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07.01.2013

12:04 Uhr

Edelmetall-Prognosen

„Gold steigt auf 2.050 Dollar“

Der Gold-Boom ist noch nicht vorbei. Ein Investment lohnt sich, glauben Analysten. Noch mehr können Anleger jedoch mit anderen Metallen verdienen. Womit Investoren rechnen müssen.

Bleiben auch 2013 begehrt: Goldbarren. dapd

Bleiben auch 2013 begehrt: Goldbarren.

Das vergangene Jahr war - wieder einmal – vor allem von Krisen geprägt. Mehrere europäische Staaten standen am finanziellen Abgrund, die Weltwirtschaft schwächelte und die Krisen im Nahen Osten eskalierten. Gold gilt vielen Anlegern als sicherer Hafen. Trotzdem legte der Preis des Edelmetalls nur moderat zu.

Im vergangenen Jahr stieg der Preis um rund sechs Prozent auf 1657 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm). Aktuell liegt der Preis ein wenig darunter. Neben der Krisenstimmung halfen auch die Liquiditätsspritzen der Zentralbanken dem Goldpreis im Verlauf der vergangenen Monate.

Was Sie über Gold wissen sollten

Was ist Gold?

Gold ist ein seltenes Metall mit einem Schmelzpunkt von 1064 Grad Celsius. Der Siedepunkt liegt bei 2856 Grad. Die chemische Abkürzung für Gold ist „Au“ und stammt vom lateinischen Wort „Aurum“ ab. Es hat mehrere Eigenschaften, die es für die Menschheit über die Jahre nützlich gemacht hat. Gold leitet extrem gut. Außerdem reagiert es nicht mit Wasser oder Sauerstoff.

Wie viel Gold wurde in der Geschichte gefördert?

Nach Schätzungen wurden in der gesamten Menschheitsgeschichte bis heute um die 166.600 Tonnen Gold aus Minen geholt. Ein Großteil davon – etwa zwei Drittel – seit 1950.

Wie viel Gold gibt es noch auf der Erde?

Die letzten Zahlen der US Geological Society gingen im Januar 2011 von weltweit 51.000 Tonnen aus.

Wie viel Gold wird pro Jahr abgebaut?

In den vergangenen Jahren waren es etwa 2.500 Tonnen pro Jahr.

Wo wird weltweit am meisten Gold abgebaut?

Überall auf der Welt wird Gold gewonnen. Aber beinahe ein Drittel des Goldes wird in nur drei Ländern abgebaut. An der Spitze liegt China mit 13,1 Prozent, darauf folgen die USA und Australien mit jeweils 9,1 Prozent.

Was passiert mit dem Gold?

29 Prozent des abgebauten Goldes kommt im Investmentbereich zum Einsatz, also in Form von Münzen und Barren. Aus 59 Prozent wird Schmuck gemacht. 12 Prozent wird von der Industrie verarbeitet.

Wo sind die größten Absatzmärkte für Gold?

Mit 1059 Tonnen ist Indien der mit Abstand größte Absatzmarkt für physisches Gold (Münzen, Barren, Schmuck). Dahinter liegt China mit 770 Tonnen. Im Vergleich dazu abgeschlagen sind die USA mit 213 Tonnen und Deutschland mit 154 Tonnen.

Quelle: World Gold Council

Wer sind die größten Goldbesitzer?

Größte Goldbesitzer sind die Notenbanken. Die Vereinigten Staaten sitzen auf rund 8.100 Tonnen, gefolgt von Deutschland mit 3.400 Tonnen und dem Internationalen Währungsfonds mit 2.800 Tonnen. Die Notenbanken waren über Jahre Netto-Verkäufer. Seit dem vergangenen Jahr sind sie jedoch wieder Netto-Käufer. Das Interesse kommt vor allem aus den Schwellenländern.

Anleger griffen aus Angst vor einer höheren Inflation bei Gold gerne zu. Die Rally bei Gold ist beachtlich. In den vergangenen drei Jahren verdoppelte das Edelmetall seinen Wert. Anleger fragen sich allerdings: Ist der Zeitpunkt zum Verkaufen bald gekommen? Oder lohnt auch in diesem Jahr der Einstieg?

Die Experten sind sich einig: Gold bleibt auch in 2013 für Anleger attraktiv. „Gold bleibt 2013 noch im Aufwärtsmodus“, schreibt etwa die DZ-Bank. Das Institut verweist auf Investoren, die das Edelmetall als Alternative zu Währungen und Inflationsschutz sehen. „Gold wird unseres Erachtens in zwölf Monaten bei 2.050 US-Dollar je Unze stehen."

