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13.08.2014

16:13 Uhr

Devisenmarkt überwacht

Großbanken stellen sich hinter Reform

Der Devisenmarkt ist der größte Markt im globalen Finanzsystem, aber auch am wenigsten reguliert. Das soll sich nun ändern, wenn es nach dem Finanzstabilitätsrat geht. Internationale Großbanken unterstützen die Reform.

Der Reformvorschlag vom FSB stößt bei einer Lobbygruppe aus Großbanken auf Zuspruch, sie deckt etwa 90 Prozent des Marktes ab. ap

Der Reformvorschlag vom FSB stößt bei einer Lobbygruppe aus Großbanken auf Zuspruch, sie deckt etwa 90 Prozent des Marktes ab.

LondonNach den Tricksereien auf dem internationalen Devisenmarkt wollen die Aufseher die Geschäfte der Banken stärker überwachen. Der Finanzstabilitätsrat (FSB) der 20 größten Industrie- und Schwellenländer legt seine endgültigen Reformvorschläge beim G-20-Treffen im November vor.

Dabei können sich die Experten nun der Unterstützung der Finanzbranche sicher sein, wie aus einem am Mittwoch veröffentlichten Brief hervorgeht, den eine Lobbygruppe aus 23 Großbanken und Händlern verfasst hat. Sie decken etwa 90 Prozent des Marktes ab. In dem Schreiben heißt es, die meisten der vom FSB empfohlenen Maßnahmen dürften zum Vorteil der Marktteilnehmer sein.

Am Devisenmarkt werden pro Tag Währungen im Wert von mehr als fünf Billionen Dollar gehandelt. Das Segment ist der größte Markt im globalen Finanzsystem – bislang jedoch auch der am wenigsten regulierte. Die Referenzkurse dienen Unternehmen und großen Anlegern wie Fonds als Basis für Währungsgeschäfte.

Eine Reihe von Großbanken steht im Verdacht, beim täglichen Devisen-Fixing getrickst zu haben. Die weltumspannende Untersuchung dazu läuft seit Monaten. Im Visier der Regulierer steht unter anderem die Deutsche Bank. Sie ist einer der größten Devisenhändler der Welt.

Der FSB geht nicht so weit, dem Markt die Festlegung von Wechselkursen komplett aus der Hand nehmen und einer staatlichen Behörde übertragen zu wollen. Aber die Transparenz soll deutlich verbessert werden.

Im Zentrum steht das sogenannte WM/Reuters Fixing für die wichtigsten Währungen, das täglich um 16.00 Uhr Londoner Zeit errechnet wird. Dabei werden die Kurse innerhalb einer sogenannten „Fixing-Minute“ gestellt – der FSB will dieses Zeitfenster ausweiten. Auch die zugrundeliegende Datenmenge soll größer sein als bislang.

Ob das Fixing wie vom FSB vorgeschlagen auf eine separate Plattform ausgegliedert werden soll, um Spekulanten fernzuhalten, sollte nach Ansicht der Banken von den Kosten abhängig gemacht werden. Die Branche wehrt sich auch gegen feste Gebühren für die Kunden.

Von

rtr

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