Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

06.01.2010

13:58 Uhr

Devisenmarkt

Gold und Dollar tauschen ihre Rollen

VonRegine Palm

Die Kurse von Gold und Dollar laufen einmal mehr auseinander.Diesmal jedoch entgegengesetzt der zuletzt üblichen Richtung. Während der Dollar steigt, entfernt sich der Preis des Edelmetalls weiter von seinem Rekordhoch. Einige Notenbanken wollen ihre Reserven jedoch aufstocken, das schafft Erholungpotenzial.

Goldbarren: Trotz Schwankungen bewegt sich der Goldpreis auf Rekordniveau Quelle: ap

Goldbarren: Trotz Schwankungen bewegt sich der Goldpreis auf Rekordniveau

DÜSSELDORF. Des einen Freud?, des anderen Leid", - nur selten zeichnete ein Sprichwort die Entwicklung auf den internationalen Märkten passender nach als im vergangenen Jahr: Während der Goldpreis eine Rekordmarke nach der anderen erreichte, verlor der Kurs des amerikanischen Dollars immer mehr an Boden. Erst zum Jahresschluss haben die beiden Akteure ihre Rollen noch einmal getauscht. Noch sind sich Experten aber uneins, ob Gold oder Dollar im neuen Jahr die Nase vorn haben werden.

Anfang Dezember hatte der Goldpreis nach rasantem Anstieg seinen bisherigen Rekord bei 1226,10 Dollar je Feinunze (rund 31,1 Gramm) erreicht. Erst knapp zwei Monate zuvor hatte das Edelmetall die psychologisch wichtige Marke von 1 000 Dollar dauerhaft überwunden. Zuletzt schwankte der Preis zwischen 1 110 und 1 130 Dollar; Ende Dezember war der Preis zeitweise unter 1 100 Dollar gerutscht. Der Dollar war 2009 parallel zu den Gewinnen des Edelmetalls unter Druck geraten. Nahezu zeitgleich mit dem Rekordhoch bei Gold zog der Euro auf über 1,50 Dollar an. Zuletzt hatte der Greenback dann wieder etwas Oberwasser; der Euro war zwischenzeitlich weniger als 1,44 Dollar wert.

Diese enge Verbindung von Gold und Dollar ist nicht ungewöhnlich. "Der Goldpreis ist negativ korreliert mit dem Euro-Dollar-Wechselkurs", sagt Gabor Vogel von der DZ Bank. Dafür gebe es mehrere Gründe. So werde am Wechselkurs eine Unter- oder Überbewertung des Goldes festgemacht. Das funktioniere aber nicht immer. Etwa "wenn Anleger Gold und Dollar gleichzeitig als sicheren Hafen ansteuern", sagt Vogel - wie beispielsweise zu Beginn der Finanzkrise. Dann könne die Korrelation zwischen der US-Devise und dem Edelmetall eben auch positiv sein.

Gold wird zudem von institutionellen Investoren in den USA gern als Absicherung (hedge) gegen Verluste in Dollar-Engagements genutzt. Auch dies wird an den Märkten regelmäßig praktiziert, erklärt aber, warum Gold und Dollar sich meist in entgegengesetzter Richtung bewegen. Verstärkt wird diese Entwicklung noch, da der schwächere Greenback Gold, das in Dollar gehandelt wird, für Investoren außerhalb des Dollar-Raums verbilligt und damit den Kaufanreiz etwa für Euro-Anleger erhöht.

Kommentare (6)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Sandra

06.01.2010, 16:57 Uhr

China hält noch rund 2 billionen US Dollar an Währungsreserven und hat zuletzt mehrfach den Wunsch geäußert dies lieber in Gold zu wechseln. Wie soll da der Dollar den Goldpreis schlagen?

Norbert

06.01.2010, 17:22 Uhr

Wie Gold und Dollar laufen hat ja nur bedingt was miteinander zu tun.
Gold wird massiv manipuliert und der Dollar auch.
Die Zeit der einigermaßen realen Märkte ist längst vorbei.
Es herrschen nur noch Manipulation, Korruption, illusion - und GiER.
Echt zum Kotzen das Ganze......

Heidi

06.01.2010, 18:31 Uhr

@Norbert - Hört sich irgendwie so an als ob Sie ein paar schlechte Handelstage gehabt haben.
Geht es gut - dann war man natürlich immer Derjenige der es gewußt haben will. Geht es daneben - dann sind natürlich irgendwelche ominösen Manipulationen daran schuld.

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×