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06.08.2012

15:47 Uhr

Devisenmarkt

Die Geschichte vom maroden Dollar

VonLaura de la Motte, Rolf Benders

Der Dollarpreis steigt. Das liegt vor allem am schwachen Euro. Früher oder später dürfte die Megaverschuldung der USA aber in den Fokus der Investoren rücken. Und dann rumst es, sagen Experten.

Bislang reagierten Anleger weltweit bei Krisen mit Dollar-Käufen. Reuters

Bislang reagierten Anleger weltweit bei Krisen mit Dollar-Käufen.

Frankfurt/New YorkDas Drama um die Euro-Zone nimmt scheinbar kein Ende. Kein Wunder, dass sich weltweit Investoren aus der Gemeinschaftswährung zurückziehen. Allein zum Dollar verlor die Gemeinschaftswährung in der Spitze zehn Prozent an Wert.

Doch die Schwächen des Euros überlagern derzeit nur die Probleme des US-Dollars. Einige Experten rechnen schon bald mit einem Stimmungswandel am Devisenmarkt. Nicht, weil sie eine Verbesserung der Lage in Europa vorhersehen, sondern weil ihrer Meinung nach der Kapitalmarkt bald erkennen wird, wie schlecht die Situation in den USA tatsächlich ist.

Heißer Herbst in den USA

Steuerdebatte

Zum Jahreswechsel laufen viele Steuervergünstigungen aus. Bei einer vollständigen Abschaffung droht eine Rezession.

Schuldenobergrenze

Sollten die Steuern nicht erhöht werden, muss schon bald die Schuldenobergrenze erneut angehoben werden. Es drohen zähe Diskussionen unter den politischen Lagern und eine weitere Ratingherabstufung.

Präsidentschaftswahlen

Die Haushaltsdebatten werden zusätzlich erschwert, weil im November ein neuer Präsident gewählt wird.

"Wir erwarten eine seit langem überfällige Korrektur des Dollar-Wertes", sagt David Bloom, Leiter der Devisenanalyse bei HSBC. "In der Folge wird der Dollar gegenüber vielen Währungen verlieren - selbst gegenüber dem Euro." Der Kapitalmarkt werde in den kommenden Wochen und Monaten merken, dass die Lage in den USA auch alles andere als rosig ist. Die öffentliche Verschuldung galoppiert, und reihenweise gehen derzeit Kommunen in den USA pleite.

In das Blickfeld der Öffentlichkeit wird dies rücken, wenn man sich in Washington darüber streiten muss, wie man eine Rezession Anfang 2013 abwehren will. Bloom und seine Kollegen erwarten deshalb das Ende eines ehernen Gesetzes am Devisenmarkt. Bislang reagierten Anleger weltweit bei Krisen mit Dollar-Käufen, selbst wenn die Krise in den USA selbst stattfand. Dieser Automatismus - so Blooms These - wird im Angesicht der nun immer größer werdenden Probleme der USA enden.

Einer der Vorboten dieser Entwicklung: In den vergangenen sechs Wochen hat der US-Dollar gegenüber dem australischen Dollar knapp vier Prozent und gegenüber dem japanischen Yen knapp drei Prozent an Wert verloren. Gleichzeitig hat sich das Umtauschverhältnis von Yen und australischem Dollar kaum verändert. Die Devisenanalysten von HSBC ziehen daraus den Schluss, dass der US-Dollar schwächelt.

Kommentare (16)

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Account gelöscht!

06.08.2012, 16:14 Uhr

Die werden drucken und paar KRiege anzetteln und die Show geht weiter

bjarki

06.08.2012, 16:24 Uhr

Wer gegen den Dollar spekuliert fällt auf die Schnauze.

Account gelöscht!

06.08.2012, 16:38 Uhr

Sobald der Euro sich weiter abkoppeln kann, die Bankenskandale wieder in reale Geschäfte münden, die Rating-Agenturen nichts mehr ausrichten werden, und die anderen Währungen auch weiter aufrüsten, ist Schluß mit lustig und Druckerschwärze. Wenn jetzt sogar Öl-Firmen "heimkehren", sagt das auch genug. Irgendwann reicht da auch der Ölpreis nicht mehr als psychologisches Leit-Kontrukt.

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