Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

13.06.2013

10:22 Uhr

Dollar in der Defensive

Yen und Euro legen zu

Anleger sind wegen der US-Geldpolitik derzeit stark verunsichert und stoßen deshalb Anlagen in der US-Währung ab. Gut für Euro und Yen: Der Euro ist so hoch wie nie und auch der japanische Yen steigt derzeit an.

Zu den Profiteuren zählt der Euro: Er legt um 0,3 Prozent auf 1,3390 Dollar zu. dpa

Zu den Profiteuren zählt der Euro: Er legt um 0,3 Prozent auf 1,3390 Dollar zu.

FrankfurtDevisen-Investoren haben am Donnerstag auf eine Fortsetzung der massiven Fed-Anleihenkäufe gewettet. Damit unterstellten sie einen absehbar schwachen Dollar und stießen deshalb Anlagen in der US-Währung ab. Grundsätzlich sind Anleger über die weitere US-Geldpolitik derzeit stark verunsichert.

Zu den Profiteuren zählte der Euro, der um 0,3 Prozent auf 1,3390 Dollar zulegte. So teuer war die Gemeinschaftswährung zuletzt Ende Februar. Auch der japanische Yen machte Boden gut, angetrieben unter anderem von Anlegern, die ihre Gewinne einstrichen. Der Dollar verlor rund zwei Prozent und notierte zeitweise um 93,78 Yen. Damit war er so günstig wie seit Anfang April nicht mehr, als die Bank of Japan die Geldschleusen weit geöffnet hatte. Seit dem Viereinhalb-Jahres-Hoch bei 103,74 Yen am 22. Mai hat die US-Währung zum Yen 8,6 Prozent an Wert verloren.

Geschichte des Euro

Anfänge

Das Ziel einer Währungsunion war bereits im EG-Vertrag verankert. Am 1. Januar 1999 ist es so weit: Der Euro wird gemeinsame Währung von elf Ländern. In Euro bezahlt werden kann per Scheck, Kredit- oder EC-Karte. Das alte Geld bleibt jedoch zunächst das allein gültige Zahlungsmittel. Wenige Tage später nehmen auch die Finanzmärkte den Handel mit Euro auf.

Euro-Zone

Zu den ersten Ländern, die den Euro einführten, gehörten Belgien, Deutschland, Finnland, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, Niederlande, Österreich, Portugal und Spanien. Griechenland trat erst 2001 der Gemeinschaft bei, da es vorher nicht die Auflagen erfüllte. Großbritannien, Dänemark und Schweden verzichteten auf den Euro.

Bargeld

Am 1. Januar 2002 wird der Euro in zwölf Ländern gesetzliches Zahlungsmittel. Die D-Mark behält für zwei Monate ihr Gültigkeit, kann danach aber immer noch gegen Euro eingetauscht werden. Der Wechselkurs ist festgesetzt auf 1 Euro = 1,95583 D-Mark.

Neue Mitglieder

2004 werden zehn Länder in Mittel- und Osteuropa sowie im Mittelmeerraum neue EU-Mitglieder. Sie müssen die Gemeinschaftswährung übernehmen, sobald sie die Konvergenzkriterien erfüllen. Bis heute sind allerdings nur fünf weitere Staaten der Euro-Zone beigetreten, nämlich Slowenien, Malta, Zypern, Estland und die Slowakei. Damit gibt es insgesamt 17 Länder in Europa, in denen offiziell mit Euro bezahlt werden kann.

Höchststand

Ende August 2008 steigt der Euro zum ersten Mal über die psychologisch wichtige Marke von 1,50 US-Dollar. Sein bisheriges Allzeithoch von 1,5990 Dollar erreicht die Gemeinschaftswährung am 15. Juli, wobei der höchste je am Markt gehandelte Kurs sogar über 1,60 Dollar liegt.

Schuldenkrise

Im Frühjahr 2010 kommt Griechenland in immer größere Finanznöte und muss als erstes Euro-Land Milliardenhilfen beantragen. Damit nimmt eine Schuldenkrise ihren Lauf, in dessen Zuge weitere Länder, darunter Irland und Portugal, um Geldmittel bitten müssen. In der Öffentlichkeit wird heftig über einen möglichen Zusammenbruch der Euro-Zone spekuliert. Die Gemeinschaftswährung wertet kontinuierlich ab.

Dem vorangegangen war eine politisch gewollte, drastische Abwertung der japanische Währung. Unterstützt von einer ultralockeren Geldpolitik sollten Exporteure international wettbewerbsfähiger werden. Dem japanischen Aktienmarkt hatte diese Erwartungshaltung enormen Auftrieb gegeben.

Der aktuelle Anstieg des Yen stimmt Aktien-Investoren allerdings skeptisch, so dass sie vorsichtshalber Kasse machen. Der Nikkei-Index sackte am Donnerstag um 6,4 Prozent ab und schloss auf dem tiefsten Stand seit Anfang April. Eine optimistische Konjunktureinschätzung der japanischen Regierung prallte an Anlegern zumindest vorerst ab.

Von

rtr

Kommentare (1)

Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.  Selber kommentieren? Hier zur klassischen Webseite wechseln.

Kritiker

13.06.2013, 10:36 Uhr

Schlagzeile: "Der Euro ist so hoch wie nie..." Was nicht stimmen kann! Um dann im Artikel zu schreiben: "So teuer war die Gemeinschaftswährung zuletzt Ende Februar."
So was sollte man vermeiden wenn man Artikel veröffentlicht!!

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×