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17.11.2014

21:11 Uhr

Diamanten-Handel

Lukrative Offenheit

VonNiklas Dopheide

Der weltgrößte Produzent von Diamanten veröffentlicht zum ersten Mal wichtige Preisinformationen. Das dürfte zuerst den Aktien des Mutterkonzerns Anglo-American nutzen. Aber auch Anleger profitieren.

Die teuersten Diamanten schürft De Beers vor der Küste Namibias. Getty Images

Die teuersten Diamanten schürft De Beers vor der Küste Namibias.

DüsseldorfSchon Marilyn Monroe wusste es: Diamonds are a girl’s best friend. Doch über die Produktion und die Rohstoffpreise dieser Freunde war in der Öffentlichkeit bisher wenig bekannt. Die Diamantenbranche hielt sich bedeckt. Der Bergbaukonzern Anglo-American hat nun zum ersten Mal das Tabu gebrochen. Auf einer Investorenkonferenz gab das Unternehmen ungewöhnliche Einblicke in das Diamantengeschäft seines Tochterkonzerns De Beers – dem weltweit größten Produzenten von Diamanten.

Das Unternehmen gab bekannt, aus welchen Regionen De Beers die lukrativsten Diamanten bezieht und welche Preise damit pro Karat – also pro 0,2 Gramm – erzielt werden. Die teuersten Diamanten schürft De Beers demnach vor der Küste Namibias. Ein Karat der 2013 von der Debmarine Flotte aus dem Ozean geschürften Diamanten, brachte im Durchschnitt 581 Dollar. Bisher waren die Preise ein gut gehütetes Geheimnis.

Geschäfte wurden hinter verschlossenen Türen per Handschlag geschlossen. In der Branche kommt die Offenheit gut an: „Die Transparenz war lange überfällig, in den letzten Jahren war die Kommunikationspolitik von De Beers mit der des Vatikans vergleichbar“, sagt Ulrich Freiesleben, Diamantenexperte und Betreiber des Online-Portals Diamondax gegenüber Handelsblatt Online.

Einen Schub könnte die neue Transparenzpolitik durch die wachsende Bedeutung des Online-Portals Bluedax – eine Art Ebay für Diamantenhandel – bekommen haben. Guy Harari, der das Portal mit seinem Bruder gründete, erklärte jüngst gegenüber Bloomberg: „Für Investoren ist dies ein guter Indikator für das, was in der Branche passiert.“

Weltweit größte Diamantenproduzenten

De Beers

Die Tochterfirma von Anglo-American ist der größte Diamantenproduzent. Edelsteine von De Beers machen 28 Prozent der weltweiten Produktion aus.

Quelle: WWW International Diamond Consultants

Alrosa

Der russische Staatskonzern Alrosa folgt De Beers auf dem zweiten Platz. 29 Prozent der weltweiten Diamantenproduktion macht Alrosa aus.

Quelle: WWW International Diamond Consultants

Endiama

Die Bergbaufirma mit dem Sitz in Angola ist der drittgrößte Produzent. Sieben Prozent der Edelsteinproduktion liefert das Unternehmen.

Quelle: WWW International Diamond Consultants

DDC Diamanten

Die Dominion Diamond Corporation hält ebenfalls vier Prozent an der weltweiten Produktion. Das kanadische Unternehmen teilt sich damit Platz vier mit Rio Tinto.

Quelle: WWW International Diamond Consultants

Auf der Plattform können Nutzer Preise aus anderen Geschäften einsehen und haben somit einen Preisvergleich für zukünftige, eigene Auktionen. Diamantenhandel in Echtzeit sozusagen.

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