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17.05.2012

10:46 Uhr

Edelmetall

Investoren setzen auf Dollar statt Gold

Nach einem Preisrückgang hat Gold mittlerweile einen Bärenmarkt erreicht. Anleger ziehen sich weiter aus dem Edelmetall zurück und investieren stattdessen lieber in den amerikanischen Dollar.

Gold verliert an Beliebtheit. dpa

Gold verliert an Beliebtheit.

Der Glanz des Goldes ist verblasst. Mit einem Preisrückgang von 20 Prozent gegenüber dem Allzeithoch vom September 2011 ist nunmehr ein “Bärenmarkt” erreicht. Dabei hat etwa die US-Bank Goldman Sachs Group Inc. Rekordpreise für das Edelmetall vorausgesagt.

Investoren reduzieren ihre Goldanlagen bereits seit drei Monaten, das ist die längste Phase seit 2004. Favorisiert wird stattdessen der Dollar. Er ist die neue Zuflucht vor der Staatschuldenkrise in der Euro-Zone - zumal die Spekulationen zunehmen, dass Griechenland, das nach der gescheiterten Regierungsbildung vor Neuwahlen steht, aus der Europäischen Währungsunion aussteigen wird. Die Unze Gold verbilligte sich am Mittwoch am Kassamarkt um bis zu 1,1 Prozent auf 1.526,97 Dollar.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Die Goldbestände in börsengehandelten Produkten (ETF) sind von einem Rekordvolumen von 2.410,2 Tonnen am 13. März um 30,8 Tonnen gesunken, wie Daten von Bloomberg zeigen. Royal Bank of Scotland Plc, ABN Amro Bank NV und Barclays Plc haben ihre Prognosen für den Goldpreis im Mai heruntergeschraubt, während Goldman Sachs in den nächsten 12 Monaten einen Anstieg um 25 Prozent auf 1.940 Dollar erwartet.

Bislang war die Entwicklung des Goldpreises beeindruckend: Elf Jahre in Folge verteuerte sich das Edelmetall, der Preis hat sich versiebenfacht. Vor allem 2008, während der weltweiten Finanzkrise und der Rezession, kletterte die Nachfrage.

Jetzt erhält der Dollar Rückenwind - durch die Sorge vor einem Auseinanderbrechen der Europäischen Währungsunion und von Anzeichen, dass die US-Konjunktur an Stärke gewinnt.

“Gold ist nur eine weitere Risikoanlage”, sagt Michael Aronstein, Präsident von Marketfield Asset Management in New York. Er hatte 2008 einen Preiseinbruch bei Rohstoffen vorausgesagt und ebenso die nachfolgende Erholung 2009. Wer das Risiko vor acht oder zehn Jahren richtig einschätzte, der habe gut verdient. Aber ein “richtiger” sicherer Hafen wäre ein hoher Stapel großer Schweizer-Franken-Banknoten oder Dollar-Scheine in einem Safe.

Kommentare (12)

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kleinfeld

17.05.2012, 11:11 Uhr

Mein Gott, was für ein schlechter Artikel. Alles aus dem Zusammenhang gerissen. Alles hat in den letzten zwei Wochen verloren. Der DAX hat katastrophal verloren, mehr als Gold. Damit auch Aktien. Der Euro hat enorm verloren teilweise von 1,33 auf 1,26 bis 1,27 usw. Alles geht kaputt und zum Schluss kommt die Inflation des Geldes. Die Eurozone bricht auseinander und danach der Dollarraum.

jpuhr

17.05.2012, 11:18 Uhr

Zitat: "Dabei hat etwa die US-Bank Goldman Sachs Rekordpreise für das Edelmetall vorausgesagt."

Was bedeutet das schon? GS hat Ende der 90er Jahre Internetaktien an seine Kunden empfohlen und sich intern dagegen positioniert. Das gleiche bekanntlich bis 2008 mit CDOs und ABS's.

Wenn GS sich derart offen für ein Investment ausspricht, dann sollten mittlerweile alle Alarmglocken läuten.

Th.Walter

17.05.2012, 11:26 Uhr

Völlig richtig!

Und wenn das dann auch der letzte naive Erdenbürger kapiert hat, beginnt der große RUN auf Sachwerte - Gold, Immobilien, Aktien.

Ich prognostiziere, daß sich der Goldpreis (auf Dollar- und erst recht auf Eurobasis) vervielfachen wird und die Aktienkurse (da man dort schnell einsteigen kann - mit beliebig kleinen oder großen Beträgen) weltweit explodieren werden.

Wenn das Vertrauen in Geld verloren geht, dann dauert das nur Stunden!

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