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16.03.2011

17:12 Uhr

Devisenmarkt

Yen steigt, Euro fällt

Der Yen steigt wieder, weil die Japaner in Katastrophenzeiten Cash benötigen. Die Tragödie in Fernost tangiert den Devisenmarkt bisher wenig. Der Euro verliert an Wert.

Der Euro zeigt am Devisenmarkt Stärke. Quelle: Reuters

Der Euro zeigt am Devisenmarkt Stärke.

Düsseldorf

Nach dem verheerenden Erdbeben holen die Japaner weiter ihr Geld nach Hause. Die japanische Währung stieg am Mittwoch gegenüber dem Dollar zeitweise auf 80,37 Yen, den höchsten Stand seit vier Monaten. Seit Tagen verkaufen Anleger, was sie im Ausland angelegt haben, um die erwarteten Aufbaukosten im Heimatland zu stemmen. "Sowohl Investoren als auch Privatleute benötigen Cash", sagte Tsutomu Soma, Manager in der Devisenabteilung des Vermögensverwalters Okasan Securities. "Wenn es eine Krise gibt, dann kommt es meist zu solchen Umschichtungen."

Der Euro musste angesichts neuer Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Portugals dagegen Federn lassen. Die Gemeinschaftswährung notierte bis zum Nachmittag bei 1,3920 Dollar, nachdem sie im späten Vortagesgeschäft um 1,40 Dollar gependelt war. Trotz der geplanten Ausweitung des Euro-Rettungsschirms gerät Portugal immer stärker unter Druck. Das hoch verschuldete Land, das in der Schuldenkrise bereits seit längerem als nächster Wackelkandidat gilt, musste am Mittwoch mehr Zinsen für Staatsanleihen bieten als zuletzt. "Die derzeitigen Marktbedingungen sind auf mittlere und lange Sicht nicht auszuhalten", sagte Finanzminister Fernando Teixeira dos Santos im Parlament. Die Durchschnittsrendite lag bei 4,331 Prozent nach 4,057 Prozent bei der letzten Auktion.

Am Dienstag hatte die Ratingagentur Moody's die Bonität Portugals auf die Note A3 gesenkt und den Ausblick als negativ bezeichnet. "Dass der Euro nicht noch stärker nachgegeben hat, liegt wohl daran, dass der Markt bei Portugal inzwischen schon auf Negativnachrichten vorbereitet ist", sagte Rainer Sartoris, Volkswirt bei HSBC Trinkaus. Die Kurse der zehnjährigen portugiesischen Staatsanleihen gaben nach, im Gegenzug stiegen die Renditen auf 7,663 Prozent nach 7,575 Prozent am Dienstag. Die Bundesanleihen rentierten mit 3,116 Prozent.

Zugesetzt haben dem Euro laut Händlern auch Spekulationen, die Europäische Zentralbank (EZB) könnte angesichts der verheerenden Strahlenkatastrophe in Japan doch nicht wie erwartet im April an der Zinsschraube drehen. EZB-Ratsmitglied Christian Noyer hatte sich in einem Zeitungsinterview trotz Inflationssorgen nicht auf eine Zinserhöhung festlegen wollen. "Wir werden wie immer alle neuen Informationen berücksichtigen, und das wird Teil unserer globalen Einschätzung sein", sagte er dem "Handelsblatt". HSBC-Experte Sartoris glaubt jedoch nicht, dass die rasche Zinswende nun tatsächlich ausbleiben könnte.

Trotz der Katastrophe in Japan dürfte der Inflationsdruck hoch bleiben, erklärte er. Angesichts der anhaltenden Unruhen in der arabischen Welt sei vor allem bei den Ölpreisen von weiter steigenden Preisen auszugehen. Die Angst vor einer Ausweitung der Proteste auf den weltgrößten Ölexporteur Saudi-Arabien trieb den Preis für Brent-Öl am Mittwoch um 2,5 Prozent auf 111,27 Dollar je Barrel in die Höhe.

Von

dpa

Kommentare (2)

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Bernd

16.03.2011, 09:16 Uhr

Wieder einmal dumme Propaganda für das tumbe Volk.......
Wie gehirngewaschen kann man sein ??????

Reinhard

16.03.2011, 20:02 Uhr

Kann ich nur zustimmen, da die Probleme in der EU wohl nichts im Vergleich zu den USA oder Japan sind. Man muss sich mal überlegen, dass Kalifornien (die 8 größte Weltwirtschaft) Pleite ist. Von anderen US-Bundesstaaten mal abgesehen. Interessant finde ich, dass hier auch nur amerikanische Rating Agenturen gehör finden. Ich erinnere mich da noch an eine Herabstufung der USA durch China, was nur gerechtfertigt ist. Und wen interessiert es? Vorwärts ihr Devisen-Lemminge fresst den vorgekauten Mist und stürzt euch von der Klippe. Das hätte wenigstens ein Gutes! Das Leben ist ohne Deppen weitaus angenehmer.

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