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23.08.2011

16:40 Uhr

Düstere Prognose

Greenspan prophezeit Zusammenbruch des Euros

Dieser Mann liebt die Provokation: Alan Greenspan, ehemaliger Chef der US-Notenbank, meldet sich mit einer düsteren Prognose zu Wort. Er sieht den Euro vor dem Untergang. Die Märkte reagieren prompt.

Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan. AFP

Der ehemalige Fed-Chef Alan Greenspan.

Washington/DüsseldorfIn seiner Zeit als Chef der US-Notenbank war Alan Greenspan einer der mächtigsten Männer der Finanzwelt, wenn nicht der mächtigste. Auch wenn er schon Jahre nicht mehr in Amt und Würden ist, er polarisiert immer noch. Auf einem Symposium in Washington erklärte der 85-Jährige, der Euro stehe kurz vor dem Kollaps.

„Der Euro bricht zusammen“, sagte Greenspan. In der Folge werde es sehr deutliche Probleme bei europäischen Banken geben. US-Unternehmen müssten sich auf Gewinneinbrüche und sinkende Aktienkurse einstellen, sollte es in Europa zu einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung kommen.

Einige Händler machten seine Aussagen sogar für den Kursrutsch des Euros verantwortlich. Kaum hatte Greenspan gesprochen, fiel der Euro unter 1,44 Dollar - er notierte rund ein US-Cent niedriger als am Vormittag .„Man muss zwar hinterfragen, welchen Stellenwert Herr Greenspan noch hat, aber die Reaktion zeigt, wie nervös die Märkte derzeit sind“, sagte ein Devisenhändler in Frankfurt.

Der Tag an den Märkten (Stand 11:00 Uhr)

Dax

+ 0,6 Prozent

Euro-Stoxx 50

+ 0,7 Prozent

Dow Jones

+ 0,3 Prozent (20.10.)

Nikkei

+ 1,7 Prozent

CSI 300 (China)

- 0,3 Prozent (30.09.)

Euro

1,3774 Dollar (+ 0,01 Prozent)

Öl (Brent Barrel)

110,47 Dollar (- 0,3 Prozent)

Gold

1.621 Dollar (+ 0,2 Prozent)

Das Rekordniveau bei Gold - am Morgen war der Preis für eine Feinunze über 1900 Dollar gestiegen - hält der ehemalige Fed-Chef für gerechtfertigt. Er sehe keine Blase, so Greenspan.

„Greenspan spricht Klartext, wenn er sagt, dass sich Gold nicht in einer Blase befindet, und wenn er sagt, dass der Euro zusammenbricht, hat das immer noch Wirkung“, erklärte Robert Halver von der Baader Bank.

Greenspan war von 1987 bis 2006 Präsident der Fed. Unter seiner Ägide begann die Fed, die Geldpolitik zu lockern. Jede Krise der Realwirtschaft wurde dadurch bekämpft, dass die Zinsen gesenkt oder die Notenpresse angeworfen wurde. Kritiker sehen in ihm einen der Verursacher der aktuellen Finanzkrise. Nichtsdestotrotz oder gerade deshalb - an den Märkten haben seine Worte offenbar nach wie vor Gewicht.

Kommentare (70)

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insider

23.08.2011, 16:21 Uhr

sagt derjenige der die USA ins Verderben geführt hat......und aus den Banken tickende Zeitbomben

Account gelöscht!

23.08.2011, 16:43 Uhr

der Greenspan: jeder seriöse Finanzer muss ein Bild von ihm haben mit der Überschrift: SO NICHT!

Markus

23.08.2011, 16:48 Uhr

Ausgerechnet derjenige, welcher die USA in ihre jetzige Problematik gebracht hat, will gute Ratschläge erteilen. Ich stelle sogar die gewagte Gegenthese auf, das eher der US-Dollar als Weltleitwährung abgelöst wird, bevor der Euro zusammenbricht.

Was will der eigentlich? Zu melden hat er doch sowieso nix mehr. Mit Bernanke einer der schlimmsten Geldhüter den die FED je gesehen hat.

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