Rally geht weiter: Die Goldfinger

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Goldpreis wird weiter steigen

Seit zwölf Jahren geht es nur bergauf - das lockt viele Investoren.

Je schlechter die Geldpolitik, desto höher sei der Goldpreis und solange die Zentralbanken die Märkte weiter mit Frischgeld überschwemmen und die Inflation dadurch ankurbeln, werde der Goldpreis steigen, findet Martin Siegel, Geschäftsführer von Stabilitas: „Auch im neuen Jahr bleibt das gelbe Metall der sichere Hafen und könnte die 2.000 Dollar-Marke sogar überschreiten.

Auch die Konjunkturbelebung in China dürfte zu einer stärkeren Nachfrage nach dem Edelmetall führen, schreiben die Analysten der Commerzbank. „Die Gold-ETFs sollten daher Zuflüsse verzeichnen, die Verkäufe von Münzen und Barren dürften wieder an Dynamik gewinnen“.

Tops und Flops: Was Aktien, Anleihen und Rohstoffe brachten

2012: Die Gewinne eines Jahres

Berechnung auf Dollarbasis seit dem 31.12.2011.

Quelle: Thomson Reuters Datastream, Stand 7.1.2013

Aktien in Asien

MSCI Asia ex Japan: 25,3 Prozent

Aktien in Schwellenländern

MSCI Emerging Equities: 21,2 Prozent

Hochzinsanleihen

ML Global High Yield Bonds: 20,0 Prozent

Aktien

MSCI Developed Equities: 19,3 Prozent

Anleihen aus Schwellenländern

JPM EMBI Emerging Debt: 19,0 Prozent

Währungsanleihen

JPM Emerging Local Currency Debt: 16,3 Prozent

Japans Währung

Yen je Dollar: 14,4 Prozent

Japanische Aktien

Japan - Nikkei-225-Index: 10,5 Prozent

Kupfer

Kupfer: 6,1 Prozent

Bundesanleihen

Zehnjährige Bundesanleihen: 5,9 Prozent

Gold

Gold: 5,9 Prozent

Rohöl

Rohöl (Brent): 3,7 Prozent

US-Staatsanleihen

Zehnjährige US-Staatsanleihen: 2,7 Prozent

Rohstoffe

CRB Commodities Index: - 3,6 Prozent

Japanische Staatsanleihen

Japan – zehnjährige Staatsanleihen: - 9,8 Prozent

Kaffee, Kakao und Zucker

GSCI Soft Commodities: - 19,6 Prozent

Laut Analysten sollten die Zentralbanken das vierte Jahr in Folge als Netto-Käufer auftreten. Die Commerzbank rechnet damit, dass die Marke von 2000 US-Dollar „möglicherweise schon im ersten Quartal“ fällt. Zumindest, wenn die Schuldenkrise in den USA eskalieren sollte.

Kommentare (21)

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Account gelöscht!

07.01.2013, 12:47 Uhr

Woher diese Kaffesatzleser alle immer ihre Prognosen und Glaskugeln nehmen .....

Nur eins ist sicher, Gold ist keine Asset-Klasse zum spekulieren, sondern ein stabiler Wertspeicher und Inflationsschutz ohne Counterpart.
Zum Vermögensaufbau aber absolut ungeeignet. Man sollte sicher nicht den Fehler machen, und von den letzten 10 auf die nächsten 10 Jahre einfach extrapolieren.

Als Faustformel gilt für mich dabei, unter einem Vermögen/frei verfügbaren Betrag von 100.000 € ist es daher relativ ungeeignet, da es keine lfd. Einnahmen gibt. Ab 1 Mio. € Vermögen kann man ca. 20 - 30 % darin investieren, und ab 10 Mio. € sollten es bis zu 50 % sein. Als Zeitraum, in dem man das Kapital entbehren kann, sollte ein absolutes Minimum von 10 Jahren gelten !

Numismatiker

07.01.2013, 12:47 Uhr

Dieser Artikel sieht für mich so aus, als ob Gold mal wieder gepusht werden müßte, damit einige sich eine goldene NAse verdienen können.

Numismatiker

07.01.2013, 13:02 Uhr

@Flash Gordon:

Volle Zustimmung! Allerdings kann es meiner Ansicht nach auch bei kleineren Vermögen nicht falsch sein, eine goldene Reserve (wörtlich) zu besitzen.

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