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26.04.2013

09:33 Uhr

Devisenkurse

Euro erholt sich

Der Euro hat am Freitag zunächst etwas fester notiert, nachdem Spekulationen um eine Zinssenkung der EZB wieder einen leichten Dämpfer erhalten hatten.

Eine österreichische Ein-Euro-Münze mit eine Abbild von Wolfgang Amadeus Mozart dpa

Eine österreichische Ein-Euro-Münze mit eine Abbild von Wolfgang Amadeus Mozart

Frankfurt Am Morgen stieg die Gemeinschaftswährung zwischenzeitlich bis auf 1,3048 US-Dollar. Zuletzt stand sie bei 1,3027 Dollar und damit knapp über dem Niveau vom Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagmittag auf 1,3080 (Mittwoch: 1,3006) Dollar festgesetzt.

Die meisten Ökonomen rechnen wegen der schwachen Konjunktur im Euroraum mit einer Leitzinssenkung der EZB. Diese Erwartung hatte den Eurokurs im Wochenverlauf unter Druck gebracht. Am Markt kamen zuletzt jedoch zunehmend Zweifel auf.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Im weiteren Handel könnten US-Konjunkturdaten für Kursbewegungen sorgen. Am Nachmittag (14.30 Uhr MESZ) wird die erste Schätzung zum Wachstum der weltgrößten Volkswirtschaft im ersten Quartal veröffentlicht. Von Reuters befragte Analysten prognostizieren ein Plus von 3,0 Prozent nach einem Plus von nur 0,4 Prozent im Schlussquartal 2012. Sollten die Erwartungen erfüllt werden, könnte das dem Dollar Auftrieb geben.

"Der Gegensatz zur Lage in Europa wird einmal mehr deutlich werden", sagte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. "Während es in den USA eine Diskussion darüber gibt, ob die Wirtschaft schnell genug wächst, droht sich die Rezession in Europa weiter zu verfestigen." Einen weiteren Hinweis auf die Stimmung der US-Verbraucher wird das von der Universität Michigan erfasste Verbrauchervertrauen für April liefern. Analysten sagen einen Anstieg auf 85 Zähler voraus von 84,8 Punkten im März.

Am Morgen hatte die Bank of Japan ihren aggressiven Kurs beim Kampf gegen die Deflation bestätigt, ohne jedoch neue Maßnahmen zu beschließen. Der Yen wertete gegenüber den meisten Vergleichswährungen auf.

Am Rentenmarkt notierten Bundesanleihen etwas höher. Italienische und spanische Anleihen wurden nach der zuletzt recht starken Nachfrage verkauft.

Von

dpa

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