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09.07.2013

20:40 Uhr

Dreimonatstief

EZB drückt den Euro

Die Europäische Zentralbank will die Zinsen länger als ein Jahr niedrig halten. Darauf lassen Aussagen von EZB-Direktor Jörg Asmussen schließen. Der Euro fällt ins Minus – und die EZB stellt die Aussage klar.

Aussagen von EZB-Direktor Jörg Asmussen lasten auf dem Euro. dpa

Aussagen von EZB-Direktor Jörg Asmussen lasten auf dem Euro.

FrankfurtDer Euro hat am Dienstag spürbar nachgegeben. Am Nachmittag sank die Gemeinschaftswährung bis auf 1,2763 US-Dollar. Das ist der tiefste Stand seit Anfang April. Händler begründeten die Euro-Verluste von knapp einem Cent mit Äußerungen von EZB-Direktor Jörg Asmussen. Sie verwiesen auf Medienberichte, nach denen Asmussen weitere Krisenmaßnahmen der Notenbank nicht ausschließe.

Die EZB will ihren Leitzins offenbar für länger als ein Jahr auf dem gegenwärtigen rekordniedrigen Niveau von 0,5 Prozent belassen. EZB-Direktor Jörg Asmussen sagte im Interview mit Reuters, die Notenbank gehe von einem Zeitraum aus, der auf jeden Fall länger als ein Jahr sei. "Mario Draghi hat gesagt, es sind nicht sechs Monate, nicht zwölf Monate, es geht darüber hinaus", sagte Asmussen.

In einem ungewöhnlichen Schritt stellte die EZB die Äußerungen klar. In dem Interview habe Asmussen lediglich die einstimmige Entscheidung des EZB-Rates bestätigen wollen, dass das Niedrigzinsversprechen für einen längeren Zeitraum gelten solle, teilte ein EZB-Sprecher am Dienstag mit. Asmussen habe sich nicht zur exakten Länge des Zeitraums äußern wollen.

Die EZB hatte vergangene Woche erstmals in ihrer Geschichte Hinweise auf ihre künftige Geld- und Zinspolitik gegeben - Fachleute nennen das Forward Guidance. Draghi hatte lediglich von einem "längeren Zeitraum" gesprochen. Die Aussicht auf eine niedrige Zinsen bringt Währungen für gewöhnlich unter Druck.

Asmussen wollte nicht ausschließen, dass die EZB mit anderen Maßnahmen gegen Krise und Rezession kämpfen könnte, etwa mit weiteren Langfristtendern, über die sie den Banken für einen langen Zeitraum Liquidität zur Verfügung stellt. "Ich würde da nichts ausschließen - wir haben die ganze Bandbreite der unkonventionellen Maßnahmen, die jederzeit eingesetzt werden können, wenn sich die Notwendigkeit ergibt, betonte er. Ähnlich wie bereits Draghi in der vergangenen Woche wollte Asmussen auch eine Zinssenkung nicht ausschließen: "Ich schließe gar nichts aus", sagte er auf eine entsprechende Frage.

Grundsätzlich zeigte sich der frühere Finanzstaatssekretär aber bis auf weiteres mit dem Geldpolitik der EZB zufrieden: "Wenn man es mit einem Auto vergleichen würde - derzeit fahren wir exakt mit der richtigen Geschwindigkeit. Wir haben den Fuß nicht auf der Bremse und auch nicht auf dem Gaspedal, wenn man sich die Daten anschaut, die wir bekommen." Der EZB-Rat habe alle Entscheidungen der vergangenen Woche einstimmig getroffen. Auch der Beschluss, den Leitzins vorerst nicht weiter zu senken, sondern konstant zu halten, sei einstimmig erfolgt. Es sei der EZB darum gegangen, die Erwartungen des Finanzmarktes an die künftige Geldpolitik fest zu verankern.

Bis auf weiteres dürften die Notenbanken größter Treiber der Kursentwicklung bleiben. Beobachter warten deshalb gespannt auf das am Mittwoch anstehende Protokoll der jüngsten Zinssitzung in den USA. Sie erhoffen sich Hinweise darauf, wann die amerikanische Notenbank Fed ihre extrem lockere Geldpolitik etwas zurücknehmen wird. Notenbankchef Ben Bernanke hatte das Vorhaben Mitte Juni in Aussicht gestellt und damit für massive Umschichtungen an den internationalen Finanzmärkten gesorgt.

Von

dpa

Kommentare (5)

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Account gelöscht!

09.07.2013, 18:12 Uhr

Der Euro ist nach seinen Aussagen nicht gefallen, sondern gestuerzt.

Herr Asmussen als DEUTSCHER liebt die Enteignungs- und Transferpolitik der EZB, wobei wohl die deutschen Sparer und die deutschen privaten Altersvorsorger VOELLIG unwichtig sind. Er scheint dabei sehr gluecklich zu sein (sonst wuerde er seine Strategie nicht immer wieder erneut bekraeftigen), genauso wie unsere deutsche Regierung. Zumindest kenne ICH kein gegenteiliges Statement. Ein perfektes Team, oder nicht?

Ichbinsdoch

09.07.2013, 20:12 Uhr

Das arbeitende Volk, der Sparer, der Rentner, die armen Arbeiter/Angestellen die auf Lebensversicherrung setzten mußten um der Altsarmut entgehen zu können....halt alle "Normalen Bürger" werden belogen, betrogen, und auf übelste Abgezockt. Die EZB/Euro-Politik verbrennt Generationen von Arbeit

Das nenn ich schon Verat...was muss jeder Politiker für einen Eid leisten?
Dagegen hat zu ziehmlich jeder verstoßen, mit vollem Bewußtsein. Wann werden die endlich einmal zur Rechenschaft gezogen? Muss dazu erst wieder ganz Europa brennen? :(

Ludwig500

09.07.2013, 21:21 Uhr

Asmussen hat diesen Posten nur bekommen, weil er sich der bedingungslosen Eurorettung verschrieben hat. An seine Position setzten die Euro-Fanatiker und deren Strippenzieher keinen, bei dem auch nur der geringste Verdacht besteht, er könne einen Gedanken an das Fussvolk verschwenden. Ein Speichellecker reinsten Wassers.

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