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03.04.2013

16:13 Uhr

Edelmetall

Silber könnte noch weiter fallen

Der Preis für Silber ist tief gefallen. Analysten erwarten, dass der Kursrutsch noch weitergeht. Bislang hatte sich das Edelmetall immer wieder gefangen, doch jetzt ist auch die bedeutsame Marke von 26 Dollar in Gefahr.

Ein Barren aus Feinsilber und Silberkörner (Granalien) – der Preisverfall des Edelmetalls könnte weiter zunehmen. dpa

Ein Barren aus Feinsilber und Silberkörner (Granalien) – der Preisverfall des Edelmetalls könnte weiter zunehmen.

SingapurDie Unze Silber ist in einen Bärenmarkt gerutscht und könnte nach Ansicht von Barclays noch bis auf 26 Dollar je Unze sinken. Dieses Niveau wurde zuletzt 2010 erreicht.

Der Schlusskurs des Edelmetalls am Dienstag von unter 27,95 Dollar löse technische Verkäufe aus und bringe Preisdruck, sagte Dhiren Sarin, Asien-Analyst bei Barclays. Seit Anfang 2011 habe Silber das Niveau von 26 Dollar vier Mal getestet und jedes Mal verteidigt, was die Marke zu einer Schlüsselposition mache.

Meilensteine für Silber: Seit 1973

1973

Die Gebrüder Hunt beginnen, groß ins Silbergeschäft einzusteigen.

18. Januar 1980

In Reaktion auf die sowjetische Invasion in Afghanistan steigt der Silberpreis auf ein Rekordhoch von knapp unter 50 Dollar je Feinunze. Bis zum Jahresende ist er wieder auf rund 15 Dollar gefallen.

1988

Die Gebrüder Hunt - Söhne des texanischen Öl-Tycoons Haroldson Lafayette Hunt Jr. - werden wegen versuchter Manipulation des Silbermarktes verurteilt. Sie müssen an ein peruanisches Mineralunternehmen 134 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Die Brüder erklären ihren Bankrott.

1997 und 1998

Warren Buffett kauft rund 130 Millionen Feinunzen Silber.

2010

Der Silberpreis steigt um mehr als 80 Prozent und entwickelt sich damit deutlich besser als Gold, was 30 Prozent an Wert gewinnt.

2011

Die Rally setzt sich ungebremst fort. In den ersten vier Monaten steigt der Silberpreis um 55 Prozent und erreicht ein neues Rekordhoch bei 49,75 Dollar je Feinunze.

April 2011

Doch Ende April kommt die plötzliche Wende: Unmittelbar nachdem der Silberpreis den Rekordpreis geknackt hat und über 50 Dollar gestiegen ist, setzt eine scharfe Korrektur ein. Binnen einer Woche stürzt die Notierung um ein Drittel auf 33 Dollar ab. Vielen Anlegern ist die Rally offenbar zu heiß geworden, zudem verschärfen zahlreiche Börsen die Sicherheitsanforderungen für den Handel mit Silber-Kontrakten. Das schreckt Investoren zusätzlich ab.

Juni 2012

Der Silberpreis erreicht Ende Juni mit 26,16 Dollar den tiefsten Stand seit Jahren. Auf diesem Niveau stabilisiert sich der Preis, eine nachhaltige Erholung ist allerdings nicht in Sicht.

31.Dezember 2012

Der Silberpreis notiert am Ende des Jahres 2012 bei 29,10 Dollar. Auf Jahressicht legt Silber um knapp 9,0 Prozent zu. Gold schafft dagegen nur ein Plus von 6,6 Prozent.

Juli 2013

Der Silberpreis fällt bis Ende Juli 2013 um mehr als 35 Prozent auf 19 Dollar. Die massive Geldschwemme der weltweiten Notenbanken treibt die Anleger raus aus den als „sicher" geltenden Edelmetallen.

20. Dezember 2013

Der Silberpreis ist seit August von 24 Dollar auf gut 19 Dollar gefallen. Damit hat er fast wieder die Jahrestiefs erreicht.

Mit einem Verlust von über 20 Prozent zum Hoch vom 4. Oktober vergangenen Jahres ist Silber am Dienstag in einen Bärenmarkt eingetreten. „Silber ist auf Tages- und Wochenbasis überverkauft, aber das kann häufig vernachlässigt werden, wenn der Kurs keine Anzeichen einer Bodenbildung aufweist“, sagte Sarin. „Ein Niveau von 26 Dollar ist nun möglich.“

Silber hat am Mittwoch sein bisheriges Tagestief bei 26,92 Dollar verzeichnet. Um 16.30 Uhr (MEZ) notiert Silber am Mittwoch bei 27,16 Dollar je Unze und verliert damit 0,2 Prozent.

Kommentare (17)

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Gast

03.04.2013, 16:58 Uhr

"könnte"
Doll.

Wenn's fällt ist doch gut zum nachkaufen.

gerry

03.04.2013, 17:59 Uhr

Jetzt ist es von 50 USD auf ca. 27 gefallen und jetzt ist tatsächlich ein Niveau von 26 möglich - eine Katastrophe ......

Rotkaepchen

03.04.2013, 18:05 Uhr

3.4.13 Was für Gold gilt, trifft für Silber verschärft zu. Edelmetalle unterliegen dem Gesetz von Angebot und Nachfrage. Ist die Nachfrage gesättigt, fallen die Kurse auch bei Silber. Verstärkt wird ein Preisdruck in diesem Segment durch die Spekulanten. Drum Vorsicht,auf dem Silbermarkt herrschen die Gesetze des Raubeinkapitalismus.Was lange nach oben gezogen wird, stürzt irgenwann ab. Spätestens,wenn das Angebot die Nachfrage übertrifft. Dies ist die kurzfristige Regel. Längerfristig hingegen gelten die Gesetze der Wirtschaft. Läuft die Weltwirtschaft langfristig gut, werden auf dieser Zeitreise auch die Edelmetalle tendenziell steigen. Wolfgang Werkmeister,Buchautor,Eschborn

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