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29.11.2013

00:46 Uhr

Digitalwährung

Bitcoin ist weiter auf Rekordjagd

Spekulanten trieben den Wert der Digitalwährung Bitcoin weiter in die Höhe. Doch die virtuelle Währung ist keinesfalls alleine. Auch andere Digitalwährungen legen zu – einige um bis zu zwei Drittel in 24 Stunden.

Findet immer mehr Anklang: In diesem kalifornischen Restaurant kann man mit Bitcoins bezahlen. Reuters

Findet immer mehr Anklang: In diesem kalifornischen Restaurant kann man mit Bitcoins bezahlen.

New YorkIn den Schlagzeilen und auf dem Aufwärtstrend: Das Internetgeld Bitcoin wurde in den zurückliegenden Monaten zum Spekulationsobjekt. Allein innerhalb der vergangenen Woche verdoppelte sich der Kurs der Währung nach Angaben der Online-Plattform Mt. Gox.

Am Mittwoch durchbrach er die symbolische Marke von 1000 US-Dollar je Einheit und lag am Donnerstag schon bei über 1188 Dollar, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg schrieb. Aufsichtsbehörden weltweit beäugen digitale Währungen aber kritisch.
Doch BitCoin ist keinesfalls alleine, auch andere digitale Währungen boomen: Der Seite coinmarketcap.com zufolge, schoss der Wert vieler Digitalwährungen in den letzten vierundzwanzig Stunden in die Höhe: Litecoins legten um über einen Fünftel zu, Namecoin um über 53 Prozent und Feathercoins gar um über zwei Drittel.

Doch die bisher am meisten genutzte digitale Währung bleibt Bitcoin. Und der Service zeigt, wie Digitalwährungen je länger je mehr zum Teil des internationalen Zahlungsverkehrs werden. Ein neues Beispiel kam am Donnerstag hinzu.

Die wichtigsten Fragen zu Bitcoins

Was sind Bitcoins?

Bitcoins (BTC) sind verschlüsselte Datenpakete aus Zahlen und Buchstaben.

Wer hat Bitcoins erfunden?

Als Erfinder gibt sich jemand aus, der auf einer Kryptografie-Mailingliste unter dem Namen Satoshi Nakamoto auftrat – vermutlich ein Pseudonym, möglicherweise steckt sogar eine Gruppe dahinter. Er umriss das Konzept 2008 in einem Grundsatzpapier und brachte 2009 eine Software zum Bitcoin-Austausch heraus. Mittlerweile kümmert sich eine kleine Community von Entwicklern darum – der Quellcode liegt offen.

Wozu sind Bitcoins gut?

Für die einen sollen Bitcoins ein anonymes Zahlungsmittel im Internet sein, das Systeme wie Paypal unnötig macht. Andere sehen Bitcoins als alternatives Wertaufbewahrungsmittel. Wieder andere glauben an eine mit dem Goldstandard vergleichbare Sicherheitsfunktion.

Als weltweit erste nennenswerte Transaktion gilt der Kauf zweier Pizzen für 10.000 BTC. Auch für illegale Zahlungen kommt die Währung zum Einsatz, etwa auf der inzwischen geschlossenen Online-Plattform Silk Road.

In Deutschland sind Bitcoins noch nicht sehr verbreitet. In Onlineshops wie Schuhwelt.com sowie in mehreren Berliner Kneipen kann man mit Bitcoins zahlen – allerdings tun Kunden das bislang nur in Einzelfällen.

Wie entstehen neue Bitcoins?

Neue Bitcoins müssen berechnet werden. Anfangs konnte jeder PC Bitcoins „schürfen“. Inzwischen sind die Rechnungen so komplex geworden, dass sie nur noch Hochleistungscomputer bewältigen. Professionelle Bitcoin-Schürfer koppeln ihre Computer zusammen.

Wie viele Bitcoins gibt es?

Die Anzahl der Bitcoins ist mathematisch auf maximal 21 Millionen begrenzt. Je größer die umlaufende Menge ist, desto aufwendiger wird, neue Einheiten zu berechnen. Professor Rainer Böhme von der Uni Münster geht davon aus, dass der letzte Bitcoin im Jahr 2140 erzeugt wird.

Wo werden Bitcoins gehandelt?

Im Internet gibt es etwa 60 Umschlagplätze für Bitcoins. Die mit Abstand größte Börse war lange Zeit Mt. Gox mit Sitz in Tokio. Doch die Japaner meldeten Insolvenz an. Weitere Tauschbörsen sind Coinbase, Kraken, BitStamp, Circle und BTC China. Die nach eigenen Angaben größte Bitcoin-Börse in Deutschland, Bitcoin.de, hat ihren Sitz in Herford bei Bielefeld.

Wie hat sich der Kurs entwickelt?

Seit dem Start 2009 haben Bitcoins stark zugelegt. Im Dezember 2013 kostete ein Bitcoin mehr als 1100 Dollar. Nach der Pleite der Handelsplattform Mt. Gox Anfang 2014 rutschte der Kurs enorm ab. Zum Jahreswechsel 2014 steht er etwas über 300 Dollar.

Ist der Handel mit Bitcoins legal?

In Deutschland können Nutzer laut Bafin ohne Erlaubnis mit der Cyber-Währung bezahlen. Auch das so genannte „Mining“ – die Schöpfung von Bitcoins – ist erlaubt. Allerdings können beim Rücktausch in Euro Steuern fällig werden.

von Andreas Dörnfelder

Ein kenianisches Start-up will Überweisungen von Kenianern in anderen Ländern zurück nach Hause mit Bitcoins abwickeln, und damit in einen 1,2-Milliarden-Markt eintreten. BitPesa würde die Zahlungen fast halb so günstig abwickeln wie Konkurrenten – und statt in einigen Tagen in wenigen Stunden.

Kenia gehört zu den größten Empfängern von ausländischen Zahlungen und ist der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge der am schnellsten wachsende Markt. Mit etwa 80 Prozent kommen die meisten Zahlungen von den Millionen von Kenianern, die in den USA und in Europa leben.

Der Run auf digitale Währungen dürfte mit der großen Aufmerksamkeit zu tun haben, den die schon fünf Jahre alte Währung in letzter Zeit erhalten hat. Auf dem illegalen Internetmarkt „Silk Road“, der vergangenen Monat von Behörden geschlossen wurde, bezahlten Nutzer mit Bitcoins. Regulatoren schauen deswegen zunehmend genauer hin.

Die EZB warnt vor Risiken: Digitalwährungen seien „von Natur aus“ mit Risiken behaftet.

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

02.12.2013, 16:23 Uhr

"Die EZB warnt vor Risiken: Digitalwährungen seien „von Natur aus“ mit Risiken behaftet. "

LOL, das Leben ist lebensgefährlich

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