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28.09.2011

13:33 Uhr

Edelmetall-Anlagen

Das Alters-Risiko mit Gold begrenzen

VonIngo Narat

Die Flucht ins Gold dominiert seit Monaten die Schlagzeilen, doch bei deutschen Sparern sind Edelmetalle bislang wenig gefragt. Dabei können sich Gold-Anlagen gerade zur langfristigen Absicherung eignen.

Gold kann auch für Kleinanleger attraktiv sein. dpa

Gold kann auch für Kleinanleger attraktiv sein.

FrankfurtGold war die beste Vermögensform dieses Jahrtausends. Der Preis hat sich in der Spitze fast verachtfacht. Zuletzt brauchten die Gold-Anleger allerdings starke Nerven. Von über 1900 Dollar je Unze (31,1 Gramm) stürzte der Preis innerhalb weniger Tage auf rund 1550 Dollar ab. Am Mittwoch kostete Gold wieder rund 1650 Dollar. Manche Experten haben auf eine solche Korrektur gewartet. „Die Intensität hat mich überrascht, aber langfristig ist das gesund, denn viele spekulative Anleger sind aus dem Markt geschleudert worden“, sagt beispielsweise Ronald Stöferle, Goldexperte bei der Erste Bank in Wien.

„Der Markt war kurzfristig überhitzt“, sagt auch Heinz-Werner Rapp, Chef-Anlagestratege und Vorstand von Feri Finance, der für 18 Milliarden Euro Anlagekapital vermögender Privatkunden und institutioneller Investoren verantwortlich zeichnet. Er sieht Gold weiterhin als unverzichtbaren Teil einer sinnvollen langfristigen Vermögensplanung. „Bis zu 15 Prozent des Vermögens sollten es sein, bei einer Währungserosion eher 25 Prozent“, sagt er.

Hinter dem Begriff Währungserosion verbirgt sich ein Kaufargument für Gold, das gerade in den vergangenen Monaten Zugkraft entwickelte. Gemeint sind die Anstrengungen von Notenbanken und Regierungen der westlichen Länder zur Ankurbelung der Konjunktur sowie zur Stützung angeschlagener EU-Länder. Eine verstärkte Schuldenaufnahme höhlt die Währungen aus und macht vielen Menschen Angst vor steigender Inflation.

Deshalb wird Gold jetzt anders wahrgenommen. In diesem Jahrtausend kauften Anleger zunächst, weil sie die Eigenschaften des Edelmetalls als Vermögensform schätzten. Es war nicht an die Entwicklung etwa von Aktien gekoppelt, eignete sich demnach zur Streuung von Risiken. „In den letzten Monaten aber feierte Gold eine Renaissance als Alternativwährung“, sagt Stöferle. Gold kann nicht, wie etwa Dollar oder Euro, beliebig vermehrt werden und damit an Wert einbüßen. Es war in den vergangenen Jahrtausenden als Zahlungsmittel und Wertspeicher immer präsent, während andere Währungen verfielen.

Kommentare (11)

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Peter

28.09.2011, 14:33 Uhr

Richtig interessant wäre es, wenn sich erste Idioten fänden, die Gold in größerem Stil leer verkaufen. Das gäbe einen herrlichen VW-Effekt, wenn 200 Tt Leerverkäufen nur 170 Tt physisch vorhandenes Gold gegenüberständen...

ChKy

28.09.2011, 16:07 Uhr

Das wird doch schon lange praktiziert...

Es gibt viel mehr Papierzertifikate auf Edelmetall als dieses unmittelbar physisch verfügbar ist.

atp50

28.09.2011, 16:37 Uhr

Die Zeit ist reif für zwei Kurse: dem Kurs für "Papier- und Zertifikat-Gold" und einem Pries für physisches, sofort lieferbares unbelastetes Gold!

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