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02.08.2011

06:37 Uhr

Devisenmarkt-Intervention

Gerüchte in Japan werden immer lauter

VonJan Keuchel

Schwache US-Konjunkturdaten setzen dem Dollar zu und verteuern den Yen. Die japanische Notenbank wird sich diese Entwicklung wohl nicht lange mit an sehen. Ein Eingriff am Devisenmarkt steht unmittelbar bevor.

Passanten vor einer Kurstafel in Tokio. Quelle: Reuters

Passanten vor einer Kurstafel in Tokio.

New YorkDie Worte sind fast immer identisch. Man schaue „intensiv“ auf die Bewegungen am Devisenmarkt –und die Entwicklung des Yen sei „einseitig“, sprich: sein Wert werde nicht von echten Marktentwicklungen bestimmt, sondern von Fluchtreaktionen angesichts der Finanzkrisen in den USA und Europa.

Japans Finanzminister Yoshihiko Noda hat diese Worte benutzt, ebenso der für Finanzen und Wirtschaft zuständige Minister Kaoru Yosano – und auch Notenbankchef Masaaki Shirakawa hat diesen Begriff schon häufig fallen lassen in den letzten Tagen. Doch bislang waren es lediglich Worte der Beruhigung des Devisen-Marktes und der heimischen Wirtschaft.

Angeblich sollen diesen Worten nun aber Taten folgen, in den nächsten Stunden. Nach einem Bericht der Wirtschaftszeitung „Nikkei“ bereiten sich Regierung und Notenbank in Japan auf einen Eingriff in den Währungsmarkt vor, um den Höhenflug des Yen zu Dollar und Euro zu stoppen. Es habe schon Gespräche mit den USA und Europa gegeben.

Es wäre die dritte Intervention in einem Jahr. Im September lag die Höhe des Eingriffs bei etwa zwei Billonen Yen, als die Japaner ohne Absprache Fremdwährung einkauften. Später machten sie gemeinsame Sache mit den USA und Europa, um die Folgen des verheerenden Erdbebens finanziell stemmen zu können.
Der Handlungsdruck ist in der Tat immens. Die heimische, stark auf den Export ausgerichtete Wirtschaft stöhnt unter der erstarkten heimischen Währung. Seit Tagen erreicht der Yen zum Dollar neue Höchststände.
Die Waren der japanischen Unternehmen werden dadurch im Ausland immer teurer und weniger wettbewerbsfähig. Der dort erzielte Gewinn reduziert sich beim Rücktransfer ins Inland. Viele japanische Konzerne fliehen vermehrt ins Ausland, um dort zu produzieren und die Kosten zu senken. Nissan etwa lässt immer mehr Wagen in Südostasien, vor allem Thailand bauen und importiert sie von dort zurück nach Japan.

Kommentare (1)

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02.08.2011, 09:40 Uhr

"Der Handlungsdruck ist in der Tat immens. Die heimische, stark auf den Export ausgerichtete Wirtschaft stöhnt unter der erstarkten heimischen Währung."

Da kann man mal sehen, wie schlecht der Euro und der Dollar laufen wenn selbst der Yen angeblich erstarkt! Es ist kein erstarken des Yens, sondern ein "schwächeln" des Euros! Denn wo werden die Gelder abgezogen? Im Yen?

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