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23.01.2017

12:09 Uhr

Dollar, Euro, Yen

Donald bringt den Dollar ins Schlingern

VonMatthias Streit

Der neue US-Präsident hat bei seiner Antrittsrede kaum Details zu seiner Wirtschaftsstrategie genannt. Prompt verklingt die Dollar-Euphorie der Devisenhändler. Die Währung befindet sich seit der Wahl auf Zick-Zack-Kurs.

Donald Trump hat zuletzt den starken Dollar kritisiert. Im Hinblick auf den Wettbewerb mit China erklärte Trump: „Er [der starke Dollar, Anm. d. Red.] bringt uns um“. AP

Der Neue im Weißen Haus

Donald Trump hat zuletzt den starken Dollar kritisiert. Im Hinblick auf den Wettbewerb mit China erklärte Trump: „Er [der starke Dollar, Anm. d. Red.] bringt uns um“.

FrankfurtWenn Donald Trump heute auf den Wechselkurs seiner Währung blickt, dürfte er zufrieden sein. Der Dollar ist so schwach wie seit sechs Wochen nicht mehr. Gegenüber den zehn größten Währungen fiel er am Montag auf 100,21 Punkte ab. Damit bestätigt sich der Trend der vergangenen Tage.

So paradox das erscheinen mag: In der vergangenen Woche kritisierte Trump noch, dass der der Dollar zu stark sei. Der neue US-Präsident wünscht sich – im Gegensatz zu seinen Vorgängern – lieber einen schwächeren Dollar. Und indem er in seiner Amtsantrittsrede Details zu seiner Strategie vermissen ließ, erfüllt er sich diesen Wunsch in Teilen selbst. An den Devisenmärkten kehrt nach der Dollar-Euphorie die Unsicherheit zurück – das drückt den Kurs.

Dabei war der Dollar seit Trumps Wahl zum Präsidenten im November um knapp drei Prozent gestiegen. Getrieben hatte ihn einerseits die jüngste Leitzinserhöhung der US-Notenbank Fed im Dezember. Andererseits ist die Dollar-Stärke dem neuen Präsidenten selbst zuzuschreiben. Seine Visionen eines starken Amerikas haben Kapital in die USA fließen lassen. Nun versucht Trump offenbar, den Dollar schwach zu reden.

Größte Banken im Devisenhandel (2016)

Platz 10

Morgan Stanley

2016: Rang 10

2015: Rang 13

Quelle: Euromoney, Mai 2016

Platz 9

XTX Markets

2016: Rang 9

2015: nicht im Ranking vertreten

Platz 8

HSBC

2016: Rang 8

2015: Rang 7

Platz 7

Goldman Sachs

2016: Rang 7

2015: Rang 9

Platz 6

Barclays

2016: Rang 6

2015: Rang 3

Platz 5

Bank of America Merrill Lynch

2016: Rang 5

2015: Rang 6

Platz 4

Deutsche Bank

2016: Rang 4

2015: Rang 2

Platz 2

JP Morgan

2016: Rang 3

2015: Rang 4

Platz 3

UBS

2016: Rang 2

2015: Rang 5

Platz 1

Citigroup

2016: Rang 1

2015: Rang 1

Wie die Amtsantrittsrede am vergangen Freitag zeigte, hilft es manchmal auch schon, nichts zu sagen. Der Satz „Jede Entscheidung über den Handel, Steuern, Einwanderung oder Außenpolitik wird zum Wohle der amerikanischen Arbeit und Familien gefällt“ kam einer Strategieerklärung von Donald Trump noch am nächsten.

Ob der wenigen Details, der Anfeindungen anderer Länder (Mexiko, China) und der wiederholt handelskritischen Kommentare (nicht zuletzt, wenn es um Strafzölle geht) erklären die Analysten der Commerzbank den neuen US-Präsidenten zum „Trumpel im Porzellanladen“. All das könnte langfristig dazu führen, dass Anleger Kapital aus den USA abziehen – und somit den Dollar schwächen.

Kurzfristig führt diese wiederholte Absichtserklärung zumindest dazu, dass der Dollar gegenüber den großen Währung wieder verliert. Gegenüber dem Euro fiel er auf 1,0729 Dollar je Euro, gegenüber dem Yen fiel der Dollar auf 88 Cent je 100 Yen. Das sind für den Dollar die jeweils schwächsten Werte seit Anfang Dezember.

Allerdings geht es dabei eher um mittelfristige als kurzfristige Themen. Das Team um den globalen Währungsstrategen der US-Investmentbank Morgan Stanley, Hans Redeker, hat sich mit der Frage beschäftigt, wie Trump den Dollar denn schwächen könnte. Variante Nummer eins: Die Währung weiter schwach reden. Doch es gibt einen Nachteil: „Zu viel Gerede ohne darauffolgende Handlungen wird den Dollar wohl nur in der äußersten kurzen Frist beeinflussen.“

Kommentare (13)

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23.01.2017, 12:17 Uhr

Den Dollarkurs interessiert nur den Jenigen, der damit Spekulation betreibt. Die USA hat genug Rohstoffe und hat ein starkes weltweites Handelnetz in denen die Waren durch langfirstige Dollarkurs Sicherungen abgsichert sind.
American first heißt in erster Linie die eigene Wirschaft und Infrastruktur in den USA wieder aufzubauen und da spielt eine Dollar Kursschwankung keine Rolle.

Herr Max Marx

23.01.2017, 12:28 Uhr

TRUMP wird einen super Job machen.
MERKEL fährt hingegen D an die Wand.

Herr Lothar Bitschnau

23.01.2017, 12:39 Uhr

Ich glaube das mehr als 90% der Europäer den neuen amerikanischen Präsidenten kennen, aber weniger als 10% der EU Bürger den Namen ihres eigenen Parlamentspräsidenten wissen.
Demokratisch gewählte Präsidenden ... so wie Putin, den ja auch jeder kennt.
Die einen mit klarer Kontur und Richtung, bei uns etwas blasse "Verwalter".
Ganz langfristig wird der EURO auch verblassen,
aber das ist ja auch gewollt um jene Probleme zu lösen die mangels Führung entstehen.

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