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04.09.2013

13:56 Uhr

Devisenmarkt

Notenbank stützt indische Rupie

Die indische Rupie steht seit Monaten unter Druck. Vergangene Woche erreichte sie ein neues Rekordtief. Nun erhält die Währung offenbar Unterstützung von der indischen Zentralbank.

Die indische Rupie ist seit Monaten unter Druck, seit Jahresbeginn hat sie um rund 20 Prozent abgewertet. Reuters

Die indische Rupie ist seit Monaten unter Druck, seit Jahresbeginn hat sie um rund 20 Prozent abgewertet.

MumbaiDie indische Zentralbank geht offenbar erneut gegen die Talfahrt der Rupie vor. Händlern zufolge verkaufte sie am Mittwoch massiv Dollar und verhalf damit der Währung zu einem Kursplus von mehr als einem Prozent. Für einen Dollar mussten am Mittwoch zeitweise 66,81 Rupien gezahlt werden. „Die Intervention war ziemlich aggressiv“, sagte Anil Kumar Bhansali vom Finanzberater Mecklai Financial. „Sogar an den Offshore- und Future-Märkten hat die Rupie spürbar gewonnen.“

Nach Einschätzung der indischen Zentralbank spielen die insbesondere von Singapur aus betriebenen Offshore-Märkte eine große Rolle bei der Talfahrt der Rupie. Dort können Investoren auf Wechselkursentwicklungen wetten, ohne die Währungen selbst kaufen oder verkaufen zu müssen. Das ist vor allem für ausländische Investoren ein beliebtes Geschäft, da die Rupie nur beschränkt handelbar ist.

Die indische Währung ist seit Monaten unter Druck, seit Jahresbeginn hat sie um rund 20 Prozent abgewertet. Hohe Defizite bei Leistungsbilanz und Haushalt sorgen dafür, dass Investoren ihr Geld aus Indien abziehen. Die Ankündigung der US-Notenbank Fed, ihre massiven Anleihenkäufe zurückzufahren, hat die Kapitalflucht verstärkt. Vergangene Woche war die Währung auf ein Rekordtief gefallen – für einen Dollar mussten 68,85 Rupien gezahlt werden.

Die mutmaßliche Intervention erfolgte nun am Tag des Stabwechsels an der Spitze der indischen Zentralbank, die künftig vom ehemaligen Chefvolkswirt des Internationalen Währungsfonds (IWF), Raghuram Rajan, geleitet wird. Die vor ihm liegenden Herausforderungen sind immens, schließlich steckt Indien in der schwersten Wirtschaftskrise seit mehr als zwei Jahrzehnten.

Sogar der IWF sorgt sich inzwischen wegen der Wechselkurs-Ausschläge, unter denen neben Indien auch Brasilien oder Indonesien leiden. Der Fonds riet den Schwellenländern, Kursschwankungen zuzulassen, die auf die schwächere Wirtschaft zurückzuführen sind. Gegen übermäßige und ungeordnete Bewegungen sollten sie sich aber wappnen. In Ländern, die über angemessene Devisen-Reserven verfügen, seien Interventionen vertretbar, so der IWF.

Indien hatte vergangene Woche einen gemeinsamen Eingriff mit anderen Schwellenländern auf den Devisenmärkten angeregt, um den Kursverfall von Rupie, Real & Co. aufzuhalten. Auf dem am Donnerstag beginnenden Treffen der zwanzig führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) in St. Petersburg werden die Währungsturbulenzen ebenfalls Thema sein.

Von

rtr

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