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05.05.2011

12:29 Uhr

Edelmetall-Bonanza

Silberpreis stürzt ab, Gold im Minus

Die Turbulenzen an den Edelmetall-Märkten geht heute weiter. Spekulanten nehmen vor allem Silber ins Visier. Der Preis für das Edelmetall fällt deutlich und auch Gold verliert.

Der Silberpreis kann sein Rekordniveau nicht halten Quelle: dpa

Der Silberpreis kann sein Rekordniveau nicht halten

FrankfurtAn den Finanzmärkten hat sich die Talfahrt des Silberpreises am Donnerstag fortgesetzt. Nachdem Silber erst vor einer Woche einen Rekordstand von 49,51 Dollar erreicht hatte, verlor das Edelmetall seither stark an Wert. Binnen

Wochenfrist liegt der Wertverlust bei fast elf Dollar oder 22 Prozent. Am Donnerstag kostete eine Feinunze (etwa 31 Gramm) Silber im Vormittagshandel 38,18 Dollar und lag damit drei Prozent im Minus. Zuvor hatte das Edelmetall seit Jahresbeginn einen starken Höhenflug hingelegt und sich in der Spitze um 20 Dollar oder 65 Prozent verteuert.

Meilensteine für Silber: Seit 1973

1973

Die Gebrüder Hunt beginnen, groß ins Silbergeschäft einzusteigen.

18. Januar 1980

In Reaktion auf die sowjetische Invasion in Afghanistan steigt der Silberpreis auf ein Rekordhoch von knapp unter 50 Dollar je Feinunze. Bis zum Jahresende ist er wieder auf rund 15 Dollar gefallen.

1988

Die Gebrüder Hunt - Söhne des texanischen Öl-Tycoons Haroldson Lafayette Hunt Jr. - werden wegen versuchter Manipulation des Silbermarktes verurteilt. Sie müssen an ein peruanisches Mineralunternehmen 134 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Die Brüder erklären ihren Bankrott.

1997 und 1998

Warren Buffett kauft rund 130 Millionen Feinunzen Silber.

2010

Der Silberpreis steigt um mehr als 80 Prozent und entwickelt sich damit deutlich besser als Gold, was 30 Prozent an Wert gewinnt.

2011

Die Rally setzt sich ungebremst fort. In den ersten vier Monaten steigt der Silberpreis um 55 Prozent und erreicht ein neues Rekordhoch bei 49,75 Dollar je Feinunze.

April 2011

Doch Ende April kommt die plötzliche Wende: Unmittelbar nachdem der Silberpreis den Rekordpreis geknackt hat und über 50 Dollar gestiegen ist, setzt eine scharfe Korrektur ein. Binnen einer Woche stürzt die Notierung um ein Drittel auf 33 Dollar ab. Vielen Anlegern ist die Rally offenbar zu heiß geworden, zudem verschärfen zahlreiche Börsen die Sicherheitsanforderungen für den Handel mit Silber-Kontrakten. Das schreckt Investoren zusätzlich ab.

Juni 2012

Der Silberpreis erreicht Ende Juni mit 26,16 Dollar den tiefsten Stand seit Jahren. Auf diesem Niveau stabilisiert sich der Preis, eine nachhaltige Erholung ist allerdings nicht in Sicht.

31.Dezember 2012

Der Silberpreis notiert am Ende des Jahres 2012 bei 29,10 Dollar. Auf Jahressicht legt Silber um knapp 9,0 Prozent zu. Gold schafft dagegen nur ein Plus von 6,6 Prozent.

Juli 2013

Der Silberpreis fällt bis Ende Juli 2013 um mehr als 35 Prozent auf 19 Dollar. Die massive Geldschwemme der weltweiten Notenbanken treibt die Anleger raus aus den als „sicher" geltenden Edelmetallen.

20. Dezember 2013

Der Silberpreis ist seit August von 24 Dollar auf gut 19 Dollar gefallen. Damit hat er fast wieder die Jahrestiefs erreicht.

Experten führen den jüngsten Wertverlust vor allem darauf zurück, dass wichtige Börsen ihre Sicherheitsleistungen für Terminkontrakte zuletzt mehrfach und spürbar erhöht haben. Diese Zahlungen müssen Anleger als Sicherheit hinterlegen, wenn sie Silber auf Termin kaufen wollen. So hatte die New Yorker Warenterminbörse Comex erst am Mittwoch abermals eine Anhebung der Sicherheitsleistung für Silber-Kontrakte angekündigt.

„Damit wird die zu hinterlegende Sicherheitsleistung in rund zwei Wochen um 84 Prozent erhöht“, schreibt die Commerzbank in einer Studie. Auch die chinesische Handelsplattform „Shanghai Gold Exchange“ hat die Anforderungen unlängst erhöht. Die Erhöhungen führen dazu, dass sich viele Anleger vom Silbermarkt zurückziehen.

Der an der Comex gehandelte Silber-Future fiel um 3,4 Prozent auf 38,06 Dollar je Feinunze. „Der Beschleuniger für die Bewegung des Silberpreises dürften die Hinterlegungspflichten sein, sie vertreiben die rein kurzfristig orientierten Spekulanten, die ein heißes Spiel
spielten“, sagte Analyst Joe Cusick von Online-Broker optionsXpress in Chicago.

Die Comex-Mutter CME erhöhte mit Wirkung von Donnerstag die Sicherheitsleistung auf 14.000 von 12.000 Dollar je Terminkontrakt im Volumen von 5000 Feinunzen. Am Montag soll die Anforderung auf 16.000 Dollar steigen. Mit den insgesamt fünf Schritten dieser Art hat die CME damit den Handel mit Silberterminkontrakten um 84 Prozent verteuert.

Gold verbilligte sich um 0,5 Prozent auf 1507,59 Dollar je Feinunze beziehungsweise um 0,6 Prozent auf 1015,84 Euro.

Kommentare (1)

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Weltweitercrash

05.05.2011, 12:51 Uhr

Das macht garnichts wenn der Preis absackt. Gute Gelegenheit zum Nachkaufen.
Ohne Edelmetalle seht ihr in sehr naher Zukunft sehr alt aus......
Nichts weniger als ein weltweiter ( geplanter ) Finanzchrash steht vor der Tür. Wer das immer noch nicht geblickt hat, dem ist wohl nicht zu helfen....

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