signalisierte laut Analysten der Rückgang im Durchschnitt der vergangenen vier Wochen eine Entspannung am US-Arbeitsmarkt.

Am Vortag hatte die private Arbeitsagentur ADP schon einen überraschend hohe Stellenanstieg in der US-Privatwirtschaft im Dezember veröffentlicht. Analysten schraubten danach ihre Erwartungen für die Monatsdaten, die am Freitag veröffentlicht werden, nach oben. Von Reuters befragte Analysten rechnen im Schnitt mit einem Stellenzuwachs außerhalb der Landwirtschaft um 175 000 nach nur 39 000 vor Monatsfrist. Vor Veröffentlichung der ADP-Daten hatten sie nur mit einem Plus von 140 000 Stellen gerechnet.

Am Rentenmarkt blieben die Anleger auch wegen der US-Daten nervös. Schließlich könnte eine überraschend klare Erholung der US-Wirtschaft früher als gedacht zu einem Ende der Nullzinspolitik der Notenbank führen. Insgesamt gilt das zwar weiter als ziemlich unwahrscheinlich. Dennoch hatten die überraschend guten ADP-Daten die Anleger in Scharen aus dem Rentenmarkt getrieben. Am Donnerstag kam die Talfahrt vorläufig zum Stehen. Der Bund-Future pendelte um 125,56 Punkte und lag damit sieben Ticks im Plus. Dazu trug allerdings auch die Sorge einiger Marktteilnehmer bei, dass die Peripherie-Länder der Euro-Zone bei der in den nächsten Wochen anlaufenden jährlichen Schuldenaufnahme an den Kapitalmärkten Probleme bekommen könnten.

Der Verkauf französischer Anleihen im Volumen von rund neun Milliarden Euro lief - ähnlich wie am Vortag die Auktion deutscher Papiere - glatt. Doch ob auch die Kreditaufnahme Portugals so gut laufen wird, gilt als fraglich. Die erste Anleihe der EU-Kommission für die Irland-Hilfe am Vortag war dagegen positiv aufgenommen worden. Noch im Januar dürfte der Rettungsfonds EFSF eine von mehreren Benchmark-Anleihen im Rahmen der Irland-Hilfe an den Markt bringen.

Kommentare (1)

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Artur özkaplan

06.01.2011, 09:43 Uhr

Euro gegen Swiss Franc. die Käswährung ist das Schlusslicht. Zufälligerweise ist der Dax gerade %15 gestiegen in 2010.
1) Mongolei, Tigrit (+3,7%)
2) Japan, Yen (+3,6%)
3) Australien, Dollar (+3%)
4) Malaysien, Ringgit (+1,1%)
5) Südafrika, Rand (+0,8%)
6) Thailand, baht (+0,3%)

Ferner:
Singapur, Dollar (-1,1%)
israel, Shekel (-2,8%)
Schweden, Krone (-3,6%)
Mexiko, Peso (-4,2%)
Kanada, Dollar (-4,7%)
brasilien, Real (-5,2%)
indien, Rupie (-6%)
China, Renminbi (-6,7%)
USA, Dollar (-9,7%)
Norwegen, Krone (-10,1%)
Russland, Rubel (-11,2%)
Grossbritannien, Pfund (-12,8%)
Türkei, Neue Lira (-12,3%)
Ägypten, Pfund (-14,7%)
Euro (-15,6%)

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