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18.07.2011

13:21 Uhr

Edelmetalle

Goldpreis springt über 1600-Dollar-Marke

Der Goldpreis hat erstmals die Marke von 1600 Dollar übersprungen. Ursachen sind weiterhin der Haushaltsstreit in den USA und die Schuldenkrise in Europa.

Gold befindet sich seit Monaten auf einem Höhenflug. Nun hat der Preis des Edelmetalls erstmals die Marke von 1600 Dollar übersprungen. Quelle: Reuters

Gold befindet sich seit Monaten auf einem Höhenflug. Nun hat der Preis des Edelmetalls erstmals die Marke von 1600 Dollar übersprungen.

LondonDie Schuldendramen dies- und jenseits des Atlantik haben am Montag die Anleger wieder ins Gold getrieben. Die Feinunze verteuerte sich um 0,5 Prozent und kostete erstmals 1601,80 Dollar. In Euro gerechnet stieg der Goldpreis um ein Prozent auf ein Allzeithoch von 1141,55 Euro. Selbst das zuletzt verschmähte Silber schien vielen Anlegern sicherer als Dollar oder Euro. Die Feinunze verteuerte sich um bis zu 2,2 Prozent auf 40,15 Dollar und kostete damit wieder so viel wie seit Anfang Mai nicht mehr, als letztlich geänderte Kontraktbedingungen den Höhenflug des Edelmetalls beendet hatten.

In Europa findet eine Umschuldung Griechenlands derzeit immer mehr Unterstützer. Die Besitzer griechischer Staatsanleihen müssten dann auf einen Teil ihres Geldes verzichten. In den USA hält derweil der Haushaltsstreit an: Dort war schon Mitte Mai das gesetzliche Schuldenlimit von derzeit 14,3 Billionen Dollar erreicht worden, durch Bilanztricks konnte Washington aber Zeit bis zum 2. August gewinnen. Einigen sich Demokraten und Republikaner bis dahin nicht auf ein Anheben der Schuldengrenze, sind die USA zahlungsunfähig. 

„Die politischen Unsicherheiten in den Vereinigten Staaten und Europa sind ein Dauerbrenner, und die Nachfrage nach Gold als sicherer Hafen wird anhalten“, fasste Natalie Robertson, Rohstoff-Analystin bei ANZ zusammen. Nach ihrer Auffassung könnte der Goldpreis noch bis auf 1650 Dollar steigen. Auch Barclays sagte für die nächsten Tage weiter steigende Goldpreise voraus. Das gelbe Metall erreichte in einer ganzen Reihe von Währungen Rekordniveaus.

Das Gold befindet sich seit Monaten auf einem Höhenflug, erst Ende April hatte Gold erstmals die Marke von 1500 Dollar je Feinunze übersprungen. Gold gilt als krisenfeste Anlage, da das Edelmetall von einer Geldentwertung nicht betroffen ist. Gleichzeitig ist es allerdings Kursschwankungen unterworfen und wirft keine Zinsen ab.

„Dass Gold viel mehr als ein Rohstoff ist, ist dem Markt sehr wohl bewusst“, erklärten die Commerzbank-Analysten in ihrem Tageskommentar. „Seine gegenwärtige Entwicklung zeigt, dass Gold nicht nur als Inflationsschutz, Angstindikator oder 'Anti-Dollar' dient. Es ist vielmehr eine Währung, die vor allem von den Finanzmarkt- und Wirtschaftsindikatoren abhängt und aktuell von der Schwäche der beiden großen Währungen, US-Dollar und Euro, profitiert.“

An dem günstigen Umfeld für Gold dürfte sich diese Woche daher kaum etwas ändern. Unter anderem steht am Donnerstag der Sondergipfel der EU zu Griechenland an.

Wie stark der Ansturm der Investoren auf das gelbe Edelmetall ist, zeigt ein Blick auf den weltgrößten börsengehandelten Goldfonds, den SPDR Gold Trust. Der Fonds verzeichnete nach Angaben der Commerzbank allein am Freitag Zuflüsse von 10,6 Tonnen.

 

Kommentare (13)

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18.07.2011, 11:13 Uhr

viel wichtiger für mich euro-raum ist doch euro-gold bei 1138,85 (neues all-time-high). also alles in butter bei mir.

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18.07.2011, 11:16 Uhr

...im...sry!

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18.07.2011, 11:54 Uhr

solange Kasperköpfe wie Moody´s, S&P , u.a. weiterhin mit so brillianten Schuldenlösungsvorschlägen wie "Schuldengrenzen abschaffen" Ernst genommen werden, ist das Investment in Edelmetalle und Sachwerte die sicherste Anlage der Welt.

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