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04.07.2014

11:24 Uhr

Edelmetalle

Anleger wollen wieder Gold

Spannungen in der Ukraine und im Irak und die Ankündigung der US-Notenbank, die Leitzinsen niedrig zu halten, lassen die Nachfrage nach dem Edelmetall so stark steigen wie seit 2011 nicht mehr. Goldfonds profitieren.

Aktien statt Metall lautete der Leitsatz vieler Anleger in den vergangenen Monaten. Doch die Einstellung ändert sich. Gold ist wieder gefragt. dpa

Aktien statt Metall lautete der Leitsatz vieler Anleger in den vergangenen Monaten. Doch die Einstellung ändert sich. Gold ist wieder gefragt.

New YorkDas letzte Mal, als Gold stark gefragt war, war während der Eurokrise vor drei Jahren. Verständlich, schließlich fürchteten sich viele Anleger vor Inflation und einer anhaltenden Wirtschaftskrise in Europa. Für viele schien Gold das einzig verlässliche Mittel, um ihre Ersparnisse in Sicherheit zu bringen.

Doch die Eurozone erholte sich und das Edelmetall geriet wieder aus dem Fokus der Anleger. Nun scheint sich das zu ändern. Dafür spricht, dass die Bestände des weltgrößten börsennotierten Goldfonds, des SPDR Gold Trust, zuletzt so stark gestiegen sind wie seit November 2011 nicht mehr. In zwei Sitzungen am im Juli verzeichnete der Fonds einen Zuwachs von 1,4 Prozent auf 796,39 Tonnen.

Dabei hatte der Fonds im vergangenen Jahr noch Verkäufe von 550 Tonnen hinnehmen müssen - ein Rekordtief. Mit einem Minus von 28 Prozent war 2013 das schlechteste Jahr für Gold seit drei Jahrzehnten gewesen. Die aktuellen Zuflüsse spiegeln das wieder erwachte Interesse der Anleger an dem gelben Edelmetall wider.

Die wichtigsten Fakten zu Gold

Goldnachfrage

Die gesamte Goldnachfrage im Jahr 2013 betrug 3.756 Tonnen. Damit ist die Nachfrage um 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gefallen.

Quelle: World Gold Council, Stand: 18.02.2014

Goldpreis

Der durchschnittliche Goldpreis lag 2013 bei 1.411 US-Dollar je Feinunze und damit 15 Prozent unter dem des Vorjahres.

Schmucknachfrage

Die weltweite Nachfrage nach Schmuck betrug im Jahr 2013 insgesamt 2.209 Tonnen und stieg damit um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldbarren- und Münznachfrage

Die Nachfrage nach Goldbarren und -münzen stieg im Jahr 2013 auf einen Rekordwert von 1.654 Tonnen. Ein Plus von 28 Prozent im Vergleich zu 2012.

Industrienachfrage

Die Nachfrage des Technologiesektors belief sich auf 405 Tonnen und blieb damit, verglichen mit den 407 Tonnen im Jahr 2012, nahezu unverändert.

Gold-ETFs auf Talfahrt

Ein Nettoabfluss aus ETFs in Höhe von 881 Tonnen war zu verzeichnen, da die Investoren eine Neubewertung ihrer Portfolios fortsetzten.

Notenbanken

Die Nettoeinkäufe der Zentralbanken betrugen 369 Tonnen. Dies entspricht einem Rückgang von 32 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Goldangebot

Das Gesamtangebot für Gold betrug 4.340 Tonnen und lag damit 2 Prozent unter dem Niveau von 2012.

Mit einem Plus von zehn Prozent hat Gold im bisherigen Jahresverlauf Rohstoffe, Aktien und Anleihen hinter sich gelassen. Die Spannungen in der Ukraine und im Irak, aber auch die Aussage der US-Notenbank, die Zinsen auf absehbare Zeit auf dem aktuellen Niveau zu belassen, haben zu einem verstärkten Interesse geführt.

„Gold hat den ersten Impuls durch Russland erhalten und dann kam der Irak hinzu”, sagte Phil Streible, Rohstoffhändler bei R.J. O'Brien & Associates in Chicago. „Zudem sorgt der zurückhaltende Ausblick der US-Notenbank für wachsendes Interesse an Gold, so dass einige Investoren sich ihm wieder zugewandt haben.”

Die Zuflüsse können aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Bestände seit Dezember noch immer 0,2 Prozent zurückgegangen sind und im vergangenen Monat das niedrigste Niveau seit Dezember 2008 erreicht haben. Aus Daten von Bloomberg geht hervor, dass Anleger bis Ende Juni 319 Millionen Dollar aus mit Gold unterlegten börsengehandelten Fonds abgezogen haben. Im Vergleich dazu lagen die Zuflüsse bei Aktienfonds bei rund 44 Milliarden Dollar in den ersten sechs Monaten.

Die Analysten der UBS werten die Entwicklung trotzdem als Signal einer Stabilisierung. „Obwohl der Kontext angesichts von anhaltenden Verringerungen der US-Anleihekäufe, drohenden Zinserhöhungen und Aktien auf Rekordniveau ungünstig für Gold bleibt, haben die Preise sich als insgesamt widerstandsfähig erwiesen”, schreiben UBS-Analysten in einer Studie.

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Kommentare (21)

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Herr Ylander Ylander

04.07.2014, 12:03 Uhr

Was wollen Sie mit Gold?

Gold kann man nicht essen, nicht darin wohnen, sich nicht damit kleiden, es dient nicht der Gesundheit, nicht der Bildung, nicht der Fortbewegung, und sie erwirtschaften nichts mit Gold.

Herr Josef Schmidt

04.07.2014, 12:25 Uhr

Gold muss man nicht wieder auska**** wenn man es gegessen hat, es verschimmelt und vergammelt nicht wenn man nicht drin wohnt und muss auch keine Steuern dafür zahlen weil jemand drin wohnt oder auch nicht, es schützt als dünne Folie besser vor Unterkühlung als jede Kleidung, es braucht keine teuere und zeitaufwändige Bildung und muss gar nicht fortbewegt werden und die kluge gebildeten Menschen legen das Erwirtschaftete in Gold an denn es kann von keiner Regierung dieser Welt entwertet, konfisziert zwangsverpfändet, weggezypert oder wie auch immer werden.

Gold ist und bleibt was es ist bis in aller Ewigkeit.

Herr Josef Schmidt

04.07.2014, 12:42 Uhr

Oder anders gesagt, ist Gold nur für jemanden der schon genug zum Essen hat, irgendwo wohnen kann, bereits eine Bildung hat, genügend Fortbewegungsmittel besitzt und nichts mehr zusätzlich erwirtschaften muss denn er hat schon genug.

Also nichts für dich :-)

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