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07.12.2015

15:50 Uhr

Devisenmarkt

SNB hat wohl nicht in großem Stil interveniert

Experten glauben nicht, dass die Schweizer Notenbank in letzter Zeit massiv Devisen aufgekauft hat. Zwar sind die Devisenreserven der SNB im vergangenen Monat gestiegen, dies soll jedoch am starken Dollar liegen.

Experten gehen nicht davon aus, dass die SNB zuletzt in großem Stil Devisen gekauft hat. dpa

Schweizer Franken

Experten gehen nicht davon aus, dass die SNB zuletzt in großem Stil Devisen gekauft hat.

ZürichExperten sehen keine Anzeichen für massive Devisenmarkt-Interventionen der Schweizer Notenbank in letzter Zeit. Zwar stiegen die Devisenreserven der Nationalbank im vergangenen Monat um rund 11,2 Milliarden auf einen Rekordwert von 562,7 Milliarden Franken, wie die SNB am Montag mitteilte. Ökonomen führten das Plus jedoch auf den starken Dollar zurück: "Ein starker US-Dollar bedeutet, dass die Währungsreserven bei der Umrechnung in Franken steigen", sagte Safra-Sarasin-Chefökonom Karsten Junius. Die Notenbank hält rund ein Drittel ihrer Reserven in Dollar. Dieser hatte im Vergleich zum Franken zuletzt deutlich an Wert gewonnen und den höchsten Stand seit Sommer 2010 erreicht.

Die Währungshüter versuchen, den Franken im Vergleich zur wichtigsten Exportwährung Euro zu schwächen. Neben den bestehenden Negativzinsen greift die SNB dafür bei Bedarf am Devisenmarkt ein - etwa indem sie andere Währungen kauft. Zuletzt hatten viele Beobachter über solche Schritte spekuliert.

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Die Schweizer Notenbanker wollen einen Höhenflug des Franken unbedingt vermeiden – doch die lockere EZB-Politik macht es ihnen schwer. Experten rechnen dennoch damit, dass die SNB nicht so schnell am Leitzins rüttelt.

Als Indiz für Interventionen gilt die Entwicklung der Sichteinlagen von Banken und Bund bei der Notenbank. Diese haben sich zuletzt nicht maßgeblich verändert. "Die geringe Volatilität bei den Sichteinlagen spricht nicht für Interventionen", sagte Junius. In der vergangenen Woche waren die Einlagen sogar leicht gesunken. Ein Sprecher der SNB begründete das mit dem saisonal bedingt steigenden Notenumlauf. Die Daten zeigten klar, dass die SNB nicht interveniere, erklärten die Analysten von Swissquote.

Andere Beobachter sind jedoch der Meinung, dass die SNB beständig in kleinen Dosen eingreift. Die Währungshüter hätten "in kleinem Volumen aber doch immer wieder ein bisschen" ihre Hände im Spiel, sagte ein Händler. Die Devisenstrategen des Schweizer Vermögensverwalters GAM denken, dass die SNB dafür auf den Derivatemarkt ausgewichen ist. "Ein ungewöhnlich großer Anstieg der impliziten Zinsdifferenz zwischen Euro und Franken am Terminmarkt lässt darauf schließen, dass die SNB mittels Termingeschäften im größeren Stil aktiv war", erklärten sie. Die SNB wollte sich zu möglichen Interventionen nicht äußern. Sie hatte zuletzt jedoch betont, diese seien ein wichtiges Element ihrer Geldpolitik.

Um den Franken zu schwächen, hatte die SNB mehr als drei Jahre lang auf einen Euro-Mindestkurs von 1,20 Franken gesetzt. Im Januar gaben die Währungshütern diesen jedoch überraschend auf. Der Franken gewann daraufhin massiv an Wert. Zu ihrer nächsten vierteljährlichen Lagebeurteilung kommt die SNB-Spitze am Donnerstag zusammen.

Von

rtr

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