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17.06.2015

06:41 Uhr

Edelmetall beliebte Anlageform

Richtige Gold-Fans kann nichts erschüttern

VonRegine Palm

Angesichts der Griechenland-Krise wächst unter Anlegern die Unsicherheit. Ein Krisen-Klassiker rückt daher ins Blickfeld: Gold. Der Kurs schwankte zuletzt – doch Gold-Besitzer haben zumindest einen Grund zur Freude.

Comeback des Edelmetalls

Was Experten Gold-Anlegern raten

Comeback des Edelmetalls: Was Experten Gold-Anlegern raten

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DüsseldorfWas Anleger derzeit für Gold erwärmt? „Zu allererst die Griechenland-Krise, aber auch die Euro-Schwäche und Nullzins-Diskussion sind Faktoren, die für private Anleger derzeit eine wichtige Rolle beim Goldkauf spielen“, sagt Wolfgang Wrzesniok-Roßbach, Sprecher der Degussa Goldhandel GmbH. Und viele Kunden sähen den Kauf von Gold ganz klar auch als Alternative zum Halten von Bargeld.

Das Hin und Her im griechischen Schuldenstreit sei das beherrschende Thema in der Beratung, betont auch der Edelmetallhändler Pro Aurum. Anders als im Mai 2010, als die ersten Meldungen über die desolate Finanzlage des Landes die Nachrichten bestimmten, habe es aber noch keine Panik-Goldkäufe gegeben. „Sollten die Hellenen aber tatsächlich pleitegehen oder gar aus dem Euro austreten, dann wird die Goldnachfrage wieder drastisch ansteigen“, prophezeit Benjamin Summa von Pro Aurum.

Mit dieser Einschätzung steht er nicht allein. „Da die Zeit für Griechenland immer knapper wird, sollte Gold als sicherer Hafen in den nächsten Wochen stärker nachgefragt sein“, erwarten auch die Experten der Commerzbank. Das sollte den Preis unterstützen.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im ersten Quartal 2015 betrug 1079,3 Tonnen. Damit ist die Nachfrage nur um knapp 11 Tonnen im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 1089,9) gefallen.

Quelle: World Gold Council

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im ersten Quartal 2015 insgesamt 600,8 Tonnen und ist damit um drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr (Q1'14: 620,2) gefallen.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich im ersten Quartal 2015 auf 80,4 Tonnen und fiel, verglichen mit den 81,9 Tonnen im ersten Quartal 2014, um zwei Prozent.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen ist im ersten Quartal 2015 gesunken – auf 253,1 Tonnen. Ein Minus von zehn Prozent im Vergleich zu 2014 (Q1: 281,5).

EFTs und ähnliche Produkte

Die Nachfrage bei den Gold-EFTs betrug im ersten Quartal 2015 25,7 Tonnen. Im ersten Quartal des Vorjahres wurden noch Abflüsse in Höhe von 13,5 Tonnen verzeichnet.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe von Zentralbanken betrugen im ersten Quartal 2015 119,4 Tonnen. Im Vergleich zum Vorjahr blieb der Wert damit nahezu gleich (Q1'14: 119,8).

Investment gesamt

Die Goldnachfrage im Investment belief sich im ersten Quartal 2015 auf 278,8 Tonnen. Das ist eine Steigerung von vier Prozent, im Vorjahresquartal waren es 268 Tonnen.

Zumindest einen Grund zur Freude gibt es für viele deutsche Gold-Investoren: Auf Euro-Basis ist der Goldpreis zu Beginn des Jahres von 950 Euro auf rund 1.150 Euro gesprungen. Mit zuletzt 1.051 Euro konnte das Edelmetall einen großen Teil dieser Gewinne bis heute verteidigen. Auf Dollar-Basis kostet das Edelmetall mit unter 1.200 Dollar aber in etwa gleich viel wie zum Jahresbeginn. „Auch im direkten Vergleich mit anderen Anlageformen konnte das Gold gut mithalten“, stellt Wrzesniok-Roßbach fest.

Gold wird für mehrere Jahre gekauft

Goldanbieter aus den USA werden zurzeit aber ohnehin etwas neidisch nach Europa schauen. Jenseits des Atlantiks ist vor allem die Nachfrage nach Münzen eingebrochen. Aber europäische Investoren, insbesondere Deutsche, halten Gold unverändert für eine interessante Anlage. Fast ein Drittel würden sich heute immer noch für Gold entscheiden. Zum fünften Mal in Folge ist damit Gold bei den Anlegern am meisten gefragt, so eine Umfrage des Forsa-Instituts im Auftrag des Edelmetallhändlers Pro Aurum unter rund tausend potenziellen Investoren.

Die Investoren glauben, dass Gold im Vergleich zu anderen Geldanlagen wie Aktien, Fondsanteilen, Fest- oder Termingeld oder Anleihen, den meisten Gewinn bringt. Als Anlagehorizont wurde eine Geldanlage mit einer Laufzeit von mindestens drei Jahren festgelegt. Zum Vergleich: Nur 23 Prozent der Befragten sehen langfristig den größten Profit bei Aktien. Anleihen bilden mit gerade einmal drei Prozent das Schlusslicht.

Kommentare (7)

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Herr KarEL BrightShooster

17.06.2015, 08:50 Uhr

Es ist eigentlich die richtige Zeit in Gold zu investieren, die Banken holen es weltweit zurück; dass sollte eigentlich Signal genug sein. bitte auch an Silber denken das ist volatiler und die Marktreserven enger weil es auch zu 90% industriell genutzt wird. Allerdign stehen auf Siulber auch 19% Mehrwertsteuer, die kann man umgehen wenn man in Nicht-EU Münzen investiert - hängt von der Münze ab.

und überlegen ob man ETCs nimmt, mag ok sein wenn der Markt sich einigermassen stabil erweisst - bei einem Crash könnte aber Umständen ETC's als 'leere' Versrpechungen erweisen, nur physisches Gold/Silber ist gutes Gold/Silber
cheers
/K

Herr Bernd Bube

17.06.2015, 09:08 Uhr

Allen Fanboys von Gold sei ein Zitat vom Meister ans Herz gelegt:

"[It] gets dug out of the ground in Africa, or someplace. Then we melt it down, dig another hole, bury it again and pay people to stand around guarding it. It has no utility. Anyone watching from Mars would be scratching their head."

- Warren Buffett

Herr Herbert Maier

17.06.2015, 09:17 Uhr

Naja, es ist auf der Erde halt ein anerkanntes, inflationssicheres und über viele Jahre (Jahrhunderte) beständiges Tauschmittel, was man vom Euro und anderen Währungen ja nicht unbedingt behaupten kann.

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