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23.09.2011

15:05 Uhr

Devisenmarkt

Nervöse Anleger trennen sich vom Euro

Wie ein Damoklesschwert schwebt die Schuldenkrise über den Investoren. Die Zusage der G20-Länder Banken zu unterstützen, sorgt zunächst für etwas Erleichterung. Spekulationen über mögliche Zinssenkungen gehen weiter.

Dem Euro stehen ungemütliche Zeiten bevor. dpa

Dem Euro stehen ungemütliche Zeiten bevor.

FrankfurtDie Nervosität hat die Anleger am Devisenmarkt fest im Griff. Der Euro gab am Freitag anfängliche Gewinne wieder ab und fiel zeitweise auf 1,3419 Dollar. Die europäische Schuldenkrise schwebe weiterhin wie ein Damoklesschwert über den Investoren, sagte ein Händler. In der Nacht war der Euro zeitweise noch auf 1,3567 Dollar geklettert. Die führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) hatten den Banken Unterstützung in der Euro-Schuldenkrise zugesichert und damit für etwas Erleichterung gesorgt. Die Zentralbanken seien bereit, die Finanzinstitute mit der nötigen Liquidität zu versorgen, hieß es. „Die Ankündigung war eine willkommene Gelegenheit für den Markt, einmal durchzuatmen,“ urteilten die Commerzbank-Analysten.

Doch mehr als ein Durchatmen war es nicht: „Im Prinzip hat man an den Märkten den Eindruck, dass man in Sachen Griechenland auf den großen Schuldenschnitt vorbereitet wird“, sagte HSBC-Trinkaus-Analyst Rainer Sartoris. Die griechische Regierung dementierte am Freitag zwar Medienberichte über angebliche Pläne für einen drastischen Schuldenschnitt, bei dem die Investoren auf die Hälfte ihres Geldes verzichten müssten. Mit Klaas Knot schloss allerdings erstmals ein Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB) eine Pleite des Euro-Landes nicht mehr aus.

„Es ist eines der Szenarien“, sagte Knot der Zeitung „Het Financieele Dagblad“. Er sei lange überzeugt gewesen, dass eine Insolvenz nicht notwendig sei. „Aber die Nachrichten aus Athen sind nicht ermutigend.“ Er frage sich, ob die Griechen den Ernst der Lage einsähen, wurde Knot zitiert. Am Rentenmarkt hielt die Flucht in die als sicher geltenden Bundespapiere an. Zehnjährige deutsche Anleihen warfen mit 1,643 Prozent so wenig ab wie noch nie. Der Bund-Future stieg auf ein Rekordhoch von 139,13 Punkten.

Für zusätzliche Unsicherheit sorgte laut Händlern auch, dass Europas Geldinstitute wegen der Schuldenkrise auf höhere Belastungen einstellen müssen. Nach Berechnungen der Deutschen Bank könnten sich die Abschreibungen auf griechische Staatsanleihen nicht nur auf die ausgehandelten 21 Prozent belaufen, sondern de facto auf 25 Prozent und mehr, wie Group Controllerin Charlotte Jones sagte. „Banken, Abschreibungen, Griechenland - diese Worte sind derzeit jederzeit dafür geeignet, die Kurse nach unten zu schicken“, sagte ein Händler. Der Dax gab am späten Vormittag um bis zu 3,7 Prozent auf 4973 Punkte nach, den tiefsten Stand seit zehn Tagen.

Kommentare (1)

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Machiavelli

23.09.2011, 17:24 Uhr

Wie es jetzt aussieht wird Deutschland den Euro und die EU irgendwann verlassen müssen da keine Zustimmung zur unentbehrlichen Fiskalunion in Deutschland wahrscheinlich ist.
Dadurch dürfte der Wechselkurs des Euro auf einen Kurs von 1,20 zum Dollar zurück fallen.
Für ausländische Anleger die Bundesanleihen mit einer Verzinsung von 1,8% bis 2% unterzeichnet haben ein schöner Reinfall, da die Anleihen immer in der Währung zurückgezahlt werden in der sie unterzeichnet wurden. (wie im Falle Griechenland, falls Griechenland den Euro aufgibt)

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