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04.05.2011

07:51 Uhr

Edelmetalle

Gold und Silber fallen weiter – George Soros verkauft

VonRalf Drescher

Der Silberpreis findet keinen Halt. Und auch der Goldpreis fällt vom Rekordhoch zurück. Ein prominenter Investor hat bereits die Reißleine gezogen. Laut Medienberichten hat George Soros Gold- und Silberbestände verkauft.

Hedge-Fonds-Legende George Soros nimmt bei Edelmetallen offenbar Gewinne mit. Quelle: dpa

Hedge-Fonds-Legende George Soros nimmt bei Edelmetallen offenbar Gewinne mit.

DüsseldorfDie Talfahrt am Silbermarkt hat sich auch am Mittwoch fortgesetzt. Der Preis für die Feinunze des Edelmetalls lag am Morgen bei 41,30 Dollar erneut drei Prozent niedriger als am Vorabend im amerikanischen Handel. Bereits am Dienstag war der Preis um gut sieben Prozent gefallen, am Montag war er zeitweise um bis zu elf Prozent eingebrochen.

Damit hat sich das Blatt gewendet: Noch in der vergangenen Woche war Silber mit Kursen von fast 50 Dollar je Unze auf den höchsten Stand aller Zeiten gestiegen. Analysten hatten zuletzt angesichts der extremen Preissprünge - seit Jahresbeginn hatte Silber in der Spitze mehr als 60 Prozent zugelegt - bereits vor einer Absturzgefahr gewarnt.

Ein Grund für die jüngste Talfahrt sind die erhöhten Sicherheitsanforderungen der Rohstoffbörse Comex, die den Handel mit Silber-Derivaten verteuert hat. Für den Kauf eines einzigen Silber-Future, der für 5.000 Feinzunzen des Edelmetalls im Wert von etwa 220.000 Dollar steht, müssen jetzt 12.000 Dollar als Sicherheitsleistung hinterlegt werden. Dies sind rund 50 Prozent mehr als noch vor Wochenfrist.

Nach einem Bericht des Wall Street Journal hat ein prominenter Investor bereits die Lust am Silber verloren. Soros Fund Management, die Hedge-Fonds-Gesellschaft von Investment-Legende George Soros, habe einen Großteil seiner Bestände an Silber verkauft, schreibt das Blatt mit Verweis auf nicht näher genannte Quellen.

Meilensteine für Silber: Seit 1973

1973

Die Gebrüder Hunt beginnen, groß ins Silbergeschäft einzusteigen.

18. Januar 1980

In Reaktion auf die sowjetische Invasion in Afghanistan steigt der Silberpreis auf ein Rekordhoch von knapp unter 50 Dollar je Feinunze. Bis zum Jahresende ist er wieder auf rund 15 Dollar gefallen.

1988

Die Gebrüder Hunt - Söhne des texanischen Öl-Tycoons Haroldson Lafayette Hunt Jr. - werden wegen versuchter Manipulation des Silbermarktes verurteilt. Sie müssen an ein peruanisches Mineralunternehmen 134 Millionen Dollar Schadenersatz zahlen. Die Brüder erklären ihren Bankrott.

1997 und 1998

Warren Buffett kauft rund 130 Millionen Feinunzen Silber.

2010

Der Silberpreis steigt um mehr als 80 Prozent und entwickelt sich damit deutlich besser als Gold, was 30 Prozent an Wert gewinnt.

2011

Die Rally setzt sich ungebremst fort. In den ersten vier Monaten steigt der Silberpreis um 55 Prozent und erreicht ein neues Rekordhoch bei 49,75 Dollar je Feinunze.

April 2011

Doch Ende April kommt die plötzliche Wende: Unmittelbar nachdem der Silberpreis den Rekordpreis geknackt hat und über 50 Dollar gestiegen ist, setzt eine scharfe Korrektur ein. Binnen einer Woche stürzt die Notierung um ein Drittel auf 33 Dollar ab. Vielen Anlegern ist die Rally offenbar zu heiß geworden, zudem verschärfen zahlreiche Börsen die Sicherheitsanforderungen für den Handel mit Silber-Kontrakten. Das schreckt Investoren zusätzlich ab.

Juni 2012

Der Silberpreis erreicht Ende Juni mit 26,16 Dollar den tiefsten Stand seit Jahren. Auf diesem Niveau stabilisiert sich der Preis, eine nachhaltige Erholung ist allerdings nicht in Sicht.

31.Dezember 2012

Der Silberpreis notiert am Ende des Jahres 2012 bei 29,10 Dollar. Auf Jahressicht legt Silber um knapp 9,0 Prozent zu. Gold schafft dagegen nur ein Plus von 6,6 Prozent.

Juli 2013

Der Silberpreis fällt bis Ende Juli 2013 um mehr als 35 Prozent auf 19 Dollar. Die massive Geldschwemme der weltweiten Notenbanken treibt die Anleger raus aus den als „sicher" geltenden Edelmetallen.

20. Dezember 2013

Der Silberpreis ist seit August von 24 Dollar auf gut 19 Dollar gefallen. Damit hat er fast wieder die Jahrestiefs erreicht.

Verglichen mit Silber hat sich Gold in den vergangenen Tagen deutlich besser gehalten, wobei auch der Anstieg in den vergangenen Monaten nicht annähernd so rasant verlief. Von seinem Rekordhoch bei 1.575 Dollar Ende vergangener Woche ist der Goldpreis aber ein Stück zurückgefallen. Am Morgen kostete die Feinunze nur noch 1.533 Dollar.

Viele Analysten erwarten, dass sich Gold anders als Silber als stabil erweisen wird. Es gibt aber auch andere Stimmen, die den Absturz am Silbermarkt als Warnsignal werten: „Silber ist oft der Leitindikator für Trendveränderungen oder zumindest Korrekturen“, schrieb David Wilson, Analyst bei Société Générale, in einer aktuellen Studie. Und auch George Soros hat dem „Wall Street Journal“ zufolge im vergangenen Monat nicht nur Silber, sondern auch Gold verkauft.

 

Kommentare (16)

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Manu

04.05.2011, 08:12 Uhr

Wieder mal Propaganda an die Dummschafe ihre Edelmetalle zu verkaufen.....
Die Manipulation und Drücken geht nämlich nicht mehr lange, dann kommt der große Ausbruch.
Wodurch wird wohl der weltweite Crash letzendlich ausgelöst ?
Es gibt so viele Möglichkeiten.......
Wer seine Edelmetalle verkauft, steht dann hilflos und abhängig da - das möchte die "Elite" der Welt ja....

mono

04.05.2011, 08:17 Uhr

Schlappe Meinungsmache.
Korrekturen kommen immer, da Korrekturen hinsichtlich Währungsstabilität beim US-Dollar und Euro aber nicht kommen können, gibt es keinen Grund bei Edelmetallen die Nerven zu verlieren. 2008 ist noch lange nicht vorbei.
George Soros verkauft, na und? -An old guy doing favors-. Vielleicht sollte das Handelsblatt mal Soros´s alten Kumpel Jim Rogers zu diesem Thema konsultieren.

GGG

04.05.2011, 09:25 Uhr

Das ist doch ganz alte Schule...
Der alte Herr und Meister nimmt fette Gewinne mit, bewirkt eine Korrektur und kauft wieder nach.
Das ist doch klar. Was soll dieses ewig dumme Geschwätz von fallenden Edelmetallen ? Solange es keine Stabilität bei den Währungen (außer SFR) gibt, werden die Metalle steigen. Soeben sind doch schon wieder 78 MRD EUR verbrannt worden.

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