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12.09.2013

09:58 Uhr

Edelmetall

Goldman prophezeit sinkenden Goldpreis

Die Preise für Rohstoffe werden sinken – da sind sich Goldman-Experten sicher. Die Experten machen dafür die US-Notenbank verantwortlich. Hedgefonds setzen indes weiter auf das Edelmetall.

Goldman Sachs sagt Rückschläge an den Rohstoffmärkten voraus. dpa

Goldman Sachs sagt Rückschläge an den Rohstoffmärkten voraus.

Der Goldpreis wird nach Einschätzung von Goldman Sachs fallen. Die Experten der Investmentbank gehen davon aus, dass der Preis unter Druck geraten wird, wenn die US-Notenbank mit dem Zurückfahren ihrer Anleihekäufe beginnen wird.

Die Verringerung der Anleihekäufe dürfte der Katalysator sein, der die Goldpreise tiefer treibt, schrieben die Analysten um Jeffrey Currie und Damien Courvalin in ihrer Studie. Die Goldman-Ökonomen erwarten, dass die Notenbanker angesichts anziehender Konjunktur ihre quantitativen Lockerungsmaßnahmen bei ihrer Sitzung am 17. und 18. September drosseln werden.
„Vor dem Hintergrund einer Beschleunigung der Wirtschaftsaktivität in den USA und einer weniger akkommodierenden geldpolitischen Haltung werden die Goldpreise bis ins Jahr 2014 hinein zurückgehen“, schrieben die Analysten.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.


Goldman hielt seine Drei- und Sechsmonatsziele von 1300 Dollar je Unze aufrecht. Die Analysten erklärten, das Näherrücken der Schuldenobergrenze in den USA könnte die Verluste begrenzen, bis das Verschuldungslimit im Oktober angehoben wird. Das 12-Monats-Ziel der Bank liegt bei 1175 Dollar.

Am Donnerstag fiel der Goldpreis um 1,8 Prozent auf 1342 Dollar. Nach zwölf Jahren Hausse ist der Preis dieses Jahr um 18 Prozent abgesackt. Investoren das Edelmetall verkauften in börsengehandelte Goldfonds in Rekordtempo. Der Goldpreis liegt damit deutlich unter seinem Rekordniveau von 1923 Dollar, das im September 2011 erreicht wurde. In einer Bloomberg-Umfrage von vergangener Woche sagten 18 Prozent der Analysten, dass das Edelmetall dieses Niveau in den kommenden zwei Jahren nicht übersteigen wird. Elf Prozent rechnen hingegen mit neuen Allzeithochs.

Kommentare (25)

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zadrave

11.09.2013, 21:58 Uhr

Und täglich grüßt das Murmeltier :-)

Gaffel

12.09.2013, 10:20 Uhr

Wie überaus treffend, daß sich just zur Veröffentlichung dieser Meldung der Goldpreis um rund 2 % nach unten bewegt hat. Natürlich hat Goldman hier nicht seine Finger im Spiel und auch die vielen Leerverkäufe wurden natürlich nicht von Goldman initiiert.
Da das HB Zugriff auf die Börsenumsätze und die Daten der offenen Kontrakte hat, wäre es journalistisch ganz einfach, solche "Meldungen" als das zu entlarven, was sie sind:
Manipulationsversuche und Lobbyarbeit von Goldman und Komplizen.
Aber in unserer Zeit ist für eine entlarvende Kommentierung wohl zu viel "Recherchearbeit" in der HB-Redaktion nötig.
Da wünscht man sich die spitzen Kommentare und klugen Schlußfolgerungen eines Kostolany zurück.

Account gelöscht!

12.09.2013, 10:30 Uhr

Goldman Sachs ist bekannt dafür, selbst genau das Gegenteil dessen zu tun, was es seinen Kunden empfiehlt oder in der Presse "prophezeit". Trotzdem bewegt deren Aussage erst mal immer den Markt. Ist der Preis dann weit genug hinuntergeprügelt, sind die Goldmannsachsen die ersten, die die Werte wieder billig einsammeln. Es empfiehlt sich daher tatsächlich, erst Mal kurzfristig der Empfehlung zu folgen. Was natürlich nicht heißt, man sollte jetzt seine physischen Goldbestände liquidieren, das wäre übertrieben. Aber einen kurzzeitigen Gold-Short-Zock per OS könnte man jetzt durchaus wagen.

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