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08.08.2011

14:14 Uhr

Devisenmarkt

Moody's warnt Japan vor weiteren Eingriffen

Japan hat 4,6 Billionen Yen verkauft und seine Geldpolitik weiter gelockert - jetzt warnt die Ratingagentur Moody's das Land vor weiteren Aktionen: Die Maßnahmen würden die Probleme nicht lösen - sondern verschärfen.

Die Ratingagentur Moody's warnt Japan, ihre Währung abzuwerten. Quelle: Reuters

Die Ratingagentur Moody's warnt Japan, ihre Währung abzuwerten.

TokioDie Ratingagentur Moody's hat Japan vor weiteren Eingriffen am Devisenmarkt gewarnt. Diese seien wirkungslos und wirkten sich negativ auf die Bonitätsnote des Landes aus, erklärte Moody's. Solche Maßnahmen würden nicht dazu beitragen, die Finanzprobleme des Landes zu lösen. Zwar habe sich nach der Intervention Japans in der vergangenen Woche der Yen zum Dollar verbilligt. Der Effekt sei aber nur von kurzer Dauer gewesen.

Moody's betrachtet den Schritt als negativ für Wirtschaft und Rating. Devisen- und Geldpolitik allein könnten die größeren Probleme Japans wie die hohen Kosten für den Wiederaufbau nach dem Jahrhundertbeben sowie den Atomunfall in Fukushima nicht lösen, mahnten die Moody's-Experten. So seien etwa Reformen im Sozialwesen dringend erforderlich.

Alle großen Ratingagenturen bewerten den Ausblick für Japans Kreditwürdigkeit negativ. Damit steht das Land unter genauer Beobachtung und könnte binnen Monaten herabgestuft werden. Japan muss den Spagat schaffen zwischen Sparen und Ankurbeln der arg gebeutelten Wirtschaft. Der starke Yen droht zudem, die Wettbewerbsfähigkeit der Exportbranche zu untergraben.

Vergangene Woche sah sich das Land veranlasst, 4,6 Billionen Yen (rund 41 Milliarden Euro) zu verkaufen, zudem lockerte die Bank von Japan ihre Geldpolitik weiter. Allerdings hat sich der Yen auch mit diesen Bemühungen nicht über einem Kurs von 80 Yen zum Dollar halten können - ein Wert, den viele Exporteure für ihre Jahresprognosen unterstellen. Am Montag lag der Dollar bei 77,64 Yen.

Eine Erklärung der sieben führenden Industrienationen (G7) zur Beruhigung der Finanzmärkte sorgte für einen weiteren Yen-Anstieg. Sollte die US-Notenbank (Fed) am Dienstag ihrerseits die Geldpolitik lockern, dürfte das die japanische Währung weiter aufwerten.

Trotz der Warnung von Moody's dürfte Japan aber Experten zufolge nicht viel übrigbleiben, als weiter auf Währungseingriffe und eine lockere Geldpolitik zu setzen, um die fragile Wirtschaft zu stützen. Finanzminister Yoshihiko Noda signalisierte Bereitschaft zu weiteren Eingriffen. Die Zentralbank verzichtete zudem darauf, dem Markt Liquidität zu entziehen nach dem Eingriff von vergangener Woche.

Von

rtr

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